vonaktionfsa 24.02.2019

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Ein friedlicher Sonntag – dazu passt die Meldung, dass der mit 3000€ dotierte Göttinger Friedenspreis in diesem Jahr an den Verein „Jüdische Stimme“, die deutsche Sektion des Verbands „European Jews für a Just Peace“ (EJJP), vergeben werden soll.

Oder muss man sagen „“sollte“?

Der Verein setzt sich unter der Maßgabe des völkerrechtlich verbrieften Rechts der Palästinenser auf Selbstbestimmung für eine ausgleichende Friedenslösung im Nahen Osten ein. Ziel ist ein lebensfähiger souveräner Staat Palästina. Und so kommt es, wie zu erwarten: : Der Zentralrat der Juden ist entsetzt über diesen befremdlichen Akt des Antisemitismus und schreibt dies an den Göttinger Bürgermeister und die Universität – und beide knicken ein und distanzieren sich von der Preisverleihung.

Aber es gibt auch weiterhin Unterstützer für die Preisverleihung, so schreibt Kay Gabbe, Ministerialrat a. D. und Leiter des Arbeitskreises Frieden in der SPD Bonn, an Bürgermeister und Uni: „Die Entscheidung, den Friedenspreis der Stadt Göttingen in diesem Jahr der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost (Jüdische Stimme) zu geben, ehrt Ihre Stadt und die Universität. Der Jury-Vorsitzende Zumach hat die gegen diese Organisation erhobenen verschiedenen Vorwürfe in einer ausführlichen Stellungnahme überzeugend entkräftet. Ich möchte Sie hiermit ermutigen, zu der Preisverleihung zu stehen.“ Er betont weiter, dass die „Jüdische Stimme in einer bewundernswerten philosophischen und religiösen jüdischen Tradition [stehe]“ und sich uneingeschränkt jeder Form von Antisemitismus widersetze. Das sei auch der Satzung des Vereins zu entnehmen.

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht, denn die Sparkasse in Göttingen möchte den Preis nicht mehr fördern und das Rathaus steht als Ort für den traditionellen Empfang nicht mehr zur Verfügung. Auf der anderen Seite verweist Jury-Chef Andreas Zumach auf die Unterstützung von mehr als 90 namhaften jüdischen Wissenschaftlern und Intellektuellen aus Deutschland, Israel und anderen Ländern, die in einem Brief die Vorwürfe des Zentralrats zurückgewiesen hatten. Nur muss man jetzt eventuell das Preisgeld  bis zur Preisverleihung am 9.3. erst über Crowdfunding sammeln.

Was an dem Vereinsziel „Einsatz für den Frieden“ hat der Zentralrat nicht verstanden?

Mehr dazu bei https://blog.fefe.de/?ts=a29054b2
und https://www.sueddeutsche.de/news/leben/auszeichnungen—goettingen-friedenspreis-fuer-verein-juedische-stimme-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190204-99-844885
und http://www.goettinger-tageblatt.de/Die-Region/Goettingen/Goettinger-Friedenspreis-Eine-Welle-der-Unterstuetzung-fuer-kritisierten-Preistraeger
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6803-20190224-eklat-in-goettingen-wegen-friedenspreis.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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