vonaktionfsa 07.12.2017

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Bürgerregister soll das Verhalten der Menschen bewerten

Wir kennen das auch – für ein kleines Werbegeschenk gibt man seine Kontaktdaten preis. In China stellt man dafür bereitwillig den Barcode seines Wechat-Kontos zur Verfügung. Wechat ist in China, wie bei uns Twitter, der am meisten genutzte Kurznachrichtendienst. Natürlich weiß auch fast jeder Chinese, dass Alibaba mit seinen diversen Einkaufswebseiten sich genau merkt, welche Produkte man sich schon einmal irgendwo im Netz angeschaut hat.

Nun kommt aber das Social Credit System hinzu, eine Art Schufa für alles – eine echte Bürgerbewertung, die jeden Menschen komplett gläsern macht. Es soll ein Punktesystem eingeführt werden, bei dem zum Beispiel derjenige, der über das Internet gesunde Babynahrung bestellt, Pluspunkte erhält. Wer sich hingegen Pornos ansieht oder zu viel Zeit mit Computerspielen verbringt, muss mit Abzügen rechnen. Bei 1.300 Punkten hat man die höchste Bewertung AAA, wer dagegen unter einen Wert von 600 fällt, landet in der schlechtesten Kategorie D. Davon Betroffene müssen sogar befürchten, ihre Jobs zu verlieren.

Jede/r kann über eine Smartphone-App den eigenen Punktestand ansehen. Neben Behörden werden aber auch Banken und Arbeitgeber, Vermieter, Einkaufsplattformen, Reiseveranstalter und Fluggesellschaften Einsicht in die Bewertung erhalten. Das System soll nach der jetzigen Planung bis 2020 Pflicht werden, die Registrierung soll an die Sozialausweisnummer gebunden werden.

800 Millionen Chinesen sind mit ihrem Einkaufsverhalten bei Alibaba über die Handelsplattformen Taobao und Tmall schon erfasst, so schnell kann die totale Erfassung der Bevölkerung gehen, wenn Kommerz und Regierung „an einem Strang ziehen“.

Aber auch in China kommen den Menschen Bedenken zum angeblichen „Nutzen“ solcher Systeme.

Mehr dazu bei https://www.golem.de/news/china-die-aaa-buerger-1712-131477.html

und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6284-20171207-einsortiert-und-abgestempelt.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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