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vonDetlef Guertler 07.04.2017

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Wenn ich es versemmle, dann kann ich es nicht so einfach entsemmeln“, schreibt eine Judith in ihrem Blog über ihren Schiss davor, die erste Naht ihres ersten selbstzumachenden Flamencokleids zu nähen.

Dabei stimmt das doch gar nicht, wie sie selber ein paar Absätze später schreibt:

„Auftrennen ist beim Nähen das, was ich am besten und saubersten kann. Ich habe jahrelange Übung darin, der Nähtrenner ist mein bester Freund.“

In diesem Fall ist es also doch ziemlich einfach: falsch genäht = versemmeln; Naht wieder auftrennen = entsemmeln.

Sicher, es geht nicht immer so leicht. Hat man bei einem Neubau-Flughafen mal die Brandschutzanlage versemmelt, kann sich das mit dem Entsemmeln ganz schön hinziehen. Aber eigentlich ist das doch ein hübsches Wörtchen, um mit gemachten Fehlern umzugehen. Immer nur auslöffeln, was man sich eingebrockt hat, ist doch auf Dauer langweilig.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2017/04/07/entsemmeln/

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