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vonDetlef Guertler 21.01.2017

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Na bitte, es gibt doch nicht nur Trump auf Twitter. Einige von denen, die sich erschüttert, entgeistert, entsetzt über den neuen US-Präsidenten äußerten, beteiligten sich nämlich auch an einer heute morgen von Lars Fischer ausgelösten Debatte:

Sind Menschen mit hoher formaler Bildung demokratischer? Oder ist das einer dieser Glaubenssätze?

fragte er. Und da ging es hoch her. Ist es ein Zeichen demokratischerer Gesinnung, wenn die höher Gebildeten eher für Clinton und von der Bellen stimmen als für Trump oder Hofer? Oder sind eher die (formal meist gut gebildeten) Impfgegner undemokratisch? Hatten die Akademiker Hitler zur Macht verholfen, gegen den Widerstand der formal wenig gebildeten Arbeiter? Gibt es aus politischer Sicht so etwas wie eine gute (humanistische o.ä.) Bildung – also auch eine schlechte?

Zu den vielen Antworten in der hochklassigen Debatte hatte ich auch eine beigetragen: „Weltgeschichtlich gesehen gibt’s ne starke Korrelation (wohl auch Kausalität) zwischen hoher Bildung und hoher Staatsnähe. Also sind Menschen mit hoher Bildung nicht besonders demo-kratisch – sondern besonders kratisch.“

Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob man „kratisch“ als Adjektiv für herrschaftsnah verwenden kann, aber da „kratein“ das altgriechische Wort für „herrschen“ ist, versuche ich’s mal. Einwände?

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