Wer kennt diesen traurig-berühmten Satz aus der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht? Jetzt, nach der Freilassung von Murat Kurnaz, taucht er wieder auf, aus dem Mund rot-grüner Politiker, und er klingt kein bißchen glaubwürdiger als früher. Seit dem Irak-Krieg weiß jedes Kind, was sich hinter Guantánamo verbirgt, nämlich ein Konzentrationslager und nicht etwa ein “rechtsfreier Raum der USA”, wie die ehemalige Menschenrechtsbeauftragte der rot-grünen Regierung, Claudia Roth, das nennt (taz 26./27.August 2006, S. 3). Wohlgemerkt: Ich bezeichne Guantánamo als Konzentrationslager, nicht etwa als Vernichtungslager.
Ich habe die Schnauze gestrichen voll von all der Schönfärberei, Vertuschung und Weißwascherei zum Verhalten der USA-Regierung und ihrer Militärs, zu ihrem schamlosen Neokolonialismus, ihren Angriffskriegen, zu Entführungen, Rassismus, von oben sanktionierter Folter, kompletter Negierung internationalen Rechts.
All das gab es schon einmal in unserem Land, und das gibt uns als Deutschen nicht nur das Recht, mit aller Schärfe zu protestieren, sondern legt es uns auch… weiter lesen
Archive for August, 2006
Flächendeckende Videoüberwachung, Einsatz der Bundeswehr im Inneren, Gepäckkontrollen bei der Bahn, neue Sondergesetze, Aktivierung der irrsinnigen Notstandsgesetze von 1968, Revolverhelden im Intercity, Antiterrordateien, Ausweitung der Geheimdienstbefugnisse, Erfassung von Autobahnbenutzern, all das und viel mehr fordern jetzt Mauthelden und Möchtegern-Bushs wie unser Innenminister, dem ich noch nie viel Demokratieverständnis zugetraut habe, besonders nicht nach seinen Äußerungen zur Folter von Verdächtigen, die mich im Januar dieses Jahres zu nachstehendem Gedicht bewogen haben:
Minister Wolfgang Schäuble,
Ein guter Demokrat
Und echtes Friedens-Täuble,
Rät uns zur guten Tat:
Kann denn Folter Sünde sein,
Im Kreuzzug gegen Terror?
Nur so gesteht der Dschihadist,
Da gibt es keinen Error.
Ein wenig Daumen-Schräuble,
Ein Schlägle mit dem Stock
Auf das Kapuzenhäuble
Und ein Elektroschock.
Dazu vielleicht ein Lager
Zwecks Konzentration.
Sonst schimpft er uns Versager,
Der Bush in Washington.
Die vom Blog-Kollegen Daniel Erk vorgestellten Hitler-T-Shirts , mit denen sich US-Nazis neuerdings schmücken, sind eigentlich ein alter Hut: Sie wurden schon 1990 getragen, in meinem Comicband “Flucht aus Berlin”:

Falls sich unter den Lesern ein Copyright-Anwalt befindet, der meine Rechte bei den entsprechenden US-Firmen einklagt und gewinnt, will ich die zu erwartenden Schadenersatz-Millionen gerne für den Kampf gegen die braune Glatzenpest einsetzen. Und dafür sorgen, dass der Hitler-Smiley nur da vorkommt, wo er hingehört: In einem Comic, der Nazis verarscht. Sachdienliche Hinweise bitte an comics@seyfried-berlin.de …

CAPRONI-MORONI C2 „SCUD“ EXPERIMENTAL FIGHTER
Als sich das Kriegsglück wandte, wandte sich das faschistische Italien mit ihm.
Eines der Resultate war der C2-Jäger „SCUD“. Die Ingenieure von Aeronautico Piccolino Abagano Elari Quattori in Turin erhielten den Auftrag, einen modernen Abfangjäger zu konzipieren, der in der Lage war, mitten im Flug die Richtung zu wechseln und Teil der dann befreundeten Streitkräfte zu werden, falls er während eines Einsatzes Nachricht von einem weiteren Loyalitätswechsel erhielte.
Dies erklärt die ungewöhnliche Anordnung der beiden Motoren, das in der Mitte angebrachte Cockpit mit Drehsitz und Armaturen vorn und hinten. Der SCUD (Abkürzung für: SCUDeria con curso il travaia oder Wendehals) war in der Lage, bei einer Geschwindigkeit von 265 mph in weniger als 2 Minuten Flugrichtung und Seite zu wechseln. Diese Fähigkeit wurde jedoch nie einem Test unterzogen, da die Piloten sich weigerten, es zu versuchen, außer am Boden mit einer… weiter lesen