Guthabenhinterziehung

Guthabensteuer hatten wir hier vor ziemlich genau einer Woche eingeführt, natürlich auf die Situation in Zypern bezogen. Jetzt ist es anders gekommen, es werden nicht so sehr Guthaben besteuert als vielmehr Banken abgewickelt, mit den entsprechend schmerzhaften Folgen für alle, die diesen Banken Geld gegeben haben, ob als Eigenkapital (weg) oder als Spareinlage (heftig gerupft jenseits von 100.000 Euro).

Womit es natürlich noch wichtiger für alle Betroffenen geworden ist, möglichst viel Geld von eben jenen Banken, nämlich Laiki und Bank of Cyprus, abzuziehen. Bei Twitter hat pgk1966 hierfür das schöne Wort „Guthabenhinterziehung“ gefunden – möglicherweise nicht wissend, dass genau das in der vergangenen Woche massiv stattgefunden hat. Mehrere hundert Millionen Euro seien aus zyprischen Banken vergangene Woche abgeflossen, obwohl doch alle Banken geschlossen waren, berichtetet Reuters. Und nennt auch gleich einige der vermutlichen Abflusswege: die englischen Filialen von Laiki und Bank of Cyprus, die die ganze Woche über geöffnet blieben, sowie die russische Uniastrum Bank, die zu 80 Prozent der Bank of Cyprus gehört. Auch einige andere Wege dürfte es gegeben haben, berichten unter anderem FAZ und Spiegel. Na toll.

Alle diese Geldflüsse würden im nachhinein genau geprüft, meint Finanzminister Wolfgang Schäuble (der, so der Chefredakteur der spanischen Tageszeitung El Mundo, nicht, also zumindest nicht so direkt mit Hitlers Vizekanzler Franz von Papen verglichen werden dürfe). Mal schauen, ob dann tatsächlich noch der Tatbestand der Guthabenhinterziehung eingeführt wird – und ob das dann noch irgendwas bringt.

1 Kommentar

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  1. I think its wrong that banks can just say we are taking your money as the country’s going bankrupt absolutely crazy