T-Com methoden
von SeyfriedWeil ich gerade knapp bei Kasse war, schickte ich an die taz eine Rechnung über 400,– EUR für ‘Sonstige Leistungen und Nacherhebung’. Zu meiner grenzenlosen Verblüffung wurde mir das Geld nicht überwiesen. Auf Anfrage mußte ich hören, daß man mit einer Rechnungsstellung ‘für sonstige Leistungen und Nacherhebung’ nichts anfangen könne und daher auch nicht zahlen werde. Überhaupt solle ich froh sein, daß ich meine blogs umsonst hier veröffentlichen dürfe. Noch während ich die Nummer des Inkassobüros R. Presser & Kompl. wählte, wachte ich auf.
Das war in der Nacht auf gestern, den 10. November. Im Briefkasten fand ich an diesem Morgen eine Rechnung der T-Com über EUR 407,09 für November 2006, Posten: ‘Sonstige Leistungen und Nacherhebung’. Weiter nichts. Überhaupt nichts. Ich rief die Kundenbetreuung an und wurde nach 21 Minuten warten unter Musikbesudelung mit einem freien Mitarbeiter (weiblich) verbunden. Ich fragte, wofür eine so hohe Summe für einen Monat verlangt werde, der noch lange nicht vorbei ist, und warum man als Grund nur diese unverständliche und nichtssagende Angabe machte. Ich erhielt zur Antwort, daß es sich um eine Nacherhebung für online-Gebühren handele, und warum ich diese nicht längst bezahlt hätte. Ich erwiderte, daß ich davon ausging, dies würde mir mit den Telefongebühren von monatlich ca. EUR 45,– abgebucht, außerdem habe ich überhaupt noch nie eine Rechnung über online-Gebühren erhalten. Die Mitarbeiterin sagte: “Es ist ihre Sache, dafür zu sorgen, daß in Anspruch genommene Leistungen bezahlt werden!” Diese Unverschämtheit verschlug mir beinahe die Sprache, aber ich antwortete dennoch: “Doch nicht, ohne eine Rechnung erhalten zu haben!” Ich verlangte, eine detaillierte Rechnung mit genauen Angaben wofür zu erhalten, andernfalls werde ich diese Forderung ignorieren. Die Mitarbeiterin darauf: “Wenn Sie nicht bezahlen wollen, schalten wir Sie vom Netz!”
Auf meinen inzwischen sehr verärgerten Protest erhielt ich die Antwort: “Ich habe keine Lust mehr, mich mit Ihnen zu unterhalten”, und die Verbindung wurde beendet.
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Lieber Gerhard Seyfried,
ist evtl. schon zu spät für diesen konkreten Fall, aber es ist vermutlich nicht der letzte Ärger mit der T-Com. Mein Rat aus eigener Erfahrung:
a) IMMER – und ich meine: IMMER – sich zum Back-Office durchfragen und niemals Zeit, Geld und Energie mit den ahnungslosen und weitgehend inkompetenten (und zu keinen konkreten Aussagen bzw. Entscheidungen befugten) Call-Center-Mäusen verschwenden. Wenn der erste oder zweite Front-Office-mitarbeiter dir die Durchwahl zum Back-Office nicht sagen will, solange weiterversuchen, bis du auf einen stößt, der die Nummer rausrückt.
b) wenn die T-Com nicht spurt, sofort brilliant formulierte, freundlich-aber-gnadenlose Beschwerdebrief an den VORSTAND (NICHT an den Kundenservice oder sonstige nachgeordnete Dienststellen) schicken, am besten mit einer Kopie an irgendeinen Verbraucherschutzverein oder die RegTP. Mit Hinweis auf T-Com-seitige Werbepropaganda (“Kundenfreundlichkeit” etc.) als “Noch-Kunde” und kritischer Konsument unterzeichnen. Hat in meinem Fall innerhalb von sagenhaften 3 Arbeitstagen zu einer reumütigen Entschuldigung und der schriftlichen Zusicherung einer Entschädigung geführt.
c) Da man bei allen Telcos VOR Vertragsabschluss mit 0800er-Nummern hofiert wird, sobald man aber KUNDE geworden ist auf teuren 0180er-Nummern telefoniern muß, hier noch ein nützlicher Link: http://www.tk-anbieter.de/0180 . Auf dieser verdienstvollen Seite werden günstige Ersatznummern für ein Vielzahl teurer Hotlines aufgelistet.
Grundsätzlich gilt: nicht ärgern, sondern die Sache sportlich sehen.
Herzlichen Gruß
TheSukh