vonTatjana Frank 03.12.2021

Empowerment

Die Stellung der Frau im Wandel der Zeit. Vieles wurde erreicht, vieles muss noch erreicht werden. Ich beleuchte die relevantesten Themen aus unterschiedlichen Perspektiven.

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In zahlreichen Filmen verläuft die Handlung ähnlich: Anfangs verstehen sich eine Frau und ein Mann nicht wirklich gut. Die Frau ist hierbei der Ansicht, der Mann sei zu sehr auf dem Macho-Trip und nehme sie nicht ernst. Der Mann hingegen findet, sie sei ziemlich zickig und würde übertreiben. Doch aus verschiedenen Gründen sind diese beiden irgendwann gezwungen, zusammenzuarbeiten. Zunächst funktioniert das nicht wirklich. Doch dann rettet der Mann die Frau, sie sinkt ergeben in seine Arme und sie sind verliebt.

Klingt das recht furchtbar? Offenbar findet sich der Mann ziemlich toll und eigentlich findet die Frau den Mann zu offensichtlich im Männer-Gehabe verharrend. Doch scheinbar hat sich die Frau von Anfang an gewünscht, in den Armen des Mannes zu liegen. Noch schlimmer als diese Story ist ein anderer Umstand: Die ZuschauerInnen sind solche Szenen gewöhnt und halten sie für völlig normal. Schließlich werden die ZuschauerInnen erst dann aufmerksam und betrachten das Verhältnis von Frau und Mann genauer, falls diese in einem Film eher gleichberechtigt zusammenarbeiten, innerhalb der Geschichte ihre Mission erfüllen und sich anschließend am Ende der Story mit einem knappen nicken voneinander verabschieden.

Für viele Frauen ist es scheinbar nach wie vor ein großer Wunsch und ein wichtiges Ziel im Leben, nach dem märchenhaften Prinzen Ausschau zu halten. Es kann sogar sein, dass sie ihn irgendwann findet. Als unweigerliche Konsequenz werden sie heiraten, bald haben sie Kinder, sodass die Frau deswegen in Teilzeit rutscht und somit in die Altersarmut und eventuell gehört sie eines Tages noch zu den 38,52 Prozent der Frauen (2020), die sich laut dem deutschen Statistik-Portal Statista scheiden lassen.

Es gibt nicht nur die Monogamie

In heutiger Zeit beschließen manche Menschen tatsächlich, Single zu sein und dabei zu bleiben. Mit solchen Singles sind keine Personen gemeint, welche zum Beispiel in vielen Filmen behandelt werden: Personen, die im Regen gehen und von draußen einen Blick in die Häuser werfen und dort traurig die glücklichen Familienangehörigen sehen. Mit den Singles sind vielmehr solche Menschen gemeint, die das Single-Dasein genießen und damit zufrieden sind. Also solche Singles, die gerne allein leben. Sie konzentrieren sich vollständig auf sich selbst sowie ihr Leben und wollen sich nicht von möglichen Partnern das Leben vorschreiben lassen. Außerdem gibt es Menschen, die ihr Glück nicht darin finden würden, wenn sie monogam leben würden oder ein Single-Dasein hätten. Solche Personen sind zufrieden mit der Polygamie. Sie haben viele verschiedene Sexualpartner, können so ihre Bedürfnisse stillen und sind zugleich nicht untreu. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass die Personen in einer Partnerschaft miteinander kommunizieren und sich über ihre Gefühlswelt mitteilen. Schließlich können Beziehungen nicht funktionieren, indem die PartnerInnen vieles verschweigen.

Dennoch brauchen sich Menschen, für die die Monogamie nach wie vor die erste Wahl ist, nicht in ihrem Dasein bedroht zu fühlen. All diese Informationen bedeuten ausschließlich, dass die Menschen lediglich verschieden sind. Demnach kann das Wort Glück für jede Person eine andere Bedeutung haben. Die Menschen sollten sich aus diesem Grund von dem Gedanken befreien, es gäbe nur eine allgemeingültige Variante des Zusammenlebens für alle. Viel wichtiger ist es, dass die Menschen den Mut finden, nach ihrem Wunsch zu leben, um glücklich zu sein. Daher ist es nicht notwendig, die eigenen Wünsche zu unterdrücken oder vor allen zu verheimlichen.

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