Dudenfrage und Rechts-Schreibreform
von SeyfriedZu Detlef Gürtlers ‘Entdudung’ kann ich mir einen Bei- bzw. Nachtrag nicht verkneifen, der ursprünglich 1998 als Kommentar zur Rechtschreibreform von meiner Kollegin Ziska und mir gezeichnet wurde, und den damals niemand abdrucken wollte:

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siehe oben!!
Den Humor ,den lob ick mir.
ich weiß ja nich, aber ich find das so sarkastisch das es geschmacklos wird…
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Hallo!
Die Idee an sich ist sehr gut!
Nur ist das mit den brennenden Büchern natürlich recht krass…
Ich denke aber auch es ist richtig so, dass es nie gedruckt wurde. Damit hat sich die Zeitung auf jeden Fall viel Ärger erspart. Ich will garnicht wissen, wie Herr M. Friedmann, damals noch als Ober-Moralprediger der Deutschen, reagiert hätte…!!!
Gruß
Lukas
Satire darf zwar alles, kann aber auch mächtig daneben gehen. Shoa und Rechtschreibreform auf eine Stufe zu stellen, bringen sonst wohl nur überzeugte Ewiggestrige fertig.
Der Hinweis auf Herrn Friedman ist darüber hinaus von einem offensichtlichen Antisemitismus geprägt.
Dass die lautesten Kritiker der Reform (BILD) wahrscheinlich wirklich am liebsten derart vorgehen würden, glaub ich gern. Warum allerdings ausgerechnet der Duden herhalten muss, bleibt vorerst ein Geheimnis des Karikaturisten. Dass es den Duden um des Wortspiels Willen getroffen hat, kann ich mir im Hinblick auf das intelligente Lebenswerk Seyfrieds kaum vorstellen. Falls das aber doch der Fall sein sollte, möchte auch ich ein nicht minder schlechtes Wortspiel hinterherschicken: Das erste Opfer im Krieg ist immer die Wahrig.
Und was den Kommentar von Lukas R. angeht, fällt mir eigentliich nicht mehr viel ein. “Endlösung” eine gute Idee, “Bücherverbrennung” hingegen krass? So setzt halt jeder seine Prioritäten.
ich dachte, nur die islamischen fundamentalisten hätten was gegen meinungsfreiheit. als gäb es keine anderen sorgen auf der welt.
wie kommt dieser herr sediert auf herrn friedmann? kann ich in der karikatur nirgends entdecken.
herbert n.
Noch keine 10 Kommentare und schon kommt die Keule Meinungsfreiheit. Impressive! Lieber Nemo, nur für Sie, nur zur Klarstellung: Meinungsfreiheit bedeutet auch, Meinungen kritisieren zu dürfen. Und Herrr Sediert bezieht sich auf den Kommentar, der sich auf Herrn Friedmann bezieht. Überlesen?
ach – meinungsfreiheit is ne keule? aber shoa is keine? und antisemitismus auch nicht?
wenn sich herr sediert auf den kommentar bezieht, der sich auf herrn friedmann bezieht, warum schreibt er das dann nicht?
Auf der einen Seite ein kleinkarierter Oberlehrerstreit um die Rechtschreibhoheit, und ein medialer Kampagnenversuch (FAZ-Bild-Spiegel) – und auf der anderen Seite Bücherverbrennung und Holocaust. Dass ausgerechnet Seyfried so eine Verbindung über acht Jahre hinweg gut findet, ist nur noch trostlos. Wenn Linke alt werden…
Ach je. In einem Kommentar wird auf Friedmann hingewiesen, im nächsten wird darauf eingegangen – und Sie schreien nach einem deutlichen Hinweis darauf? Das macht das Diskutieren natürlich nicht einfacher. Aber gut – was ich jetzt schreibe, bezieht sich den Beitrag von nemo, 15.09 Uhr:
Mir kann jeder gerne mit der Meinungsfreiheit kommen. Nur bitte nicht, um mir (oder anderen) gleichzeitig vorzuwerfen, dass ich meine Meinung frei äußere. Das ist doch lächerlich. Einfacher ausgedrückt: Meinungsfreiheit als Argument: Gern. Meinungsfreiheit als Keule: Gähn.
Und das “Shoa” und “Antisemitismus” in den obigen Beispielen als Keule genutzt werden, bedarf auch einer recht eigenwilligen Interpretationsfähigkeit. Fast könnte man sie Phantasie nennen.
“Er” hat das nicht geschrieben, weil er dachte, der Bezug zu dem vorangegangenen Kommentar von Lukas R. sei klar.
Zum Thema Meinungsfreiheit bitte den ersten Satz aus meinem vorangegangenen Kommentar beachten! Hier geht es nicht um das “Darf man so etwas machen?”, sondern um die Frage, welches Weltbild sich hinter solch einem Motiv offenbart.
wenn das humor sein soll? ich finde es geschmacklos und absolut daneben. warum bekommt jemand mit so einem schrott ein forum in der taz?
Ziemlich peinliche Darstellung. Schade eigentlich, ich bin sonst von der taz geistreichere Kommentare gewohnt. Zumal der Verlag ja eine Umtauschaktion anbietet.
Ach Gottchen, könnt ihr mal aufhören, mit diesen Keulen rumzuschmeißen und gleich den Zensurhammer rauszuholen. Ist ja schon genauso dumpf wie bei den Mullahs in Teheran. Hallo, Leute: wir sind hier im freien Westen – und da darf Satire alles. Und ihr dürft sie geschmacklos, daneben, zynisch, voll krass oder blöde finden, aber mehr auch nicht.
Alles klar ?
Der arme Tuchholsky – hier wird er mit seinem Zitat “Satire darf alles” mal wieder komplett falsch interpretiert und aus dem Zusammenhang gerissen. Ich glaube, er würde dieses “Werk” wie manch andere hier gar nicht als Satire durchgehen lassen …
Wortspiele sind dann gut, wenn sie nicht nur phonetisch stimmen, sondern auch inhaltlich eine Parallele abgeben. Der Witz mit der “Dudenfrage” ist leider nur phonetisch. Phonetischen Müll zusammenkleistern ist läppisch. Die inhaltliche Parallele herzustellen ist offenbar nicht jedermanns Sache. Kein Cartoon, der in die Kunstgeschichte eingehen wird. Leider zu billig und kein Zeichen von Bildung.
Das Problem der Linken ist das zuviel genossene CS-Gas, das den Humorapparat des Gehirns kollektiv geschädigt haben dürfte.
Das ist eine wirklich nett gemachte Zeichnung – und 1a in der Aussage!
es wurde zeit dass diese zeichnung nach langem herumliegen endlich einmal das licht der öffentlichkeit erblickte, viele kommentare zeigen seine schlagkraft, keep your spirit high!!!
Toll, wieviele Rummeiner da alle glauben, zu wissen, was andere dürfen. “Wir bestimmen, worüber man lachen darf!”, ach, nichtmal, nur dieses schräge Hochkucken von unten, ob “sowas” erlaubt sei. Kein eigenes Sprachgefühl haben, aber dem Duden gehorchen. Keinen eigenen Humor haben, aber sich jederzeit mit dem Semitismusknigge prügeln lassen, ja geradezu danach betteln.
Ein guter Kalauer, ein passendes Bild, fertig.
also- ich fands lustig…
Ich find’s lustig. Klar ist ihre Anspielung böse. Aber ich finde nicht, dass der Humor zu weit geht. Weil Lachen auch eine Befreiung sein kann.