Bundesklimakammer

„Diese Broschüre verstehe ich als Antrag auf Selbstauflösung des Umweltbundesamts“, schrieb ich vorgestern. Und: „Erschreckend, dass das Umweltbundesamt die Rahmstorf’sche Unsitte der Schwarzen Listen übernimmt. Übles Machwerk.“ Eine Bundesbehörde, die in einer (natürlich auf Staatskosten erstellten) Broschüre („Und sie erwärmt sich doch“, verlinkt wird das Zeug nicht) einzelne Journalisten als Abweichler vom „Kenntnisstand der Klimawissenschaft“ denunziert, hat jegliche Existenzberechtigung verloren.

Henryk M. Broder hat in der Welt hierfür das hübsche Wörtlein „Bundesklimakammer“ gefunden. Ich habe mich noch NIE vollinhaltlich einem Broder-Pamphlet anschließen können. Heute kann ich es.

Kommentare (7)

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  1. Danke für die Unterstellung, ich würde irgendetwas ungeprüft übernehmen, Herr Bäumer.
    Als das Thema vor sechs Jahren schon mal aufploppte, s. Link, habe ich mich ausführlich damit beschäftigt, bei Niggemeier und hier im Blog. Und anders als Sie lese ich nun mal die Rahmstorf-Formulierung: „Solche Journalisten kommen auf meine schwarze Liste“ als eine Bestätigung, dass Rahmstorf eine Schwarze Liste mit Journalisten führt. Ich verstehe übrigens nicht, wie man diese Formulierung anders verstehen kann.
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wollt-ihr-den-totalen-widerspruch/

  2. „Rahmstorf’sche Unsitte der Schwarzen Listen“ ?

    Sie sollten besser etwas sorgfältiger Recherchieren, bevor Sie die infamen Unterstellungen eines Maxeiner als Faktum in die Welt setzen.

    Dies hat Rahmstorf geschrieben:

    „So wie viele Kollegen habe auch ich etliche Kämpfe mit Zeitungsredaktionen gegen deren Hang zur Dramatisierung des Klimawandels ausgefochten. Manchmal gelingt es, eine Richtigstellung zu erreichen oder einen Leserbrief zu platzieren; öfters erreicht man gar nichts und kann nur auf der eigenen Internetseite etwas klarstellen. Ich habe dort seit vielen Jahren eine Liste klassischer „Medienirrtümer“ zu meinem Fachgebiet, die ich jedem Journalisten vor einem Interview zur Pflichtlektüre gebe. Damit kann man Übertreibungen („Der Golfstrom reißt ab“) zwar nicht immer verhindern; zumindest weiß ich aber dann, dass es kein Missverständnis sondern Absicht war. Solche Journalisten kommen auf meine schwarze Liste.“

    Und so klingt das dann bei Maxeiner:

    „Rahmstorf ist seit Jahren unter Journalisten dafür bekannt, dass er über Chefredaktionen oder Herausgeber versucht Druck auszuüben und ihm nicht genehme Berichterstattung zu unterbinden. Er führt, das hat er in der Wochenzeitung „Die Zeit“ stolz zu Protokoll gegeben, eine „schwarze Liste“ von Journalisten, die sich nicht seiner Meinung unterordnen, sondern ihren Beruf ernst nehmen: eigenständig recherchieren.“

    Dass Sie Maxeiners „Wahrheiten“ ungeprüft übernehmen, belegt Ihre „Unvoreingenommenheit“.

  3. Da sind wir, lieber Antonius, uns offenbar sehr uneinig. Diese Broschüre ist kein „Klartext“, sondern ein Pamphlet. Und einer Bundesbehörde unwürdig.
    Ach ja: Wenn Broder meiner Meinung nach recht hat, erlaube ich es mir gelegentlich, ihm öffentlich (z.B. hier) zuzustimmen. Und wenn er unrecht hat, erlaube ich es mir ebenso, ihm öffentlich zu widersprechen. (Mache ich übrigens auch bei anderen Menschen so.)

  4. Dass ‚man’ sich als Wortist einem selbstgemachten und sich beständig mit „3. Reich“ oder „DDR“- oder „Antisemitismus“-Kampagnen inszenierenden Goebbels – na, um eins kleiner bitte: ein Goebbels-chen [Genus Neutrum], simpliziter: eine Göbelung] , unterwerfen muss oder will – das ist doch ein schönes Ergebnis der Diskussion um die Klimaforscher und –fröschchen, nein, genauer: Klimalaberer (wobei letztere noch vor drei Jahren den Klimawandel leugneten; ihn heute aber als (eigene Fro-, pardon: Forschung?) zugeben, weil sie als Herrscher über Zeit und Raum die Erd-Wahrer seien, aber keinen einzigen Bohrkern aus dem Polareis untersucht haben, es einfach nicht können – also wahre Schöpfungsgötter seien, pardon: sein wollen, in ihren Phantasien über ‚ihre’ Ups and Downs ihrer Meinungen, pardon: ihres Klimawandels; als ob es die Menschheit und ihre Exhaustionen durch Industrien und Verschwendungen nicht gäbe; also menschheits-freie Zeiten bei und vor ihnen lägen, d.h. lagen und liegen werden, die sie als wahre, wackre Menschlein … also noch konsekrieren wollen, als Ewigkeitsszenarien. – Ach, Klima? Was? Ja, das gibt es doch? Und wenn – dann tut sich da seit der biblischen Zeit der Erd- und Himmelsteilung durch Jahwe immer derselbe Abgrund auf, das Tohuwabohu (s. Genesis 1,2: „Die Erde war wüst (tohu) und leer (bohu)“. ?Es fehlten an Anbeginn, wenn wir der jüdischen Geschichtsausmalung folgen, noch die Exegeten, Redaktoren: die religions- oder exxon- und BP-fidele Journaille? No! Sie haben sie verfasst, überliefert und wollen sie uns, bis die zeittypischen Sponsoren passen müssen, als kundige Wetterlümmel und/oder Klimafröscher vermelden:

    Neutestamentlich sieht schon anders aus mit den „wetterwendischen Menschen. Der Menschensohn (in Mt 13,20f.) kennzeichnet im Anschluss an das „Gleichnis vom Sämann“ den Menschen: „(…)der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt; aber er hat keine Wurzeln in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab“.
    Eine Beschreibung von Menschen, die ihre „Wurzeln“, ihre Interessen, ihre Sponsorenverbild-, pardon: -verbindlichkeiten nicht nennen, aber in ihren Strudeln schwimmen?
    Nein, ich bin nicht bibel-gläubig, auch nicht klimawandel-gläubig. Aber es sind Leitideen, denen ich mich kritisch anvertraue. (Ja, da ist auch ein Glaubensprozess, ein Prozess der Erkenntnistheorie und ihrer Folgen für Sprache und Wissenschaft; aber ich bekenne mich dazu.)
    Das Umweltbundesamt hat Klartext geredet. Nun hel-, pardon: heulen die Getroffenen auf.
    Es hat die verlogene Debatte um die Klimaerwärmung, die auch von sog. Kritikern nicht mehr geleugnet werden kann, in ihrer Broschüre angeheizt, ich glaube sogar beendet. Aber jetzt wird Moral gedroschen, und sei es eine Goebbelsche.

    Ja, ich verlinnke; ist ja lächerlich, dass man die Broschüre nicht direkt lesen soll; das ist ein Erkenntnismoralismus:
    http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4419.pdf

    120 Seiten. Jo. Finde ich okay! – Noch eine Bibelweisheit; na, ich formuliere sie nicht aus. Man kann sie nachlesen in Spr 26,11. – Wer lesen kann, der höre! (Na, pardon: das ist ein verkorkstes Bibelziat; pardon: -zitat; wer möge, lese: Jes 42,20.)

    Komisch: Warum ich so viel Biblisches herangezogen habe; ich werde darüber nachdenken, aber nicht über das Schwadronieren von Klimawandel-Cowboys. (Das ist ja ein neutraler begriff; kein transformierter aus den Über- pardon: Übelkisten „3. Reich“, „Antisemitismus“, „DDR“-Teueleien.)

  5. Pingback: Reference List Of Media Reports On UBA-Gate…German Environment Agency Goes After US And American Skeptics

  6. Doch doch, Thomas, alle 19 Seiten gelesen. Gerade deshalb bin ich ja so aufgebürstet. Das ist mitnichten „nur öffentliche Äußerungen zitiert“. Sondern, wie auch von ZDF-Redakteur Reinhard Schlieker geschrieben, ein „amtlicher Rufmord für die gute Sache“. Widerwärtig.
    http://www.heute.de/Klimawandel-Skeptiker-amtlich-unerw%C3%BCnscht-28010994.html

  7. Schon sehr lustig, mir scheid als hätte niemand sich die Mühe gemacht, die 19 Seiten wirklich zu lesen. Denn letztlich werden hier nur öffentliche Äußerungen zitiert und mit korrekter Quelle wiedergegeben. Klimaforscher sind hier immerhin genauer als Klimawandelskeptiker, wo mancher sich schon offensichtlich merkwürdig zitiert vorgekommen sein muss.