Archive for the ‘Guter feiner Deutsch’ Category

24.07.2008 von Seyfried
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Herr, Obama Dich Unser!

von Seyfried

Gestern, am 23. Juli, erschien mein Obama-cartoon im Berliner Tagesspiegel. Ich zeige ihn hier nochmal für die Anhänger nichtpapiergebundener Medien:

16.03.2008 von Seyfried
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Angedichtet

von Seyfried

Angedichtet hat man mir schon manches, aber so richtig angedichtet worden bin ich erst dreimal in meinem Leben:
Das erste Mal von P. P. Zahl in seinem schönen Lobgedicht aus dem Knast (aus: Alle Türen offen, 1977) und die beiden anderen Male 31 Jahre später als gereimte Gratulation zu meinem gestrigen 60. Geburtstag: Von meinem Freund und Kollegen Mathias Bröckers, zu lesen auf seinem writers blog (http://www.zweitausendeins.de/writersblog/broeckers), und von meinem Freund Arnulf Rating, der mir aus seinem tourneebedingten Düsseldorfer Exil per emaille das folgende Gedicht sandte:

Gratulation!

Lieber Gerhard, altes Haus
Hier kommt ein bunter Blumenstrauß
Weil ich nicht selber kommen kann
Bei Dir in dieser Reimform an

Viel geredet wird ja heut
Über unsre Jugendzeit
Man wird deswegen angegangen
Damals hätt´alles angefangen

Es tönt schon wieder aus der Meute
Damals sowieso und heute
wutentbrannt von manchem Pult
Die Achtundsechziger… weiter lesen

16.01.2008 von Seyfried
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In 2008 oder: Alles schon mal dagewesen

von Seyfried

In 1870
(…) Jede andere Präposition kann man vor die Jahreszahl setzen, man kann sagen: vor 1870, nach 1870 – nur nicht: in 1870.
Warum nicht? Weils nicht deutsch ist. Es ist eine ganz willkürliche Nachäfferei des Französischen und des Englischen. Deutsch ist auf die Frage wann? nur die bloße Jahreszahl ohne jede Präposition, oder: im Jahre 1870.

Dieses Zitat stammt aus dem Kapitel “In 1870″ des Buches “Allerhand Sprachdummheiten – Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen, und des Häßlichen” von Dr. Gustav Wustmann; Leipzig 1891.
Und aus der Einleitung stammt das folgende Zitat:

(…) Über unsere Ausländerei, über diese Erbschwäche des Deutschen, ist schon viel geklagt worden, aber immer vergebens. Der Deutsche mag so alt werden, wie er will, er wird immer und ewig der Affe der anderen Nationen bleiben, wird immer das, was andre Völker haben, für besser, feiner und vornehmer halten, als was… weiter lesen

18.04.2007 von Seyfried
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Neo-Teutonisch!

von Seyfried

Gerade fiel mir mein Vorschlag von 1997 zur Schreibreform wieder in die Hände. Der stammt zwar aus dem vorigen Jahrtausend, ist aber längst nicht unaktuell. Vor zehn Jahren, als der Rechtschreibputsch sein Medusenhaupt über den Horizont erhob, vertrat ich die Ansicht: Wenn schon Rechtschreibreform, dann aber so, daß es für die nächsten tausend Jahre reicht (oder, um einen Panzergeneral zu zitieren: Nicht kleckern, klotzen!). Hier ist meine

RADIKALREFORM DER DEUTSCHEN SPRACHE
Dieser Fünfjahresplan sieht eine Neuentwicklung der veralteten
deutschen Sprache vor:

Phase 1:
Das scharfe ß entfällt und wird zum ss, ebenso ph, welches zum einfachen f wird. Das Wort Fantasie zum Beispiel wird so um einen Buchstaben kürzer.

Fase 2:
Die kleinschreibung wird eingeführt und der buchstabe q durch kw ersetzt, wodurch die kwalität der sprache eindeutig verbessert wird. v wird durch f, respektife durch w ersetzt, wie etwa in willa und faterlandsferäter.… weiter lesen

13.04.2007 von Seyfried
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D. Menti

von Seyfried

Da zu meinem letztem Beitrag G. Dicht Fragen zum Wem und Wer gestellt wurden, folgt hier ein erklärender Nachtrag:

D. MENTI

In meinem Lektorat-Gedicht
Benannte ich den Lektor nicht.
Fands besser, ihn zu schonen
Aus Angst vor Repressionen.

Ich erkläre drum an Eides statt:
Das Lektorat fand so nicht statt.
Der Lektor ist in Wahrheit nur
Erfundene Symbolfigur.

Der Autor ist hingegen echt
Und existiert mehr schlecht als recht.
Sein Name tut hier nichts zur Sache:
Er fürchtet des Lektoren Rache.

(Gerhard Seyfried)

20.03.2007 von Seyfried
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G. Dicht

von Seyfried

Am 15. März habe ich für das folgende Gedicht den Wilhelm-Busch-Förderpreis erhalten:

LEKTORAT

Ein Autor schiebt mit frohem Sinn
Dem Lektor sein Geschreibsel hin.
Es geht darin um die Moral
In einem Alpenseitental.

Zwei Bürgermeister-Kandidaten
Sind dort in einen Streit geraten.
Der eine arm, der andre reich,
Ansonsten sind sie eher gleich.

Der eine ist der Schuldirektor,
Ein guter Mann in seinem Sektor.
Gemüsehändler ist der zweite,
Zwar brav, jedoch so gut wie pleite.

Kein schlechter Plot, freut sich der Lektor,
Erinnert mich an Zeus und Hektor!
Nur fehlt der Held in der Geschichte,
Und eine hübsche junge Nichte.

In dem Kapitel mit den Gurken
Vermisse ich den bösen Schurken,
Der des Gemüsehändlers Weib
Verführt, und seis zum Zeitvertreib!

Ich glaube, wirft der Autor ein,
Dergleichen wird nicht nötig sein.
Ein Lustmolch… weiter lesen