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	<title>Wortistik</title>
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	<description>Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Wahre, gute, schöne Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Und wer findet die Worte, die uns noch fehlen? Wer, wenn nicht wir? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.</description>
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		<title>Sommergrenze</title>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 05:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wir haben die Sommergrenze mal fett eingezeichnet&#8221;, schrieb gestern die <a href="http://www.unwetterzentrale.de/uwz/index.html" target="_blank">Unwetterzentrale</a> auf ihrer <a href="https://www.facebook.com/unwetterzentrale.de?fref=ts" target="_blank">Facebook-Seite</a>. Und auf der dazugehörigen Europakarte waren dann mit einem dicken roten Strich die Gebiete mit einer aktuellen Tageshöchsttemperatur ab 25 Grad von denen mit Temperaturen darunter geschieden. Zum Sommer gehörten demnach gestern Portugal, Südspanien, der halbe Balkan, die ganze Schwarzmeerregion und die Ukraine.</p>
<p>(Am Sonntag gehörte auch noch Berlin dazu. Ich war dabei.)</p>
<p>So weit der Sommer auch derzeit von Deutschland entfernt ist: Die Sommergrenze wäre eine schöne Ergänzung für die Wetterberichte der Nation. Auf einen Blick die Lage auf dem Kontinent erfasst, das hätte doch was.</p>
<p>Unter anderem hätte das viel Anregung für Ausflüge und Urlaube nach Südeuropa. Was ja auch euro-konjunkturell sehr erwünscht wäre. Die Meteorologen könnten sich also um die Rettung des Euro verdient machen, indem sie uns regelmäßig die Sommergrenze präsentieren.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2255&amp;md5=820dc5c8058e00ff33308ace3a597348" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bundesklimakammer</title>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 16:06:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Diese Broschüre verstehe ich als Antrag auf Selbstauflösung des Umweltbundesamts&#8221;, <a href="https://twitter.com/jep_/status/335715307329032193" target="_blank">schrieb</a> ich vorgestern. Und: &#8220;Erschreckend, dass das Umweltbundesamt die Rahmstorf&#8217;sche Unsitte der Schwarzen Listen übernimmt. Übles Machwerk.&#8221; Eine Bundesbehörde, die in einer (natürlich auf Staatskosten erstellten) Broschüre (&#8220;Und sie erwärmt sich doch&#8221;, verlinkt wird das Zeug nicht) einzelne Journalisten als Abweichler vom &#8220;Kenntnisstand der Klimawissenschaft&#8221; denunziert, hat jegliche Existenzberechtigung verloren.</p>
<p>Henryk M. Broder hat in der Welt hierfür das hübsche Wörtlein &#8220;Bundesklimakammer&#8221; <a href="http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article116332834/Eine-Behoerde-erklaert-die-Klimadebatte-fuer-beendet.html" target="_blank">gefunden</a>. Ich habe mich noch NIE vollinhaltlich einem Broder-Pamphlet anschließen können. Heute kann ich es.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2253&amp;md5=d3a8f984a53892e1d6250a082f17588b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zukunftsversicherung</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/05/17/zukunftsversicherung/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 22:17:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Springer CEO Mathias Döpfner besucht die &#8220;Welt&#8221;-Redaktion: &#8220;Online ist ihre Berufsversicherung, Lebensversicherung, Zukunftsversicherung&#8230;&#8221;</em></p>
<p>steht heute an der <a href="https://www.facebook.com/jep.s.page?fref=ts" target="_blank">Facebook-Pinnwand</a> von &#8220;Welt&#8221;-Chefredakteur Jan-Eric Peters, dort hingehängt von dessen Assistent Leeor Engländer.</p>
<p>Hm. Zukunftsversicherung? ZukunftsVERsicherung? Die Zukunftssicherung, ja, die ist allgemein bekannt. Aber eine Versicherung? Ist die sowas wie die Pflegeversicherung &#8211; die also dann zahlt, wenn die Zukunft was kostet? Oder so etwas wie die Lebensversicherung &#8211; die also dann zahlt, wenn die Zukunft verloren geht. Oder so etwas wie die Feuerversicherung &#8211; die also dann zahlt, wenn die Zukunft eintritt?</p>
<p>In jedem Fall aber ist eine Versicherung etwas, wofür man erst etwas bezahlen muss, bevor man dann später, unter bestimmten, vorher definierten Umständen etwas ausgezahlt bekommt. Wenn also Online die Zukunftsversicherung der Welt-Redaktion ist, dann müssen die Redakteure heute etwas dafür zahlen, dass ihnen eines Tages das Online etwas bezahlt. Oder war es nicht das Online, sondern doch der Verlag, der hier als der Versicherer auftritt? Man wird ja schon ganz wuschig.</p>
<p>Zumindest bei letzterem hilft uns Google. Das findet nämlich einen fünf Jahre alten <a href="http://www.welt.de/morgenpost/article1726190/WELT-Gruppe-schreibt-erstmals-schwarze-Zahlen.html" target="_blank">Artikel</a> aus der Welt, in dem der gleiche Döpfner auch schon einmal von der Zukunftsversicherung sprach:</p>
<p><em>Zukunftsversicherung für die Mediengruppe sei, &#8220;dass wir schon heute eine wirklich multimediale Gruppe sind.&#8221;</em></p>
<p>Und es findet einen drei Jahre alten <a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article9039387/Chinas-Hunger-ist-unsere-Zukunftsversicherung.html" target="_blank">Artikel</a> aus der Welt, wonach Chinas Hunger unsere Zukunftsversicherung sei. Womit wir dann also doch noch eine plausible Antwort auf die Frage finden, was sich der Springer-Chef bei diesem Satz eigentlich gedacht haben könnte: Das, was für uns alle der chinesische Hunger ist, ist für die Welt-Redaktion das Online.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2250&amp;md5=ada9f439dbee6a360896e3e44af7e040" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>euromantisch</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/05/15/euromantisch/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 08:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krankbank]]></category>
		<category><![CDATA[Leservorschlag]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oha, die neue Spaßpartei AfD ist offenbar doch nicht nur reaktionär und realitätsfern. Die können sich sogar neue Wörter ausdenken. So geschehen bei AfD-Beiratsmitglied Roland Vaubel, über dessen <a href="http://www.morgenweb.de/mannheim/hochschule/vwl-professor-kritisiert-merkel-scharf-1.1032971" target="_blank">Porträt</a> im &#8220;Mannheimer Morgen&#8221; Wortistik-Leser Hans-Martine gestolpert ist. Dort heißt es:</p>
<p><em>&#8220;Schäuble hat keine Ahnung von ökonomischen Zusammenhängen. Merkel erst recht nicht. Brüderle ist ein Verbändeknecht&#8221;, kritisiert der VWL-Professor. &#8220;Viele Menschen in der Politik sind euromantisch veranlagt und handeln realitätsfern.&#8221;</em></p>
<p>Mal ganz unabhängig von der Frage, was für ein Realitätsbild VWL-Professoren so haben: Ist nicht gerade das Heraufbeschwören einer guten alten EWG-Zeit, als noch jeder seine eigene Währung hatte und nur für sich selbst verantwortlich war, Romantik pur?</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2248&amp;md5=e0530747bf6e82b1a8e26e2b1dbc0cc5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>humanprogressiv</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/05/11/humanprogressiv/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 17:15:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ist aber auch was los gerade auf dem Piraten-Bundesparteitag. Lauer droht mit Spaltung, Ponader ist endlich, endlich abgetreten, Nachfolgerin Nocun bekommt sofort das Etikett Piraten-Prinzessin aufgeklebt (zuerst von Zeit Online, wird behauptet), Club-Mate ist alle und dann doch wieder da, für Lebensmittel soll die Mehrwertsteuer erhöht werden, alles Banane eben; man kennt das ja.</p>
<p>Aber dann, immerhin, ein Neuwort. &#8220;Mehr Neologismen wagisieren&#8221;, <a href="https://twitter.com/bocki_nbg/status/333258119314546688" target="_blank">tönt</a> es aus der Timeline, als der NRW-Landtagsabgeordnete <a href="https://twitter.com/Nick_Haflinger" target="_blank">Joachim Paul</a> meint, die Piraten sollten mehr planetarisch und &#8220;humanprogressiv&#8221; <a href="https://twitter.com/PParzival/status/333257889504448513" target="_blank">denken</a>.</p>
<p>Das klänge nach &#8220;fiesen ansteckenden Krankheiten&#8221;, <a href="https://twitter.com/zulu9/status/333258355466436608" target="_blank">meint</a> ein sich &#8220;Thomas&#8221; nennender Pirat, eine Auffassung, der wir uns hier ausdrücklich nicht anschließen. Aber wonach &#8220;humanprogressiv&#8221; nun so genau klingt, und was es bedeuten soll, ist nicht so klar. Irgendetwas transhuman-esoterisches? Oder etwas christlich-jenseitiges, weil ja das Fortschreiten jenseits des Humanen eher postmortal passiert? Oder eher so etwas linksliberales, wo man gleichzeitig human und progressiv ist? Oder eher so etwas sozialökologisches, wo der Fortschritt nur dann akzeptiert wird, wenn er dem Menschen dient? Oder ist vielleicht sogar genau das alles gemeint &#8211; die Prägung eines Begriffs, den sowohl die Christen als auch die Liberalen als auch die Sozialen als auch die Ökologischen akzeptieren können, um die große inhaltliche Spannweite der Piraten-Programmatik deutlich zu machen?</p>
<p>Na, das wäre denn doch etwas viel Kalkül unterstellt: Sooo weit denken auch Piraten-Fraktionsvorsitzende wohl nicht. Aber man könnte das doch prima für den (eh schon verlorenen) Wahlkampf verwenden: Piraten &#8211; die Humanprogressiven. Toll, oder?</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2246&amp;md5=350b8563f74baad1e8d43bb4c6300b8a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Heiratsstrafe</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/05/11/heiratsstrafe/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 07:27:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das, was ist, muss auch beschrieben werden können. Und je mehr und je häufiger es die Menschen betrifft, desto wahrscheinlicher ist es, dass es dafür dann auch ein eigenes Wort gibt. In Kolumbien beispielsweise muss es Anfang der 90er Jahre ein Wort für nächtliche Ausweiskontrollen und Leibesvisitationen gegeben haben, denn mit genau diesem einen Wort wurden wir damals auf einer Busfahrt geweckt und alle wussten sofort, worum es ging, stiegen gähnend aus und ließen sich von den Polizisten durchsuchen. Wie das Wort hieß, weiß ich leider nicht mehr &#8211; es war drei Uhr morgens, und es ist mehr als 20 Jahre her.</p>
<p>Aber man muss gar nicht so weit fahren, um auf merkwürdige Begriffe für merkwürdige Sachverhalte zu stoßen. Bei mir reichte gestern eine Fahrt nach Biel, wo in einem ganz normalen Gespräch mit ganz normalen Bürgern völlig selbstverständlich und von allen das Wort &#8220;Heiratsstrafe&#8221; verwendet wurde. Jedem Schweizer sicherlich ein Begriff, aber allen Nichtschweizern wohl kaum. Dieses Wort, das ja so klingt, als würde man in der Schweiz fürs Heiraten bestraft, bedeutet auch &#8211; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heiratsstrafe" target="_blank">genau das</a>. Aus mir immer noch nicht klar gewordenen Gründen werden in der Tat viele Schweizer Paare steuerlich und bei der Altersrente SCHLECHTER gestellt, wenn sie heiraten. Diese Differenz kann pro Jahr bis zu ein Monatseinkommen ausmachen!</p>
<p>Der Staat BENACHTEILIGT also die Ehe und fördert das Konkubinat (was wiederum in der Schweiz das ganz normale Wort für unverheiratetes Zusammenleben ist). Und das seit Jahrzehnten! Und das oberste Bundesgericht hat das nicht etwa strikt verboten, sondern nur eine Obergrenze für die maximale Diskriminierung gezogen. Im Jahr 1994. Und dann dem Staat 15 Jahre Zeit gelassen, um die Steuergesetzgebung entsprechend anzupassen. Und mit der seither geltenden Neuregelung liegt jetzt die theoretisch mögliche maximale Diskriminierung immer noch beim ACHTFACHEN dieser vor fast 20 Jahren höchstrichterlich gezogenen Obergrenze.</p>
<p>Auf sowas kämen in Deutschland nicht mal die Piraten.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2243&amp;md5=6ec877f4679d9429e42d87bc766346d5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Europatag</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/05/08/europatag/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 22:51:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Land hat seinen Nationalfeiertag. Gerne den Tag der Staatsgründung (wie den 3. Oktober in Deutschland) oder der Unabhängigkeiterklärung, oder der Königskrönung, oder ein (in der Regel erfolgreiches) Kriegsende. Vereinzelt nehmen Staaten ihr nationales Fest auch etwas lässiger, so wie die Jamaikaner, die arbeitnehmerfreundlich am ersten Montag im August feiern, oder die Inder, die sich gleich drei Nationalfeiertage gönnen: den 26. Januar (Inkrafttreten der Verfassung), den 15. August (Unabhängigkeit von Großbritannien) und den 2. Oktober (Geburtstag Mahatma Gandhis), aber in der Regel gilt: ein Ereignis, ein fester Feiertag. Das älteste nationalfeiernde Ereignis in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Nationalfeiertagen" target="_blank">Wikipedia-Liste der Nationalfeiertage</a> ist die Gründung San Marinos (am 3. September 301), das jüngste die Unabhängigkeit des Südsudan (am 9. Juli 2011). Es sei denn, man nimmt den Vatikanstaat mit in die Wertung, dann wäre der 19. März 2013 der jüngste &#8211; die Amtseinführung von Papst Franziskus.</p>
<p>Wenn wir jetzt gerade mit irgendwie halbvoller Kraft voraus auf die Europäische Republik zusteuern, kann man sich ja mal Gedanken darüber machen, welcher Tag denn der Feiertag dieses Gebildes sein könnte. Zwei eher laue Anlässe werden bislang als &#8220;Europatag&#8221; geführt:</p>
<p>- der 5. Mai, wegen der Unterzeichnung der Satzung des Europarates am 5.5. 1949</p>
<p>- der 9. Mai, weil an diesem Tag im Jahr 1950 der französische Außenminister Robert Schuman in einer Rede die Gründung der Montanunion vorschlug, des Vorläufers der Europäischen Union.</p>
<p>Nun ja, beides ziemlich blutleer, nicht wahr? Zwei weitere, deutlich ernst zu nehmendere Kandidaten bieten sich zusätzlich an:</p>
<p>- Der 8. Mai (1945) als europäisches Ende des 2. Weltkriegs. Erst die verheerende Zerstörung in jenem Krieg hat den Europäern ja klar gemacht, dass ihre Zukunft nur in Kooperation und Einigkeit liegen kann.</p>
<p>- Der 25. März (1957) als Tag der Unterzeichnung der Römischen Verträge, der juristische Gründungsakt jenes Gebildes, aus dem viele Transformationen später die heutige Europäische Union wurde und vielleicht eines Tages die Vereinigten Staaten von Europa werden.</p>
<p>Natürlich gibt es noch weitere mögliche Ereignisse, die allerdings erst in der Zukunft liegen: der Beginn des Aufstands der europäischen Völker gegen die bornierte Engstirnigkeit ihrer nationalen Regierungen (ohne eine solche Erhebung wird das mit Europa nix), und, logisch, der Tag der Proklamation der Vereinigten Staaten von Europa.</p>
<p>Aber auf dem Weg dahin könnte man ja schon einmal mit einem provisorischen Europafeiertag anfangen – so wie ja auch der 17. Juni lange Jahre der provisorische westdeutsche Nationalfeiertag war. Und da bürokratische Akte wie die Römischen Verträge nicht wirklich auf dem Weg zur Einheit mobilisieren können, sehe ich da nur eine Möglichkeit: die Proklamation des <a href="http://webarchiv.bundestag.de/archive/2007/0525/geschichte/parlhist/dokumente/dok08.html" target="_blank">8. Mai</a> zum Tag der Europäischen Einheit.</p>
<p>Anmerkung 1: Ein weitgehend wortgleicher Beitrag wurde hier am 3. Oktober 2011 unter der Überschrift <a title="Kontinentalfeiertag" href="http://blogs.taz.de/wortistik/2011/10/03/kontinentalfeiertag/" target="_blank">Kontinentalfeiertag</a> veröffentlicht. Falls Sie das damals verpasst haben, es lohnt sich noch einzusteigen.</p>
<p>Anmerkung 2: Den Vorschlag, den 8. Mai zum Europatag zu machen, möchte ich heute abend ab 22.30 Uhr auch bei &#8220;log in&#8221; einbringen, der interaktivsten Talkshow des deutschen Fernsehens, bei ZDF info. Dort werde ich zum Thema <a href="http://blog.zdf.de/zdflogin/2013/05/07/8847/" target="_blank">&#8220;Ist Deutschland in Europa zu dominant?&#8221;</a> mitdiskutieren &#8211; und die bedingungslose Kapitulation Nazideutschlands als gesamteuropäischer Feiertag könnte hierzulande ein gutes Stück Demut bewirken.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2240&amp;md5=e22de77951e5f636973f716d6f2d499a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lernstück</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/04/27/lernstuck/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 13:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hach, ist das schön, wenn der Fußball in die Hände der Feuilletonisten fällt. Wie bei <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/der-fall-hoeness-ulis-schmerzmittel-12163944.html" target="_blank">&#8220;Ulis Schmerzmittel&#8221;</a> von Michael Horeni in der FAZ. Da heißt es dann nämlich:</p>
<p><em>Nichts ist mehr wie vorher.</em><br />
<em>Der FC Bayern ist die leibhaftig gewordene Idee von Hoeneß.</em><br />
<em>Die Bayern schlugen zurück. Auf eine neue, aber auch auf die alte Hoeneß-Art.</em><br />
<em>Man kann sich für den Bayern-Macher Hoeneß auch keine größere Strafe vorstellen, wie sie die Fußball-Götter ersonnen haben.</em><br />
<em>Die Deutschen müssen nicht die besseren Spanier werden, um zu gewinnen, sondern ihre fußballkulturellen Stärken klug erneuern.</em><br />
<em>Diese Tage waren nicht nur ein Lehrstück durch den deutschen Fußball, sie waren auch ein Lernstück für den deutschen Fußball.</em></p>
<p>Ah ja: ein Lernstück. Auf neue, aber auch alte Art, von den Fußball-Göttern ersonnen, um deutsche fußballkulturelle Stärken klug zu erneuern. Schön.</p>
<p>Aber was soll das jetzt den deutschen Fußball ganz konkret lernen? Dass man sich zwar Geld von seinem zukünftigen Sponsor geben lassen soll, um mit dessen Aktien zu spekulieren, dass man zwar seine Gewinne dem Finanzamt verheimlichen soll &#8211; aber dass man sich weder beim Insider-Trading noch bei Untreue noch bei Steuerhinterziehung erwischen lassen soll? Gute Idee. Dann wäre wirklich &#8220;nichts mehr wie vorher&#8221;.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2236&amp;md5=031bb42cb3e2531781c603a921adb363" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gerechtigkeitswüste</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/04/14/gerechtigkeitswuste/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 18:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Steueroasen sind Gerechtigkeitswüsten&#8221;, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/steinbrueck-schwoert-spd-auf-harten-wahlkampf-ein-a-894271.html" target="_blank">sagte</a> Peer Steinbrück heute beim Wahlkampfparteitag der SPD (und schrieb es auch schon in eine <a href="http://www.spd.de/presse/Pressemitteilungen/94898/20130408_8-punkte-plan_peer_steinbrueck.html" target="_blank">Pressemeldung</a> vom 8. April).</p>
<p>Starker Satz, nicht wahr? Und starkes Wort. Und endlich mal kein Fettnapf!</p>
<p>Obwohl: Wie war das noch mal mit den Wüsten?</p>
<p>Eine Sandwüste ist &#8211; voller Sand. Viel zu viel Sand, und nichts anderes.<br />
Eine Eiswüste ist &#8211; voller Eis. Viel zu viel Eis, und nichts anderes.<br />
Eine Steinwüste ist &#8211; voller Steine. Viel zu viel Steine, und nichts anderes.<br />
Und eine Gerechtigkeitswüste wäre folglich &#8211; voller Gerechtigkeit. Viel zu viel Gerechtigkeit, und nichts anderes.</p>
<p>Hat das der Steinbrück wirklich so gemeint?</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2234&amp;md5=834a26a815c7ed67d8cd264bfc4ed6ef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Würstchenjournalismus</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2013/04/10/wurstchenjournalismus/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 09:28:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Ist das nicht vielleicht Würstchenjournalismus?&#8221;,</em></p>
<p>lässt Thomas Hillenbrand einen imaginierten &#8220;Zeit&#8221;-Redakteur <a href="http://beratersprech.de/2013/04/10/wurstchenjournalismus/" target="_blank">sich selbst fragen</a>. Die Frage, so stellt es sich Hillenbrand vor, könnte in jenem schicksalhaften Moment gestellt worden sein, nachdem jener Redakteur auf der Webseite <a href="http://beratersprech.de" target="_blank">beratersprech.de</a> lustige Sprüche von Unternehmensberatern gefunden hatte, und bevor er mit diesen einfach das Layout eines Zeit-Artikels bestückte. In der Hillenbrand&#8217;schen Imagination:</p>
<p><em>&#8220;Du willst schon zum Layout rennen und ein Scribble machen lassen, da beschleichen Dich Zweifel, ob Du die Inhalte von Beratersprech.de einfach kopieren und in deiner Zeitung verwursten darfst. Ist das nicht vielleicht Würstchenjournalismus? Weil, so Copyright irgendwie? Das Konzept ist Dir nicht völlig fremd. Du weißt, dass der Zeitverlag, bei dem Du beschäftigt bist, bei seinen eigenen Inhalten relativ humorfrei ist. Journalistenverbände haben sich bitterlich über “Die Zeit” beschwert, als Ihr seinerzeit <a href="http://www.ifross.org/en/artikel/lg-hamburg-kippt-autorenvertraege-des-zeit-verlags">von Euren freien Mitarbeitern extrem umfängliche Verwertungsrechte haben wolltet</a>. Aber Du könntest die Sprüche so gut brauchen! Und außerdem geht es ja hier nicht um “richtige” gedruckte Inhalte. Sondern um so Zeugs im Internet. Dafür gelten doch wohl andere Regeln?&#8221;</em></p>
<p>Weshalb am Ende die Würstchenjournalismus-Frage entweder gar nicht gestellt oder doch verwurstungsmäßig beantwortet wurde – so dass einige der beratersprech-Sprüche ohne Quellenangabe oder Genehmigung oder ähnliches in der <a href="http://www.zeit.de/2013/14/index" target="_blank">Zeit vom 27. März 2013</a> abgedruckt wurden. (Hillenbrands Gedanke, ein Redakteur des Chancen-Teils der Zeit könnte beim Denken auf ein völlig neues Wort kommen, ist natürlich vollkommen abwegig, aber das nur nebenbei.)</p>
<p>Arme Würstchen, die fremde Federn verwursten, betreiben Würstchenjournalismus, wäre folglich eine passende Definition für dieses Neuwort. In der Doppelfunktion der Bezeichnung von Contentklau und Nichtigkeit ein sehr brauchbarer Begriff. Für die schweren Fälle von Contentklau sollten ja auch weiterhin schwerere Begriffsgeschütze (wie Plagiat) aufgefahren werden. Falls jemand Interesse hat, sich in Zukunft intensiver um die Würstchen zu kümmern: Die Adresse wuerstchenjournalismus.de ist noch zu haben.</p>
<p>P.S.: Auf dieser komischen Internet-Seite mit den kostenlosen Berater-Sprüchen stand übrigens (da, wo es hingehört, im <a href="http://beratersprech.de/about/" target="_blank">Impressum</a> unter der Überschrift &#8220;Urheberrecht&#8221;, seit Jahr und Tag der Hinweis:</p>
<p><em>&#8220;Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet.&#8221;</em></p>
<p>Da dies offenbar nicht ausdrücklich genug war, um den Textklau zu verhindern, hat Hillenbrand jetzt sprachlich aufgerüstet. Und hinzugefügt:</p>
<p><em>&#8220;Wenn Ihr Beratersprech-Inhalte republizieren oder weiterverwenden wollt, dann schreibt mir vorab eine Mail (ich bin da weder schwierig noch gierig). Allen Leuten, die meinen, Inhalte im Internet seien irgendwie umsonst und frei kopierbar, schickt Legal gerne ein 101 des deutschen Urheberrechts und ein C&amp;D.&#8221;</em></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=2231&amp;md5=62d691a6f9b09ffc21f86773573cb588" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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