vonTatjana Frank 08.07.2021

Empowerment

Die Stellung der Frau im Wandel der Zeit. Vieles wurde erreicht, vieles muss noch erreicht werden. Ich beleuchte die relevantesten Themen aus unterschiedlichen Perspektiven.

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In heutiger Zeit sind dauerhafte Belastungen nichts Neues mehr. Ganz gleich, ob im Privat- oder Berufsleben, es muss immer weiter und schneller gehen. Aus diesem Grund treffen Krisenzeiten Menschen besonders hart und können diese immer wieder an die Grenzen bringen. Auch Menschen, die in ihrem Alltag großem Stress ausgesetzt sind, stoßen irgendwann an ihre Grenzen. Was kann eine Person in solchen Situationen tun, damit sie den Halt nicht verliert? Ein effektives und beliebtes Mittel ist zum Beispiel autogenes Training. Mit dieser Methode kann sich der Interessent selbst erfahren, gezielt Stress abbauen und den hektischen Alltag hinter sich lassen. 

Wie ist es um den Stress-Level bestellt?

Vor allem die letzten Monate während der Corona-Pandemie haben den Menschen viel abverlangt: Der Spagat zwischen Home-Office und der Kinderbetreuung daheim sowie die Angst, den Job zu verlieren. Insbesondere Eltern, die Zuhause jüngere Kinder haben, klagen oftmals über Stress, familiären Streit und einem hohen allgemeinen Druck. Die DAK-Gesundheitsstudie „Homeschooling in Corona-Zeiten“ bestätigt das auch. Die Studie führte sie gemeinsam mit dem Forsa-Institut durch. Zu diesem Thema ist sie die erste repräsentative Erhebung. Jeder zweite Elternteil ist laut der Studie sehr häufig gestresst und ungefähr die Hälfte von den Eltern fühlt sich seit den Schließungen der Kindergärten und Schulen nahezu täglich erschöpft. Die Angst vieler Eltern um den Arbeitsplatz kommt hinzu. Es ist oft nicht so einfach, die Krise zu bewältigen, wie gedacht. Der Stresslevel vieler Menschen steigt parallel dazu. Diese Entwicklung betrachten viele Experten mit Sorge. Daher sind Möglichkeiten, um Stress Zuhause abzubauen, wie beispielsweise autogenes Training, notwendiger denn je.

Was ist autogenes Training?

Ähnlich wie zum Beispiel die progressive Muskelentspannung ist autogenes Training eine Methode zur Entspannung des Körpers und zum Stressabbau. Johannes H. Schultz, ein deutscher Nervenarzt, entwickelte im Jahr 1932 diese Methode. Sie basiert auf Suggestionswirkung und Hypnose. Hierbei konnten sich einige seiner Patienten in einen hypnotischen Zustand bringen. Dabei waren sie vollkommen entspannt. Er nahm sich diese Fähigkeit zum Vorbild. Es war das Ziel des Arztes, eine Behandlungsmethode zu entwickeln, um sich mit der Kraft der eigenen Gedanken in einen entspannten Zustand zu versetzen. Hierbei beruht das Prinzip des autogenen Trainings darauf, sich selbst zu hypnotisieren, damit die körperlichen Funktionen Atmung und Pulsschlag heruntergefahren werden. Durch eine gedankliche Konzentration kommt der Körper zur Ruhe. 

Wie wirkt autogenes Training?

Bei autogenem Training ist die Basis die Erkenntnis, dass beim Menschen der Körper und die Psyche sich gegenseitig beeinflussen können, da sie eng miteinander verbunden sind. Die Konzentration auf einen bestimmten Zustand, wie beispielsweise die Entspannung sorgen mit der Kraft der Gedanken dafür, dass sich der Körper lockert. Genauer gesagt wird das autogene Nervensystem, das für Spannung und Entspannung zuständig ist, mit den Gedanken beeinflusst. Wenn das autogene Training richtig angewendet wird, kann der Interessent folgende Wirkungen erzielen:

  • Im Körper werden grundlegende Vorgänge geregelt, wie beispielsweise die Atmung, der Pulsschlag oder das Anspannen von bestimmten Muskelgruppen.
  • Als ein Teil des Nervengewebes wird der Sympathikus, der oftmals völlig überreizt ist, abgeschaltet. Dadurch nimmt die Konzentration wieder zu. 

Das autogene Training kann nicht nur Stress abbauen, es macht außerdem mit der Zeit auch widerstandsfähiger gegenüber Situationen, welche zur Anspannung führen. Die Wirkungen verstärkt regelmäßiges Üben. Diese Form des Entspannungstrainings kommt oftmals bei psychischen oder psychosomatischen Störungen wie zum Beispiel bei chronischen Schmerzen oder Depressionen zur Anwendung.

Für wen ist autogenes Training sinnvoll?

Die Übungen sind generell für Menschen jeder Altersstufe geeignet. Es ist jedoch eine gewisse Routine erforderlich, um möglichst gute Effekte zu erzielen. Pro Tag trainieren Anfänger dreimal 10 Minuten. Anschließend üben Fortgeschrittene pro Tag zweimal 5 Minuten. Es dauert in der Regel ungefähr einen Monat, bis die Übungen vom autogenen Training das Leben der Anwender nachhaltig verändert.

Die Methode muss zunächst grundsätzlich verstanden werden, damit der Interessent davon profitieren kann. Zudem ist autogenes Training für folgende Personengruppen nicht empfehlenswert:

  • Menschen, die starke psychische Beeinträchtigungen aufweisen, wie beispielsweise Schizophrenie oder Angststörungen.
  • Bei prägnanten körperlichen Fehlregulationen wie Ohnmachtsanfälle und Herzrasen.

Generell gilt: Falls der Interessent nicht sicher ist, ob autogenes Training für ihn sinnvoll ist, dann sollte er sich beim behandelnden Arzt Rat holen.

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