vonbranden-buzz 03.04.2020

Branden-Buzz

Die Provinz summt und Helga Stöhr-Strauch hört zu. Eine Symphonie aus Brandenburg/Havel – ein Hund summt mit.

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In Zeiten des coronabedingten Shutdowns (aufgepasst: dieses Wortungetüm hat das Zeug zum Unwort des Jahres!) offenbart sich einmal mehr, dass wir in einer Mehrklassengesellschaft leben. Es gibt die Glücklichen, die eine Friseurfachkraft in ihrem Haushalt haben und es gibt die, die selbst Hand an sich legen. Und dann gibt es noch die Dritten, die die Gunst der Friseurschließungen nutzen, um ihren lang gehegten Traum „Dreadlocks oder Bart wachsen lassen“ zu realisieren und schon nach wenigen Wochen auf dem sicheren Weg zum Neandertaler sind.

Nach der Krise

Ich selbst habe mich für Variante zwei entschieden gemäß dem Motto „die traut sich was“.

Ohnehin kann man momentan ja machen was man will. Voraussetzung ist: man ist nicht systemrelevant, also entweder im Krankenbereich tätig oder im Niedriglohnsektor (was oft dasselbe ist). Das sind dann die, die „den Laden am Laufen halten“ und denen momentan vor lauter Dankeshymnen und Überforderung der Kopf schwirren dürfte. Alle anderen wursteln irgendwie weiter. Man kann so tun, als sei man im Home Office, knattert aber in Wirklichkeit mit seiner stinkenden „Schwalbe“ durch die Straßen und träumt von der guten alten DDR. Oder man musiziert auf dem Balkon, schreit dabei öfter mal „Danke“ und informiert sich über die neuesten Fallzahlen. Oder man kann sich zanken, feiernde Nachbarn anzeigen, Supermarktkassiererinnen abkanzeln oder über Corona schreiben. Ich persönlich ziehe es vor, mir Sachen einfallen zu lassen, wie man sich hundertprozentig vor menschlichem Kontakt schützt. Das fällt mir auch sonst nicht schwer. Trotzdem werde ich gelegentlich von Leuten angesprochen und winde mich dann peinlich berührt ob meiner Gesichtervergesslichkeit. Namen kann ich mir ohnehin nicht behalten.  Das sind Situationen, die ich eigentlich lieber meiden würde.

Erschwerend kommt hinzu, dass man ja gelegentlich die leeren Klopapierregale inspizieren muss, nur um festzustellen, dass dort leere Mehltüten liegen. In solchen Momenten fühle ich mich regelrecht bedrängt von meinen Mitmenschen im Supermarkt. Deshalb habe ich mir ein Outfit einfallen lassen, mit dem man garantiert sehr alleine ist.

Garantiert allein

Allerdings drückt der Mundschutz ein wenig, weil das Modell „Corona Bavariae“ (ich hatte noch blau karierten Reststoff aus Baumwolle) mit der Ader eines Feuchtraumkabels bestückt wurde, was für diesen Zweck  nicht gedacht war. Ich empfehle daher einen einfachen Blumendraht, den man in Gartencentern (falls geöffnet) käuflich erstehen kann, auch wenn die Maske aus infektiologischer Sicht völlig sinnfrei ist und in erster Linie zu Dekorationszwecken dient. So lässt sie sich auch in Innenräumen sehr gut verwenden (siehe Beitragsbild). Man kann sich dazu diese Musik anhören und den Text einfach falsch verstehen. Das geht eigentlich ganz gut.

P.S. Die Anleitung zum Selbernähen lässt sich unter anderem hier abrufen

https://www.heidelberg24.de/region/coronavirus-masken-mundschutz-selbstgemacht-naehen-anleitung-sicher-rki-sinnvoll-diy-covid-19-13633404.html

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