vondragonlair 13.01.2019

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Technologie ohne Weichzeichner und Softlayer wie grafische Oberflächen.

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Wie werden eigentlich Schulbücher bewertet? Intuitiv ist klar, dass Schulbücher einer Klassenstufe zugeschrieben werden. Wikipedia meint dazu, dass der Cornelsen Verlag in Berlin etwa einen Bestand von 17.000 hat. Jährlich etwa 1.500 Neuerscheinungen. Also fast 30 pro Arbeitswoche. Dabei handelt es sich um Auftragsarbeiten mit einer Vorgabe für die „Lesestufe“.  Nebenbei bemerkt: Mit dem „Verlegen“ von mBook als digitales Schulbuch brechen auch für Eltern interressante Zeit an. Wer dann wie lange im Besitz der Daten aus den Interaktive Elemente und Test des mbooks für die 7ten Klasse ist, muss geklärt sein. Das Buch „Diamond Age“ von Neal Stephenson lässt grüssen.

In diversen Bereichen ist es von Vorteil eine leicht zu verstehende Sprache zu verwenden. Es ist vorteilhaft, wenn Texte an die Lesemöglichkeiten der Konsumenten angepasst sind. Das wiederum heisst für mich beim Vermitteln eines komplexen Sachverhaltes sollte auf ausschweifende Sprache verzichtet werden. Wobei „komplex“ dabei subjektive und vom Thema abhängt ist.

Vergleich: Coleman-Liau Index (CLI), Automated Readability Index (ARI), Flesch Reading Ease German (fleg), Wiener Sachtextformel (WSTF)

Seit Dekaden gibt es diverse Ansätze um die Sprachkomplexität zu messen. Diese „alten“ Verfahren lassen sich dabei weitestgehent auf zwei Ansatze reduziert. Zum einen muss der Test durch einen Menschen durchführbar sein. Sie sind so gestalltet, dass die für die Formel notwendigen Daten durch das Lesen eines Textes einfach ermittelt werden können. Zweitens werden nur Metaangaben wie die Anzahl von Wörter, Silben und Sätze berücksichtigt. Oder anders gesagt: Zum Beispiel verwendet die Wiener Sachtext Formel (WSTF ) den Prozentstaz der Wörter mit drei oder mehr Silben, die mittlere Satzlänge in Wörtern, den Prozentsatz der Wörter mit mehr als sechs Buchstaben und den Prozentsatz der einsilbigen Wörter. Das Ziel WSTF ist es eine Aussage darüber treffen zu können für welche Schulklassenstufe der Text geeig ist. Für ein paar ausgewählte Ressorts der taz-Artikel lässt sich dann auch eine unterschiedliche Verteilung ermitteln resp ein Abweichen vom Durchschnitt feststellen.

Wird statt der WSTF der Automated Readability Index (ARI) verwendet, ergibt sich ein anderes Bild. Der ARI verwendet als Merkmal ausschliesslich die durchschnittliche Zeichenanzahl pro Wort und die durchschnittliche Anzahl von Wörtern pro Satz. Es ergibt sich ein anderes aber ähnliches Bild für die Ressorts, da andere Kriterien verwendet wurden.

Leider lassen sich nicht alle Lesbarkeitsformeln einfach mit einem Computer umsetzen. Die Dale-Chall Lesbarkeitsformel ist stark auf die englische Sprache optimiert. Sie basiert auf einer Liste von etwa 2.500 leichten Wörtern und bewertet Texte anhand dieser.

Die Zukunft von gestern ist heute

Die Formeln sind alt. Der jüngste Vertreter im englischem Sprachraum ist Lexile der seine Ursprünge um 1990 hat. Das Internet hat eine Eigenschaft, die sich nur schwer umschreiben lässt. Die ursprünglichen Ansätze für das Internet waren der Aufbau einer dezentrale infrastrukturstruktur. Dies ist in Bezug auf Ausfallsicherheit gelungen. Durch die weltweite Erreichbarkeit eines Dienstes neigt das Netz jedoch dazu Monopole zu schaffen. So bilden sich um simple Formeln Unternehmen die Software und Webdienste bereit stellen die, basierent auf der Analyse von Millionen von Texten, versuchen eine Einordnung vorzunehmen. Ganz ohne Wortlisten, sondern durch das automatisierte Zählen von Sätzen, Wörtern, Silben und Zeichen. Feature Extraction.

Spielzeug?

Mit den statistischen Informationen, wie Texte oder Textgruppen im Verhältnis stehen, lässt sich auch Schabernack betreiben. Gerade dann, wenn fälschlicher Weise angenommen wird, dass Rückschluesse auf die Autoren möglich sind. Die Leitung vom Projekt taz.leicht sieht das ähnlich. Das Verwenden von leichter Sprache lässt höchstens Rückschlüsse auf das Zielpublikum eines Projektes zu. Die verwendeten Indikatoren eignet sich aber perfekt um Vorurteile diverser Webseiten oder Verlagen zu bestätigen.

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