inwendig lernen

“Gerade sagte ein Kommilitone das nette Wort ‘inwendig lernen’”, schreibt mir meine Tochter Leonie (deren Anregungen jetzt, als Studentin, natürlich nicht mehr unter Kindermund, sondern unter Leservorschlag abgelegt werden).Und weiter: “Ich hab mal gegoogelt. So wirklich gibts das noch nicht. Inwendig lernen als Gegenteil zu auswendig lernen, ohne es zu verstehen. Es verinnerlicht haben und anwenden können.”

Jepp, find ich gut. Und wieder eine dieser Lücken im Sprachgebrauch, von denen man sich fragt, wieso es sie überhaupt gibt.

Kommentare (3)

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  1. @polyphem
    “”Auswendig … lernen” ist genau von der Etymologie her belegt; da nützt keine eigenstrickte Privat-Anschaulichckeit.

    Duden. Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. Vierte Aufl. Mannheim 2007 S. 923:
    „Auswendig“. Vgl. das Verb wenden“: „aus dem Gedächtnis“( mhd. uzwendec: äußerlich, auf die Außenseite“; die heutige Bedeutung seit dem 16. Jh.)“
    - Es ist das sofort und auf Befehl zu leistende Mitteilen (“Aufsagen” oder beim schrifltichen “Abfagen”) aus dem Gedächtnis, zur Überprüfung und Selektion von Schulleistungen. (Vgl. “Schulpflege”) Irgendwelche “inwendige” Eigenanschaulichkeit war Zufall.

    Ja, man sollte die gute alte Brett-Philologie häufiger beratschlagen. Er erspart sich Wortgedöns..

  2. Menschliches Gehirn speichert nun mal am besten das, was über die Sinnesorgane. aufgenommen wird. Darum bedeutet “auswendig” lernen ja, einen Text nach außen zu wenden, damit man ihn über Auge oder Ohr verinnerlichen kann. Vereinfacht auch das Einprägen eigener Texte.

    Nebenbei bemerkt: Suchen Sie mal “inwändig”. Sie werden überrascht sein und fiinden auch was zu “auswändig”.

  3. Auswendig gelernt heißt nicht automatisch, dass man das gelernte bloß reproduzieren kann, ohne es zu verstehen. Und eigentlich ist mit dem einfachen Wort “lernen” doch schon das verinnerlichen und verstehen abgedeckt.