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	<title>Wortistik &#187; Kindermund</title>
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	<description>Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Wahre, gute, schöne Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Und wer findet die Worte, die uns noch fehlen? Wer, wenn nicht wir? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 12 Feb 2012 17:58:28 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Nahseher</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 21:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Nichts los hier im Nahsehprogramm&#8221;, quengelt Leonie, 16, gerade. Mindestens fünf Minuten lang ist niemand mehr durch jene kleine Gasse Calle Buitrago in Marbellas Altstadt gelaufen, die man vom Esstisch in unserer neuen Wohnung so gut im Blick hat &#8211; vor allem, wenn man direkt vor dem Kamin sitzt.</p>
<p>Nach zwei Wochen mitten in der Altstadt bekommen wir langsam ein Gefühl für den Rhythmus der Gasse. Jeden Morgen gegen acht Uhr fegt die städtische Reinigungskraft hier entlang; eine gute Stunde später stellen die Jungs von der Churreria ihre Stühle raus, bald danach donnert der erste Fußball an das Gitter unseres Wohnzimmerfensters (in der Schulzeit hoffentlich erst später), und das alte Ehepaar von nebenan schlurft spazieren. Das Abendprogramm schließlich läutet David ein, wenn er sich gegen 21 Uhr zur Arbeit in seine Bar „Barbella“ begibt (Es kann gar nicht illegal sein, wenn ich ihn dort mit unseren minderjährigen Kindern besuche, weil David ja das Jugendschutzgesetz gar nicht kennt). Viele Menschen, die wir die Gasse entlang gehen sehen, schauen auch bei uns hinein, manche glotzen, manche winken – wenn uns danach ist, winken wir zurück, noch dabei, uns in unsere neue Rolle als Altstadtbewohner hineinzufinden.</p>
<p>Ja, es ist eigentlich nur ein Fenster zur Straße hinaus. Aber Menschen, die sich daran gewöhnt haben, ständig auf irgendwelche Bildschirme zwischen iPhone und Flatscreen-Größe zu schauen und dabei Menschen in aller Welt zu begegnen (natürlich hat sich Leonie auch nicht bei mir über das Nahsehprogramm beschwert, sondern bei Facebook), dürfen das Fenster auch gerne &#8220;Nahseher&#8221; nennen &#8211; als Fenster zu jenem wirklichen Leben, das nicht nur in sichtbarer, sondern auch in greifbarer Nähe ist.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1908&amp;md5=84b37381b082076baa182c372e8bf156" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stress-Ruhe-Balance</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 22:28:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Clemens, denk dran, du musst um 10 bei der Chorprobe sein!&#8221; Clemens putzt seine Zähne, als hätte er alle Zeit der Welt. Noch nie in seinem zehneinhalbjährigen Leben hat er sich so viel Zeit dabei gelassen, scheint mir. Als er wieder bei mir in der Küche vorbeikommt, hat er immerhin schon seinen Jacke an &#8211; aber noch keinen einzigen Schuh. &#8220;Clemens, deine Schuhe!&#8221; &#8211; &#8220;Ja ja.&#8221; Greift sich den ersten Schuh, schlüpft hinein und wirft mir ein &#8220;Bring&#8217; mich nicht aus meiner Stress-Ruhe-Balance&#8221; zu.</p>
<p>&#8220;Deine was bitte?&#8221; &#8211; &#8220;Meine Stress-Ruhe-Balance&#8221;, sagt Clemens, und greift sich den zweiten Schuh. &#8220;Mal hat man Stress, mal hat man Ruhe.&#8221; Spricht&#8217;s, und schlendert zum Fahrstuhl.</p>
<p>Stress-Ruhe-Balance? Mal abgesehen davon, dass ich mich nicht erinnere, meinen Sohn jemals im Stress erlebt zu haben, scheint mir dieser Begriff eine extrem gelungene Übersetzung der denglischen Work-Life-Balance zu sein. Denn diese leidet erstens darunter, dass sie sich nicht wirklich wörtlich übersetzen lässt: Arbeit-Leben-Gleichgewicht klingt ja ziemlich dämlich. Und zweitens darunter, dass sie etwas trennt, was längst nicht mehr zu trennen ist, nämlich Arbeit und Leben. Ein Bild, ja fast schon ein Klischee aus dem langsam verblassenden Industriezeitalter, als es sich hier tatsächlich um klar voneinander abgegrenzte Zeitabschnitte handelte. Heute verwischt sich das, und das Problem mit der Work-Life-Balance ist ja nicht so sehr, ob man gerade erwerbsarbeitet oder nicht, sondern wie sehr einen das Arbeitsleben auffrisst. Dafür haben wir aber schon lange das Wort Stress eingebürgert &#8211; so dass die Stress-Ruhe-Balance sowohl eine korrekte Übersetzung von Work-Life-Balance ist, als auch diese transzendiert, indem sie den Stress von der Erwerbs-Dimension abstrahiert.</p>
<p>Möglicherweise konnte diese Übersetzung ja nur jemand finden, der noch nie etwas von Work-Life-Balance gehört hat und auch noch nie Erwerbsarbeit leistete. Danke, Clemens.</p>
<p>&#8220;Warst du eigentlich noch rechtzeitig bei der Chorprobe?&#8221;, frage ich Clemens, nachdem ich am Abend von der ersten Hälfte meiner Wochenendschicht aus dem Büro zurückgekommen bin. &#8220;Ja, gerade so&#8221;, antwortet er, und widmet sich wieder seiner Herausforderung, seinen Joghurt mit nur einer Hand zu öffnen und auszulöffeln, damit er ohne Pause weiter in seinem Donald-Duck-Buch lesen kann.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1879&amp;md5=35ae050af653fe9be8bee758740301ec" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>weltbeliebt</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 14:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Justin Bieber – &#8220;der ist ja weltbeliebt&#8221;, sagt Clemens, 10. &#8220;Weltbeliebt?&#8221;, frage ich. &#8220;Ja, weltbeliebt&#8221;, antwortet Clemens. &#8220;Hm, das Wort ist mir neu&#8221;, meine ich. &#8220;Aber braucht man das überhaupt, wo es doch schon weltbekannt und weltberühmt gibt?&#8221; &#8211; &#8220;Na klar&#8221;, sagt Clemens, &#8220;es gibt ja Leute, die weltbekannt sind, aber nicht weltbeliebt. Hitler zum Beispiel. &#8230; Da hättest du auch selber drauf kommen können &#8211; du bist doch Deutscher.&#8221;</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1726&amp;md5=6bca038ab58f1d5da40f752d9390a0d7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>notgezwungen</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2011/04/19/notgezwungen/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 18:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Und? habt ihr Fußball gespielt?&#8221;, frage ich Clemens, als ich ihn abends bei Nico abhole. &#8220;Nicht viel&#8221;, antwortet er: &#8220;Wir waren auf dem Sportplatz, aber dann hat es angefangen zu regnen, und wir mussten notgezwungen wieder zurück.&#8221; Nicht notgedrungen: notgezwungen.</p>
<p>Und eigentlich hat Clemens ja recht: Die Not zwingt einen wesentlich eher, als dass sie einen drängt. Gier, Liebe, Heimweh und ein paar andere Gefühle können ganz schön drängen – giergedrungen wäre also durchaus in Ordnung. Aber notgedrungen? Holpert inhaltlich. Notgezwungen hingegen ist inhaltlich sauber, holpert uns aber sprachlich, weil wir das Wort nicht kennen.</p>
<p>Aber wie sagte doch schon Goethe über das Land, wo die Zitronen blühn: Du kennst es nicht? Du wirst es kennen lernen.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1668&amp;md5=c9593c68a5503df07a25959d9ec0c176" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>expertig</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2011/02/14/expertig/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 16:21:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die Namen von Napoleons Generälen kann sich bestimmt keiner merken&#8221;, meint Clemens, 9, &#8220;das sind viel zu viele.&#8221; &#8211; &#8220;Na ja, ein paar Experten könnte es schon geben, die alle Namen kennen&#8221;, wende ich ein. &#8220;Die müssen dann aber schon sehr expertig sein&#8221;, antwortet Clemens trocken. Und obwohl ich mich für einen ziemlichen Wortexperten halte – dieses Adjektiv war mir noch nie begegnet.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1598&amp;md5=9ede52274495361ecd0bec01e600c82a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>schlechttun</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2011 18:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Familiäres Mittagessen. Alles essen mit Gemüse gefüllte Wraps, bis auf Clemens, 9. Bei ihm beschränkt sich die Füllung auf Tomate Frito, etwas Käse und ein paar Maiskörner &#8211; das einzige gemüseähnliche Nahrungsmittel, das bei ihm gelegentlich Gnade findet.<br />
Heute nicht. Jedes Maiskorn pult er vorsichtig und säuberlich aus dem Wrap heraus. &#8220;Was soll das Clemens? Du isst doch gerne Mais!&#8221; &#8211; &#8220;Nein, Papa, heute tut er mir schlecht.&#8221; Und er setzt die Leidensmiene auf, die er sich in den letzten drei Krankheitstagen redlich verdient hatte, die heute aber eigentlich schon wieder dem Genesungsgesicht gewichen war. Hätte er gesagt &#8220;Der Mais tut mir nicht gut&#8221;, hätten wir ihn wahrscheinlich nicht so einfach davonkommen lassen &#8211; nicht guttun bedeutet ja noch lange nicht, dass es ihm schadet. Aber gegen Schlechttun kommen Eltern natürlich nicht an.<br />
Zumindest nicht direkt. Als wir alle fertig sind (bis auf Clemens, das Rauspulen dauert halt etwas länger), wird Lucie in die Küche geschickt, um zum Nachtisch für jeden ein Eis zu holen. &#8220;Für mich auch&#8221;, sagt Clemens. &#8220;Wenn dir Mais schlechttut, tut dir Eis bestimmt auch schlecht.&#8221; Zwei Minuten später waren alle Maiskörner verschwunden.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1586&amp;md5=4be9fbc1df661aaacb94fed437f25554" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>fremdstupsen</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2011/01/15/fremdstupsen/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Jan 2011 22:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Samstag Abend im Internat. Franzi, Markus und Leonie auf dem Rückweg aus der Cafeteria (wo sich Franzi und Markus sehr intensiv geneckt haben) in die Wohnhäuser. Auf den letzten Metern biegt Franzi ab und gibt Leonie noch ein &#8220;Aber nicht fremdstupsen!&#8221; mit auf den Weg.</p>
<p>Stupsen kennt man natürlich. Aber wer Facebook nicht kennt, kennt natürlich das moderne Stupsen nicht. Jeden <a href="http://blogs.taz.de/wortistik/2010/01/09/facefreund/" target="_blank">Facefreund</a> kann man anstupsen – und weil sich dabei diverse Übergänge zwischen virtueller und realer Welt ereignen können, ist das Fremdstupsen natürlich ein durchaus reales Problem.</p>
<p>Manchmal bestimmt auch eine durchaus reale Lösung. Aber nicht an diesem Abend im Internat.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1558&amp;md5=16d76e09d3f1f1f2af0f52db1f14ac89" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Geschäftstrinken</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2011/01/13/geschaeftstrinken/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Jan 2011 17:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Clemens, du bleibst zuhause und benimmst dich ordentlich?&#8221;, frage ich. Clemens, 9, schaut kurz von seinem PC-Fußballspiel auf: &#8220;Wieso fragst du?&#8221; &#8211; &#8220;Na, Mama ist beim Einkaufen, und ich hatte dir ja gesagt, dass ich zu einem Termin muss, ich treffe mich mit einem Kollegen auf einen Kaffee. Also bist du ganz allein zuhause.&#8221;</p>
<p>&#8220;Okay&#8221;, sagt Clemens, und wendet sich wieder dem Pokalspiel zwischen Werder Bremen und dem VfB Stuttgart zu – &#8220;geh&#8217; du ruhig zu deinem Geschäftstrinken.&#8221;</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1556&amp;md5=217baf9f928dd134d028f55a544228b6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Problemfrühstück</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2010/12/18/problemfruehstueck/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Dec 2010 13:47:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder einer von diesen Tagen, an denen ich mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden bin. Kaum aus dem Haus zum Brötchenholen, fängt es an zu schütten (nein, kein deutscher Schnee, sondern andalusischer Regen), plitschnass wieder zurück, bleibe ich in den Küche an der Zimtdose hängen, die sich noch im Fallen öffnet und ihren Inhalt über den Küchenboden verteilt. Dann habe ich gerade alles weggefegt, schon ist der Boden schon wieder voller Zimt – weil der an der Hose hängengebliebene (und mir bislang entgangene) Zimtanteil nach und nach der Schwerkraft folgt. Dann will ich den Käseteller auffüllen, muss aber vom gerade erst gekauften Ziegengouda die Hälfte wegschneiden, weil frecherweise schon verschimmelt.</p>
<p>Aber jetzt, endlich, steht alles an seinem Platz, ich setze mich dazu, will mir die erste Tasse Kaffee einschütten – aber da ist kein Kaffee. Vor lauter Zimtfegen habe ich doch glatt vergessen, Kaffee zu kochen! Ich beschimpfe mich wie ein Rohrspatz, aber Clemens, 9, bleibt ungerührt. &#8220;Endlich mal wieder ein Problemfrühstück&#8221;, sagt er, und rührt sich seinen Kakao zurecht. Und schon geht&#8217;s auch mir wieder besser.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/wortistik/?flattrss_redirect&amp;id=1529&amp;md5=19ad80ff764ab606de834dfb8ece8fb7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/wortistik/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dreiviertelfinale</title>
		<link>http://blogs.taz.de/wortistik/2010/07/21/dreiviertelfinale/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 21:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermund]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Clemens, 9, hat gerade die (Armband-)Uhr gelernt, nach längeren Debatten darüber, wofür man das braucht, wenn doch in seinem Computer die Zeit digital angezeigt wird. Aber jetzt weiß er, dass nach viertel Drei und halb Drei eben dreiviertel Drei kommt. Und nach getaner Arbeit zieht er sich zurück zu seinem Internet-<a href="http://www.spielaffe.de/Spiel/WM_Freistoss" target="_blank">Fußballspiel</a>, wo er die WM mit Freistößen nachspielen kann.</p>
<p>Und er übersteht die Vorrunde, und das Achtelfinale und das Viertelfinale, und das Halbfinale, und dann kommt – &#8220;das Dreiviertelfinale&#8221;! Logisch: wenn man gerade eben die Uhr gelernt hat&#8230;</p>
<p>Ansonsten scheint das Dreiviertelfinale aber eher nicht praktiziert zu werden. Außer möglicherweise vor langer langer Zeit bei den DDR-Schachmeisterschaften. Denn wenn wir Wikipedia glauben dürfen (was wir <a href="http://blogs.taz.de/wortistik/2007/12/26/buegelbrett/" target="_blank">natürlich</a> <a href="http://blogs.taz.de/wortistik/2009/02/11/wikipediade/" target="_blank">nicht</a> dürfen), <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Zucker" target="_blank">spielte</a> ein gewisser Manfred Zucker &#8220;von der 3. Kreisklasse bis zur DDR-Oberliga in allen Spielklassen und schaffte es im Einzel Anfang der 1960er Jahre bis zum Dreiviertelfinale der DDR-Meisterschaft in Torgau&#8221;. Aber mit dem Ende der DDR dürfte auch dem Dreiviertelfinale das Lebenslicht ausgelöscht worden sein.</p>
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