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vonDetlef Guertler 15.06.2013

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Duzen und Siezen kennen wir alle, manche von uns haben auch das Ihrzen schon gehört, und wenn wir Französisch sprechen, wenden wir es auch an: „Voulez vous coucher avec moi?“ ist ja ein grammatischer Plural für die Anrede einer Person.

Das Wirzen hingegen verwenden wir selten. Es sei denn natürlich, wir wären Majestäten. Oder natürlich Krankenschwestern oder andere Pflegekräfte, bei denen das „Haben wir heute gut geschlafen?“ oder „Wo tut es uns denn weh?“ üblich ist. Und weil wir alle immer älter werden, und kränker, und pflegebedürftiger, dürfte uns das Wirzen schon bald als völlig normale dritte Anredeform vorkommen – denn das Ihrzen verwenden wir ja eher im Französischen als im Deutschen.

Und wenn wir gerade beim Thema sind: Kann es sein, dass sich West- und Ost-Krankenschwestern heute noch bei der Anredeform unterscheiden? Uns scheint es, als wäre das Wirzen eine rein westdeutsche Spezialität, wohingegen im Osten eher ge-erzt wird: „Hat er heute gut geschlafen?“

Und wäre dann nicht eigentlich das Manzen die uns alle integrierende Lösung: „Hat man heute gut geschlafen?“

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