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vonDetlef Guertler 21.10.2013

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Die über viele Jahre systematisch betriebene Entrötung der SPD strebt dem erfolgreichen Finale entgegen“,

postete Frank Happel heute auf Facebook. So kann man das sehen.

Man kann es auch freundlicher formulieren, so wie Lenz Jacobsen in Zeit Online: „Gabriel versucht, seine Partei hinter sich zu halten, indem er und seine Mitstreiter von Tag zu Tag die Erzählung der SPD über sich selbst etwas verändern, an die Realitäten anpassen.“

Oder unfreundlicher, wie Christoph Herwartz bei ntv: „Formell fragt die SPD ihre Mitglieder. De facto setzt sie ihnen dabei das Messer auf die Brust.“

In jedem Fall aber müsste bei jedem Sozialdemokraten ein ganzes Arsenal von Warnleuchten angehen, wenn das fleischgewordene Hyper-Ich, wenn die Majestät des A-Sozialen, wenn Ulf Poschardt also die SPD und ihren Vorsitzenden in höchsten Tönen lobt: „Die SPD, die als Schutzmacht der Armen, Aufstiegswilligen und Bildungshungrigen begann, ist da für das Land, wenn es sie braucht. Welche sozialdemokratische Partei in Europa kann dies in dieser Klarheit von sich behaupten? Es wäre der SPD zu wünschen, dass sie diesen Weg weniger zerknirscht als stolz geht.“

Ganz offensichtlich ist die SPD also gerade dabei, einen existenzgefährdenden Fehler zu begehen. Aber bitte, mit 150 ist man ja selber groß.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2013/10/21/entrotung/

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kommentare

  • Nachdem Tanzpeer&Ichmensch Steinbrück noch immer bei den großen BeRatsuchenden mitzuspielen versucht, verläuft sich die Farbe aus den RotHemden der Partei ungeniert.
    Die Parteibasis wird ihnen eine Klatsche geben, dass ihnen weder Hemd noch Rock verbleibt. – Dann könnte sich ja eine rot-rot-grüne Übermacht zu einer Koaalition verbinden, ohne dass man den roten Lackmustest als bestanden melden müsste.
    Bis dahin vollzieht sich die rote EntLeibung mit jeder Sitzung bis übers Jahresende hinaus…
    Den Alttjahrsabend verbringe ich im Kabarett, ohne Mitleid mit den EntFärbten.

  • Einst sind der SPD viele gute Leute in Richtung Grüne davongelaufen und sie wollte niemals mit den Grünen koalieren.
    Inzwischen hat die SPD viele gute Leute an die Linkspartei verloren. Die Restpartei hat sich seit 8 Jahen wieder in den Schmollwinkel zurückgezogen und ignoriert zum zweiten Mal den Wähleraufrag zu einer rotrotgrünen Koalition.
    Sie schwört noch immer auf die braven Adlaten der Herrenmenschen Schröder und Clement.
    Der Aderlaß in Richtung Grüne könnte sich wiederholen.

    In dieser Lage tun die Grünen gut daran, mit Merkel zu regieren und sich mit ihr an der christlichen Soziallehre und an der Bewahrung der Schöpfung zu versuchen, was mit Steinbrück, Steinmeier, Gabriel von vorneherein ausgeschlossen wäre.
    Schwarzgrün hat aber nur dann Sinn, wenn sich die Grünen nicht wie unter Schröder den Mund verbieten lassen.
    In ihrer Öffentlichkeitsarbeit müssen sie in entscheidenden Fragen auf abweichende Forderungen hinweisen, die sie nicht durchsetzen konnten.
    Die Grünen versäumen seit langer Zeit, in den vielen ungelösten Überlebensfragen ein Problembewußtsein zu wecken und ihre Lösungen anzubieten. Das müssen sie wieder lernen, auch und gerade in einer Koalition.

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