22.01.2009 von Detlef Guertler
Mileurista ist spanisch, und der Begriff für Erwerbstätige, die nicht mehr als 1000 Euro im Monat verdienen (wie in diesem Blog auch bereits beschrieben und eingedeutscht). Milwortista ist ein daran angelehnter Hispanizismus (sagt man das so?) für Blogger, die nicht mehr als 1000 neue Wörter gefunden haben.
Womit dieses Wort eigentlich im Moment des Aufschreibens zum Unwort wird, da es sich um das tausendste in diesem Blog handelt. Weshalb es in diesem Fall auch kein Drama wäre, wenn sich das Wort nicht über diesen Eintrag hinaus verbreiten sollte.
Zur Feier des Anlasses erlaube ich mir etwas von dem, was sonst in diesem Blog nichts zu suchen hat (sollten Sie es doch an der einen oder anderen Stelle gefunden haben, dürfen Sie es gerne behalten): Selbstbespiegelung, Ichbezogenheit, Behelligung der Menschheit mit Persönlichkeitsfixierung: Warum mache ich das überhaupt und wie geht es mir dabei?
Aber zuerst ein wenig Statistik:
1000… weiter lesen
24.04.2007 von Detlef Guertler
Hallo Wortist,
schreibt Kaishakunin,
schon das Interview in der heutigen Zeit gesehen?
ZEIT online 24.4.2007 – 15:40 Uhr
Mrozeks Liste
Wörter wie “knorke” und “Bandsalat” sind vom Aussterben bedroht, meint Bodo Mrozek. Schon 3000 solcher Wörter hat er gesammelt. Gespräch mit einem Wortbestatter
Das verdient doch Unterstützung, oder?
Vielen Dank für den Hinweis, lieber Kaishakunin. Da die Zeit nicht zu meinen regelmäßigen Lektüren gehört (das zu erklären wäre eine lange Geschichte, die nicht nur mit Giovanni di Lorenzo zu tun hat), entgeht mir so was schon mal. Unterstützung verdient hierbei vor allem das Wort “Wortbestatter”, das offensichtlich von der Zeit-Redaktion speziell für diesen Anlass erfunden wurde, jedenfalls bei Google keine weiteren Treffer produziert.
Allerdings ist Mrozek mitnichten ein Wortbestatter, da er ja gerade nicht die Absicht hat, ein Wort unter die Erde bzw. in Vergessenheit zu bringen, sondern ganz im Gegenteil diese retten möchte –… weiter lesen
26.01.2007 von Detlef Guertler
Wer immer noch nicht verstanden hat, warum deutsche Werbung in der Regel so furchtbar fantasielos ist, sollte zur Anschauung mal bei der Werbeagentur mannbeissthund vorbeischauen, die diese Woche auf die genial fantasiefantastische Idee gekommen ist, das Wort Fisimatenten vor dem Exitus retten zu wollen, den es auch sonst gar nicht erleben wird, sondern den ihm nur Bodo Mrozek angedichtet hat.
Hey, liebe Werber: Wie wär’s statt dessen, sich mal um neue Wörter zu kümmern? Es gibt schon so viele Denkmalschützer der deutschen Sprache, einige davon sogar durchaus sympathisch, warum muss sich jetzt auch noch die sogenannte Kreativ-Branche für die Rettung jahrhundertealter Wörter verantwortlich fühlen? Na, weil es sich um ein Unternehmen aus der deutschen Kreativ-Branche handelt, und in Deutschland gilt es eben schon als kreativ, wenn man Fachwerkhäusern ihr Fachwerk bewahrt.
07.01.2007 von Detlef Guertler
Im Hitlerblog auf dieses Wörtchen gestoßen, das mir zwar seit jeher ausnehmend gut gefällt, aber so geschrieben äußerst fremd vorkam. Das Wort schreibt man doch nicht Bohai, dachte ich mir, sondern … Da merkte ich erst, dass ich dieses Wort offensichtlich noch nie geschrieben, sondern immer nur gesprochen habe.
Ja, wie schreibt man dieses große Aufhebens, Gelärms, das um eine Sache gemacht wird, die das gar nicht wert ist (sonst hieße es ja Debatte oder Konflikt)? Auch der Duden ist sich nicht sicher, sondern lässt sowohl Buhei (Haupteintrag) als auch Bohei zu, weil er meint, dass das Wort wohl irgendwo im rhein- oder münsterländischen aus den beiden Ausrufen Bu und Hei entstanden sei.
Das Hitlerblog’sche Bohai erlaubt der Duden zwar nicht, aber bei so unklarer Herkunft können wir ja auch neben dem Duden noch Google für die real existierenden Verwendungshäufigkeiten der Bohai-Schreibweisen konsultieren. Hier die Rangliste der acht… weiter lesen
15.10.2006 von Detlef Guertler
Leser Marc Gerke ist auf einen unglaublichen Fall von Duden-Hochmut gestoßen. Wenn ich seine Angaben nicht soeben selber nachgeprüft hätte, würde ich es nicht glauben, dass der Duden tatsächlich nur die eine, mir völlig fremde Schreibweise von Schmand zulässt. Aber lesen Sie selbst, was Gerke mir schrieb:
“Das Wort “Schmant” (= Sauerrahm, Sahne) wird laut Duden im Deutschen in 99% aller Fälle unkorrekt “Schmand” geschrieben. [google-Verhältnis Schmant zu Schmand: 19.100 zu 519.000 Einträgen] = 96,5% zugunsten der
unkorrekten Schreibweise. Was für ein Grund kann also die Duden-Gralshüter dazu bewegen, auf der extrem unpopulären und nicht verbreiteten t-Schreibweise zu beharren? Die Ethymologie oder Sprachgeschichte? Diese Aspekte würden eher
dagegensprechen, da das Wort lt. Duden von mniederd. “smand” abgeleitet ist.
Die Aussprache? Kann auch nicht sein, da das End-d im Deutschen sowieso immer wie /t/ ausgesprochen wird (Auslaut-Verhärtung) und diese Schreibweise also mit den deutschen Grammatikregeln voll und ganz… weiter lesen
28.08.2006 von Detlef Guertler
Plötzlich und für uns alle unerwartet hat im heißesten Juli seit Menschengedenken das doch so ansehnliche Wörtchen “wohlgestalt” sein Leben ausgehaucht. Im “Großen Wörterbuch der Deutschen Sprache”, Ausgabe letzter Hand, ist es noch als ” (geh. veraltend): wohlgestaltet” aufgeführt. Es ging ihm also da schon nicht gut, aber noch steckte Leben in seinen zarten Konsonanten, noch kämpfte es um seine Daseinsberechtigung im großen Biotop der Deutschen Sprache. Ach, hätten wir geahnt, dass herzlose Redakteure ihm ans Leben wollten, wir hätten es geherzt und geküsst, in jeder Kolumne, jeder Glosse, jeder Reportage ein wohlgestalt untergebracht, hätten Freunde, Nachbarn und Landsleute zur Rettungsaktion aufgerufen – wohlgestalt darf nicht sterben! Aber, ach!, zu spät, du rettest das Wort nicht mehr: Der Duden hat brutalstmöglich zugeschlagen. In der neuesten Ausgabe ist der Gesamteintrag auf zwei Wörter verkürzt: “wohl|ge|stalt (veraltet)”. Kein Hoffnungsschimmer, keine lebensverlängernden Maßnahmen, wohlgestalt liegt im Wachkoma und wann hätte man je gehört,… weiter lesen
26.08.2006 von Detlef Guertler
In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben V, W, X, Y und Z:
vaporisieren
verabfolgen
verbaliter
Verbrecheralbum
Verderbnis
verdonnert
verkamisolen
vermahnen
vermaledeien
Vernünftelei
Vernünftler
verpönen
Verschleißer
Versöhnler
verwichen
Vettel
Volant
vorbezeichnet
vordem
vorwalten
wacker
waffenfähig
Waffengang
Wagehals
Wagenschlag
wahrlich
wallfahrten
Weißzeug
wertschätzen
wessentwillen
widerraten
widerschallen
Wiederkunft
Wiesengrund
Wildschütz
Willen
Windsbraut
wohlan
wohlfeil
wohlgeraten
wonniglich
Wundarzt
zeihen
ziemen
Zöllner
zum Exempel
zuvörderst
zwiefach
zwiefältig
Hiermit ist die Rote Liste der Deutschen Sprache vollständig. Die gesamte Liste auf einen Schlag gibt es hier.
25.08.2006 von Detlef Guertler
In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben T und U:
Tambour
Tanzplatz
Tatarenmeldung
taubstumm
Taubstumme
Tort
tragieren
treulich
Triplik
Trunksucht
tugendsam
tunlich
Überhebung
überkleiden
Überkleidung
übermachen
überquer
übersichtig
Überstrumpf
Ungebühr
Ungefähr
ungeschicklich
unkeusch
unpass
Unschlitt
unserthalben
unstetig
unsträflich
untertan
untunlich
unvermerkt
unziemlich
24.08.2006 von Detlef Guertler
In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben R und S:
Ränke
Ränkeschmied
Ranküne
Räson
Räsonnement
rätlich
ratschlagen
Rauschebart
rechtschaffen
Reflektant
Releasecenter
Remedur
Remise
Renkontre
Republikanismus
respektierlich
ressortieren
revalieren
Revenue
Riester
Saufaus
Säumnis
Scharteke
Scharwenzel
schau
Scheelsucht
scheelsüchtig
Scherflein
schiefmäulig
schirmen
schlankerhand
Schlotbaron
schmälen
schmalten
Schmalvieh
Schmaus
schmausen
Schmauserei
schmeidigen
Schmutzian
schnafte
Schnäuztuch
Schnitter
schnurrig
schockant
Schöpfe
Schranne
Schrenz
Schurkenstreich
Schutz-und-Trutz-Bündnis
Schwadroneur
Schwärzer
Seelenhirt
Seelenkunde
Seim
seimig
seinethalben
Sekunda
Sendbote
Separation
siech
silhouettieren
sittsam
skandalisieren
Skribent
skrupulös
soigniert
solenn
Solennität
Sommerfrische
sorglich
Spezerei
spinös
spitzig
splendid
spornen
Sprachkunde
spreiten
Spritzenhaus
Sprossung
Spülicht
Stallknecht
Stallmagd
Stelldichein
Stete
Stetheit
strängen
Streitmacht
Stutzer
Sweater
23.08.2006 von Detlef Guertler
In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben P und Q:
Pardel
parlieren
Parole d’Honneur
pascholl
Pasquill
Pauperismus
pazifizieren
Pelerine
Permission
permittieren
Perseveranz
Pfahlbürger
Pfeffersack
Pflastertreter
Pilke
Pilzkopf
Pläsier
Poem
polyfonisch
Pönitent
Pönitenz
Pönitenziar
Poseur
Postarbeit
poussieren
präsentabel
Predigtstuhl
privatim
protzenhaft
querüber
Quinta