vonTatjana Frank 22.11.2021

Empowerment

Die Stellung der Frau im Wandel der Zeit. Vieles wurde erreicht, vieles muss noch erreicht werden. Ich beleuchte die relevantesten Themen aus unterschiedlichen Perspektiven.

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Auch der private und öffentliche Verkehr ist von der Sichtweise des Mannes geprägt. Mögliche Gründe sind beispielsweise Rollenzuschreibungen sowie gesellschaftliche Stereotype, die Bürger bereits im Kindesalter erlernen. Innerhalb der Gesellschaft beeinflussen diese Ansichten die Art, wie typisch weiblich sowie typisch männlich betrachtet wird. Zudem sind im Verkehrssektor lediglich 22 Prozent Frauen tätig. Aus diesem Grund ist die Mobilitätsplanung dominiert von der männlichen, typisch technischen Sichtweise.

Frauen leisten mehr Sorgearbeit

Es ist jedoch sicher, dass Frauen Angebote zur Mobilität anders nutzen als Männer. Denn Frauen haben andere Anforderungen und Bedürfnisse. Zum Beispiel leisten Frauen in der Sorgearbeit die größte Arbeit, auch wenn Männer bei der Kinderbetreuung und Angehörigenpflege immer häufiger helfen. Sofern Angehörige gepflegt werden, ist das meist verbunden mit der Begleitung der Angehörigen und dem Transport von Einkäufen. Deshalb haben pflegende Personen höhere Anforderungen an die Barrierefreiheit der Infrastrukturen.

Frauen wählen die Verkehrsmittel anders als Männer

Frauen verdienen noch immer weniger Geld als Männer. Aus unterschiedlichen Gründen ist es ihnen erschwert, Mittel wie Geld, Zeit und Ausbildung zu erhalten. Wenn Frauen unterwegs sind, ist ihre persönliche Körpererfahrung ebenfalls von Bedeutung. Zum Beispiel haben viele Frauen wegen möglichen Übergriffen nachts Angst davor, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Weibliche Personen wählen aus diesen und weiteren Gründen Verkehrsmittel anders als männliche Personen und ihre Art, sich fortzubewegen, ist auch anders. Damit eine nachhaltige Mobilität erreicht wird, könnten aus den genannten Merkmalen Schlüsse gezogen werden. Doch es sollten nicht nur von den Bedürfnissen der Frauen die richtigen Schlüsse gezogen werden, sondern von den Bedürfnissen aller Menschen, die andere Schwerpunkte setzen.

Viele Menschen beaufsichtigen Kinder oder pflegen Angehörige. Diese legen oftmals keine einfachen, durchgängigen Strecken zurück, sondern vielmehr Wegeketten. Deshalb legen Frauen zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit zwischendurch noch ein paar Stopps ein – am Sportverein des Kindes, am Supermarkt, bei einem Arzt oder an der Pflegeeinrichtung. Diese kurzen Zwischenstopps befinden sich häufig im Wohnumfeld. Demnach sind Pflegearbeit leistende Frauen auf gut strukturierte Fuß- und Radwege stärker angewiesen.

Im Vergleich zu Männern haben Frauen im Alltag innerhalb ihrer Mobilität meist eine geringere Reichweite. Der Grund ist unter anderem die ausgeführte Sorgearbeit im näheren Wohnumfeld. Damit weibliche Personen die unbezahlte Sorgearbeit durchführen können, suchen sie oft Arbeit im näheren Wohnumfeld. Männer fahren im Vergleich zu Frauen aufgrund der längeren Wege zur Arbeit durchschnittlich die doppelte Strecke. Deshalb haben es Frauen schwerer, einen Job in Wohnortnähe zu finden als Männer. Diese können auch Arbeiten annehmen, die weiter entfernt sind.

Im Bereich der Mobilität unterschiedliche Bedürfnisse beachten

Es ist eine Hilfe für alle, innerhalb der Mobilität vielfältige und verschiedene Sichtweisen zu berücksichtigen. Damit Vielfältigkeit sichergestellt werden kann, ist es von Bedeutung, mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten – beispielsweise auch mit Frauen. Hiervon wird die ganze Gesellschaft Vorteile haben. Wenn wirklich Mobilitätsangebote geschaffen werden, die nutzungsbasiert sind, wird die Gesellschaft zu Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit beitragen.

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