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	<title>Wortistik</title>
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	<description>Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Wahre, gute, schöne Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Und wer findet die Worte, die uns noch fehlen? Wer, wenn nicht wir? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 12 Feb 2012 17:58:28 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kopierterrorist</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 17:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Raubmordkopieren war Gestern. Heute wird terrorkopiert! UrhG dem Staatsschutz übergeben!&#8221; <a href="https://twitter.com/#!/tirsales/status/168751989138788352" target="_blank">Twitterte</a> vor zehn Minuten Bundesoberpirat Sebastian Nerz und hängte als Hashtag eben jenen #Kopierterrorist an.</p>
<p>Die erste <a href="https://twitter.com/#!/jensbethge/status/168753329319579648" target="_blank">Antwort</a> darauf kam von Jens Bethge: &#8220;Kopierterrorist &#8211; ist ein schönes Wort, das werd ich mir auf´s T-Shirt schreiben.&#8221;</p>
<p>Die zweite vom Wortisten: Kopierterrorist bzw. Kopierterrorismus sind in der Tat hervorragend geeignet, um in den Kampf gegen ACTA und andere Dreistigkeiten der Content-Mafia zu ziehen. Das kandidelt die Strategien der Geistigeigentumsschützer so über, dass es fast so aussieht, als wären Raubkopierer wirklich Robin Hoods.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1954&amp;md5=92808354cada5ff72c3c9eccb4c14420" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Politikerbewirtschaftung</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 20:40:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem A-Superplus-Blogger Don Alphonso, zu dem ich leider <a href="http://taz.de/blogs/wortistik/2007/06/23/trafficlutscher/" target="_blank">aus bekannten Gründen</a> nicht verlinken kann, sollen in seinem FAZ-Blog &#8220;Stützen der Gesellschaft&#8221; hin und wieder ordentliche Stücke gelingen, sagen nicht nur die Mitglieder seines Fanclubs. Aber ich lese den Herren ja eigentlich nicht &#8211; außer natürlich, ein Text wird mir von unverdächtiger Seite empfohlen.</p>
<p>So wie diesmal von <a href="https://twitter.com/#!/TeraEuro" target="_blank">TeraEuro</a> der heutige Wulff-Text. Und da steht doch tatsächlich das Wort &#8220;Politikerbewirtschaftung&#8221;. Ein Wort, das nicht nur mir, sondern auch Google <a href="http://www.google.de/search?q=politikerbewirtschaftung" target="_blank">neu</a> war, und das aufs Trefflichste beschreibt, was Unternehmer, Manager und Lobbyisten so mit den Politikern anstellen, die das mit sich anstellen lassen.</p>
<p>Wie wir bei einem großen niedersächsischen Konzern hinlänglich erfahren haben, gibt es solche etwas unappetitlichen Bewirtschaftungen nicht nur für Politiker, sondern auch für Betriebsräte, Journalisten und Richter. Aber die lassen sich dann ja auch nicht mehr zum Bundespräsidenten wählen.</p>
<p>******</p>
<p>Ach: Das mit der Journalisten- und Richterbewirtschaftung haben wir so noch gar nicht erfahren? Na so was! Hab&#8217; ich da etwa Wolfsburg mit Moskau verwechselt? Oder bin ich nur drei Jahre zu früh?</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1952&amp;md5=43b264a6fa30aeb5e25387cd213c3a06" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Grexit</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/02/07/grexit/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 12:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krankbank]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade frisch <a href="http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/02/07/870781/grexit/" target="_blank">erfunden</a> von Citi-Analyst Willem Buiter als Abkürzung für den Ausstieg bzw. Rausschmiss Griechenlands aus der Eurozone:<br />
<em>We raise our estimate of the likelihood of Greek exit from the eurozone (or ‘Grexit’) to 50% over the next 18 months from earlier estimates of ours which put it at 25-30%.</em><br />
Hübsch, oder? Und extrem praktisch, wenn es ums Überschriftenmachen oder Tweeten geht, da ist ja jeder Buchstabe kostbar. &lt;ironie on&gt; Nicht dass man das Wort Grexit wirklich brauchen würde, die Eurozone lässt ja niemanden aussteigen. &lt;ironie off&gt; Aber wenn doch, hat man mit dem schon bereitliegenden Wort eben eine Sorge weniger, um die man sich kümmern muss.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1950&amp;md5=cd53f07379a1df9021156ed2611cba9e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>gemöchtet</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/02/06/gemochtet/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 21:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade den Fernseher eingeschaltet, schwupps, schon sagt Ranga Yogeshwar bei &#8220;Hart aber Fair&#8221;, dass er ein neues Verb in die deutsche Sprache einführen möchte. Nämlich &#8220;Ich werde gemöchtet&#8221; &#8211; wo doch so viele Hersteller, Händler und wer auch immer versuchen, unser Unterbewusstsein zum Zwecke ihrer Profitsteigerung zu manipulieren, so dass wir gar nicht mehr wissen, was wir selber möchten, und wozu wir gemöchtet werden.</p>
<p>Das ist zwar, genau genommen (so wie Yogeshwar es gerne auch selbst oft nimmt) kein neues Verb, sondern nur eine neue Verbform, der Konjunktiv II Präteritum Passiv von mögen nämlich (wobei &#8220;möchte&#8221; zwar eigentlich Konjunktiv II Präteritum ist, laut canoonet aber in der Funktion des Indikativ Präsens <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/VollHilfModal/moegen.html" target="_blank">auftritt</a>). Aber wir wollen hier ja nicht päpstlicher sein als der <a href="http://www.google.de/search?q=Sprachpapst&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a#q=Sprachpapst&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hl=de&amp;tbo=u&amp;tbm=vid&amp;source=og&amp;sa=N&amp;tab=wv&amp;ei=yEUwT4KGNpHOsga8p6DIAw&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.,cf.osb&amp;fp=f8fb0f25d7801eff&amp;biw=1198&amp;bih=756" target="_blank">Sprachpapst</a> oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wolf-schneider-hat-jehova-gesagt/" target="_blank">kleinlicher als seine Kritiker</a>: Yogeshwars &#8220;gemöchtet&#8221; kann ganz hervorragend in allen Texten über Neuromarketing verwendet werden.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1948&amp;md5=ec5fdbc3d664a7592c4a2b25ad148181" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fiskalradikalismus</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/02/04/fiskalradikalismus/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 21:45:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schön, Herr Posener, dass auch Sie jetzt dort <a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13850740/Merkels-Sparsamkeitsregime-kann-Europa-zerstoeren.html" target="_blank">ankommen</a>, wo der eine oder andere Autor der WELT im Meinungsteil schon vergangenes Jahr <a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13463643/Merkel-beschwoert-Diktatur-der-Kraemerseelen-herauf.html" target="_blank">ankommen</a> durfte: Merkel&#8217;sche Krämerseelenpolitik im Stil der schwäbischen Hausfrau droht Europa zu zerstören.</p>
<p>(Im Wirtschaftsteil der WELT würden Sie dafür natürlich standrechtlich erschossen, aber das ist eine andere, für Deutschland und die WELT sehr traurige Geschichte).</p>
<p>Noch schöner, dass Sie diese ja schon etwas ältere <a href="http://www.changex.de/Article/rezension_guertler_entschuldigung_ich_bin_deutsch" target="_blank">Position</a> mit einem neuen Wort verbinden &#8211; dem Fiskalradikalismus nämlich. Das schafft Paul Krugman nämlich <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/" target="_blank">nie</a>.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1945&amp;md5=a0454728da2e81f96db54927dde7aadc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Elterninfantilismus</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/02/03/elterninfantilismus/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 10:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leservorschlag]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine hübsche Neuwortschöpfung des &#8220;konservativen Hardliners&#8221; <a href="http://deutsche-sprak.blogspot.com/" target="_blank">Ludwig Trepl</a> in den Kommentaren zum vorherigen Eintrag. &#8220;Nackich&#8221; sei Elterninfantilismus, meinte er &#8211; und ist damit so ziemlich der erste, der auf dieses Wort gekommen ist (<a href="http://tomsk.gov.ru/de/news/index.html?path=2011/11-25-10.html" target="_blank">es gibt da</a> bislang nur einen Google-Treffer aus der deutschen Fassung der Webseite des russischen Gebiets Tomsk, und der ist vermutlich eine Fehlübersetzung).</p>
<p>Wobei das Phänomen natürlich vielen Menschen bekannt ist: Frisch gebackene Eltern, vor allem Ersteltern, neigen dazu, in der Kommunikation wieder in Baby- und Kleinkindsprache zu verfallen &#8211; und das auch nicht nur dem Kind gegenüber, sondern auch in ganz normalen Unterhaltungen. Was halt frisch gebackene Eltern so als normale Unterhaltungen betrachten.</p>
<p>Vermutlich gibt es für dieses Phänomen auch schon irgendwelche psychologisch-pädagogischen Fachbegriffe und auch ein paar umgangssprachliche Seufzer oder Flüche (wer mag, darf sie gerne hier in den Kommentaren einwerfen) &#8211; aber der Begriff Elterninfantilismus, der das Phänomen klar und weitgehend neutral beschreibt, war noch nicht dabei. Was hiermit geändert werden soll.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1943&amp;md5=d715655202155f606705f0551070359e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>netznackig</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/02/02/netznackig/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:47:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Der Konzern profitiert ja davon, dass sich seine Kunden recht netznackig machen&#8221;, <a href="http://www.taz.de/Kommentar-Facebooks-Boersengang/!86828/" target="_blank">schreibt</a> heute Johannes Gernert in der taz über Facebook und dessen geplanten <a href="http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1326801/000119312512034517/d287954ds1.htm#toc287954_10" target="_blank">Börsengang</a>.</p>
<p>Hm. Vermutlich ist hier mit &#8220;netznackig&#8221; gemeint, dass sich Menschen im Internet im allgemeinen und bei Facebook im besonderen entblößen. Aber eben so, wie man sich im Netz entblößt, also nicht so sehr durch freigiebiges Ablegen von Textilien als vielmehr durch freigiebiges Verteilen persönlicher Daten. In der Formulierung &#8220;sich im Netz nackig machen&#8221; käme das auch sehr deutlich zum Ausdruck.</p>
<p>Aber &#8220;sich netznackig machen&#8221;? Mir sind bislang nur zwei zusammengesetzte Adjektive bekannt, die auf -nackig enden, nämlich stiernackig und pudelnackig. Wobei schon letzteres eher selten verwendet wird, die weit verbreitetere Variante heißt natürlich pudelnackt. Was vermutlich vor allem daran liegt, dass es eben &#8220;stiernackig&#8221; gibt &#8211; als vom Nacken, nicht von der Nacktheit abgeleitetes Adjektiv. Wer die Assoziation zum Nacken vermeiden möchte, behilft sich deshalb bislang meistens mit Bildungen auf -nackt.</p>
<p>Ist Gernert also ein Pionier, der einer total exhibitionierenden Gesellschaft zu vielen neuen -nackig-Adjektiven verhilft, indem er das Stiernackige und dessen Assoziationen ins Abseits drängt? Oder handelt es sich bei netznackig einfach um das falsche Adjektiv, über das Leser so sehr stolpern, dass sie es lieber nicht in ihren Wortschatz aufnehmen? Vermutlich eher Zweiteres.</p>
<p>Wobei: Es gäbe da noch eine dritte Möglichkeit für &#8220;netznackig&#8221;: Es beschreibt analog zum Stiernacken den Netznacken &#8211; was angesichts der überwiegend sitzenden oder allenfalls schlurfenden Tätigkeit von Netznomaden kein besonders ausgeprägter sein dürfte. Was vorne die Hühnerbrust, wäre dann hinten der Netznacken, und besorgte Eltern könnten ihre Kinder ermahnen: &#8220;Lunger nicht die ganze Zeit vor dem Bildschirm rum, du wirst noch ganz netznackig!&#8221;</p>
<p>Auch in dieser Bedeutung würde Facebook natürlich davon profitieren, dass seine Kunden sich ganz netznackig machen. Aber das nur am Rande.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1939&amp;md5=05c5640a8523e5b30e914b48ddf96496" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Babbeltee</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/01/30/babbeltee/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 09:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Neubewortung]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, natürlich bin ich überhaupt nicht beleidigt, dass Sprachblogger Anatol Stefanowitsch meinen Vorschlag &#8220;Haircut&#8221; für die Wahl zum <a href="http://www.anglizismusdesjahres.de/nominierungen-2011/" target="_blank">Anglizismus des Jahres</a> mit 0 von 5 Sternchen <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachwandel/2012-01-28/anglizismus-des-jahres-ferner-liefen" target="_blank">bewertet</a> hat (grmpf).</p>
<p>Und nochmals nein, es hat natürlich überhaupt keinen Zweck, sich jetzt ökonomisch mit seiner Behauptung auseinanderzusetzen, dass der &#8220;Schuldenschnitt&#8221; als deutsches Ersatzwort den Anglizismus nach 15 Minuten Ruhm verdrängt hat &#8211; es geht hier ja um die Verwendung von Wörtern, und da sehen es die meisten Schreiber wohl ähnlich wie der Hamburger Anglizistikprofessor (grmpf) Stefanowitsch.</p>
<p>Deshalb steht es natürlich in überhaupt keinem ursächlichen Zusammenhang, dass ich mich hier für &#8220;Babbeltee&#8221; als Eindeutschung jenes &#8220;Bubble Tea&#8221; ausspreche, den Stefanowitsch im gleichen Blog-Beitrag mit 4 von 5 Sternchen bewertet hat. Vorgeschlagen hat den Babbeltee eben dort in der Kommentarspalte ein etwas nerviger Sprachschützer, und zwar nach einem fast putzigen Streit über die (Un-)möglichkeit, Bubble Tea mit &#8220;Blasentee&#8221; zu übersetzen. Und selbst wenn ich noch kein einziges Mal einen Bubble Tea zu mir genommen habe, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er, sofern er die Modegetränkphase überlebt, in dieser Eindeutschung weiterleben könnte.</p>
<p>Ach ja: Wenn mein Haircut als Anglizismus des Jahres nicht in Betracht kommt, plädiere ich dafür, diese Krone dem Wort &#8220;Occupy&#8221; aufzusetzen.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1937&amp;md5=9faa443d8d1058291b9cb190da50f9e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Geschreib</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/01/24/geschreib/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 09:16:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wenn Worte meine Sprache wären&#8221;, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=RsZvjqG2lec" target="_blank">seufzt</a> Tim Bendzko. Und &#8220;Ich hab die Worte nicht, dir zu sagen, was ich fühl.&#8221;</p>
<p>Ja so etwas gibt es. Schön, wenn man das so lösen kann, dass man ein Lied schreibt.</p>
<p>Es gibt aber natürlich auch andere Fälle. Fälle, in denen man mit jemand redet, und feststellt, dass dieser Jemand durch und durch unfähig ist, sich zu dem Problem zu äußern, das der Anlass des Gesprächs war. Oder Fälle, in denen der gut gemeinte Ratschlag, ein Problem durch ein Gespräch aus der Welt zu schaffen, nur zu einem weiteren Desaster führen kann. Oder Fälle, in denen die Kommunikationsebenen so weit voneinander entfernt sind, dass eine Verständigung schlicht unmöglich ist. Und manchmal natürlich auch Fälle, in denen das alles zusammen kommt.</p>
<p>Wenn also das Gespräch keine Lösung ist &#8211; kann man es ja mal mit einem Geschreib versuchen. Wie <del>sagte</del> schrieb doch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/S#Singe_wem_Gesang_gegeben." target="_blank"><del>Ludwig Uhland</del></a> die Bloggerin <a href="http://www.frau-mutti.de/eintrag/2970.html" target="_blank">so schön</a>: Schreibe, wem Geschreib gegeben.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1934&amp;md5=0850d5356a1d3af69e8fe4282529c0d6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>wulffen</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2012/01/22/wulffen/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 21:33:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade in der Diskussion bei Günther Jauch: Was ist die korrekte Bedeutung des Verbs wulffen? Zur Auswahl stehen:</p>
<p>a) Anrufbeantworter vollquatschen</p>
<p>b) nicht wirklich lügen, aber auch nicht wirklich die Wahrheit sagen</p>
<p>c) irgendetwas mitgehen lassen, ohne dafür zu bezahlen</p>
<p>Das ist doch nun wirklich keine Frage, meine Damen und Herren. NUR b) kann die richtige Antwort sein. Denn das mit dem Anrufbeantworter ist sehr speziell und bald vergessen, das mit dem Klauen braucht kein neues Wort, da gibt&#8217;s schon genügend; aber die Konsequenz und Penetranz, mit der sich unser Noch-Bundespräsident sich an der Wahrheit vorbeilaviert hat, ist ziemlich einzigartig, sogar für Politiker.</p>
<p>Und Einzigartiges hat schon mal ein eigenes Wort verdient. Und wenn Wulff unbedingt an seinem Stuhl kleben bleiben will, sollte man ihm gleich noch sein eigenes Verb dazukleben.</p>
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