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vonDetlef Guertler 17.02.2017

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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In vielen Fällen ist in der Demokratie noch immer die Unterscheidung zwischen links und rechts die sinnvollste. In anderen Fällen auch die zwischen progressiv und konservativ – wobei längst nicht immer die Linken auch die Progressiven sein müssen. Aber in Zeiten, in denen die Demokratie selbst attackiert wird, wie in der Endphase von Weimar oder in Tweets von Donald Trump, wird eine andere Unterscheidung wichtiger: die zwischen Demokraten und Hassisten.

Hassismus ist bislang a) selten und b) in Programmen von Serdar Somuncu verwendet worden. Mir erscheint es ein plausibler Begriff, um Feinde der Demokratie bzw. Undemokraten zu charakterisieren. Denn bei denen ist es nicht so entscheidend, ob sie links oder rechts oder gar nicht eingeordnet sind, ob sie oben oder unten oder außerhalb der Gesellschaft stehen, ob sie was gegen Juden, Moslems, Schwule, Fremde, Frauen, Männer oder alles zusammen haben – entscheidend ist, dass sie von Hass geprägt (oder zerfressen) sind.

Mit besorgten Bürgern kann man reden. Und wenn die Ursache der Sorge beseitigt/bearbeitet wird, oder wenn sich neue Einsicht bildet, kann aus dem besorgten Bürger wieder ein normaler Bürger werden. Bei einem Hassisten hingegen hilft das nicht.

Hass ist in den vergangenen Monaten zu einer ernstzunehmenden politischen Kategorie geworden. Entsprechend hat er auch einen -ismus verdient.

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