vonaktionfsa 10.12.2019

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Golem bringt es seinem Artikel vom 4.12. auf den Punkt:

5G ist mit großen Marketing-Versprechungen verbunden. Doch tatsächlich wird hier mit immensem technischem und finanziellem Aufwand überwiegend das umgesetzt, was Wi-Fi bereits kann – ohne dessen Probleme zu lösen.

Warim müssen wir obwohl noch an vielen Orten nicht einmal LTE (4G) verfügbar ist, schon wieder in eine neue Technologie investieren?

Was sollen die Vorteile sein und wo liegen die Nachteile?

Die Telekom meint: „ein autonomes Auto benötigt keinen Fahrer oder Eingriff von außen, es entscheidet und reagiert, auch in Notsituationen, völlig selbständig. … durch das 5G Netz [kann es] zukünftig nicht nur autonom Entscheidungen treffen, sondern auch untereinander kommunizieren und kooperieren.“

Stopp! Also das „autonomes Auto“ bekommt das 5G Netz nur „on top“ dazu, denn fahren solle es ja autonom, ohne jede fremde Hilfe. Andernfalls wäre es nicht autonom sondern saugefährlich sobald es ein Problem mit dem Netz gäbe. Natürlich wäre es schön vom Stau hinter der Kurve vorher zu wissen, aber es ist nicht notwendig, da die Geschwindigkeit stets dem Verkehrsgeschehen anzupassen ist (§1 StVO).

Für dieses „On Top“ wird nun die Landschaft mit zusätzlichen Funkmasten verspargelt? Völlig unnötig, denn wozu braucht man für die Auto-zu-Auto-Kommunikation ein Netz mit zentralen Servern? Das können die Autos doch untereinander mit normalen W-LAN Funktionen erledigen. Es scheint sich um einen Standard-Wettbewerb zu handeln, der grob gesagt zwischen den Europäern und Asiaten, die das am liebsten über 5G oder andere Mobilfunk-Techniken machen möchten (also Kommunikation über zentrale Server bzw. Edge-Server, die näher am Geschehen sind) und den USA, die eher 802.11p propagieren, wo Fahrzeuge untereinander direkte ad-hoc-Verbindungen machen.

Schauen wir auf die Technik: Die Reichweite von 5G beträgt heutzutage maximal 500m, es sei denn, es geht nur durch die Luft nach oben zu einem Satelliten (s. Elon Musk will Tausende Satelliten starten ). Das schafft W-LAN in der Landschaft auch.

Was kann 5G noch? Da es sich um recht kurzwellige elektromagnetische Wellen handelt mit 24 GHz – 72 GHz, können diese mehr digitale Daten übertragen und auch der „Ping“, die Reaktionszeit ist schneller. Dafür ist die Reichweite schlechter als bei niederen W-LAN Frequenzen (2.4Ghz).

Wer braucht das? Das wirklich autonome Fahrzeug nicht (s.o.), aber scheinbar das Militär im vernetzen Battlefield of tomorrow und möglicherweise Logistikunternehmen, wie Amazon, die irgendwelche angeblich „autonomen“ UAVs  fernsteuern möchten. Warum da nicht LTE/4G ausreicht bleibt deren Geheimnis …

Ein Verkaufsschlager würde 5G auf jeden Fall, denn jedes Fahrzeug, jeder Mensch, auch jedes Kind und theoretisch jeder Hirsch im Wald oder Hase auf dem Feld müsste ein 5G-Handy besitzen, um in dieser Welt zu überleben.

Fazit: Man erfindet neue Standards und zwingt den kompletten Planeten zum Wegwerfen seiner nicht 5G tauglichen SmartPhones ab 2030. Das  wäre fatal für den Planeten und die Menschheit und das Gegenteil von Nachhaltigkeit, die sich doch z.Zt. alle auf die Fahnen schreiben. Die Telekom und andere Provider müssten zusätzlich tonnenweise alle nicht All-IP fähigen DSL Router ersetzen. So viel Wachstum …

Mehr dazu bei https://www.golem.de/news/netzwerke-warum-5g-nicht-das-bessere-wi-fi-ist-1912-145178.html
und https://www.telekom.com/de/konzern/details/5g-netz-ist-grundlage-fuer-autonomes-fahren-561984
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7102-20191210-wozu-brauchen-wir-5g-eigentlich.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2019/12/10/weltweit-alle-nicht-5g-tauglichen-handys-ab-2030-wegwerfen/

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