vonaktionfsa 23.10.2019

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Jeder 5. Mitarbeiter bei TUI in Schweden hat sich einen reiskorngroßen Mikrochip unter diie Haut spritzen lassen – natürlich freiwillig. Auch wenn die anderen 80% noch die übergroße Mehrheit sind, ist es schon erstaunlich, dass sich die Menschen für einige wenige „Vorteile“ dazu überreden lassen.

Was sind die „Vorteile“?

Der Chip trägt eine persönliche Identifikationsnummer – und die kann von Lesegeräten erkannt werden. Das nützt in den Räumen bei TUI, Stockholm, für

  • die Türen am Eingang und im Gebäude,
  • die gesicherten Kühlschränke und die Snacks,
  • den Zugang zum Spind für die persönlichen Sachen,
  • das Aktivieren des Druckers.

Und die Nachteile?

Das sind auch die Nachteile! Selbst wenn es legitim ist, dass der Arbeitgeber weiß, wann ich das Gebäude betrete oder verlasse, so muss er nicht wissen, wann ich eine/n Kollegen/in in welchem Zimmer besuche. Wie oft und wann ich mir einen Snack oder etwas aus meinem Spind hole, geht den Arbeitgeber nichts an. Und der Drucker am Arbeitsplatz sollte für die Mitarbeiter benutzbar sein – ob der Papierverbrauch vom Arbeitgeber überwacht wird, wäre jeweils durch eine Betriebsvereinbarung zu regeln. Dafür braucht es keinen Chip, dafür würde ein Logging der Druckaufträge ausreichen.

In dem Spiegel-Interview mit den TUI Geschäftsführer zeigt dieser sich erstaunt, dass die Menschen in Deutschland „noch“ Bedenken gegen das Chippen haben: „In Deutschland ist das Misstrauen gegenüber Mikrochips größer als in Schweden. Im Mai habe ich bei der re:publica in Berlin einen Vortrag gehalten und das Publikum gefragt, wer einen Chip im Körper möchte. Die haben mich verständnislos angeschaut.“

Wenigstens hat ihm seine Ehefrau Vorhaltungen gemacht, dass er sich einen Fremdkörper unter seine Haut spritzen ließ, ohne das vorher mit ihr zu besprechen. Wünschen wir ihm, dass er seine Hand wirklich nicht verliert, wie den Finger, der einem Mercedes-Besitzer in Malaysia abgenommen wurde, weil mit dem Fingerabdruck sein Wagen zu stehlen sein sollte.

Mehr dazu bei https://www.spiegel.de/karriere/schweden-tui-mitarbeiter-tragen-mikrochips-unter-der-haut-a-1287060.html
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7050-20191023-mikrochip-fuer-mitarbeiter-bei-tui-schweden-.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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