vonTatjana Frank 07.06.2021

Empowerment

Die Stellung der Frau im Wandel der Zeit. Vieles wurde erreicht, vieles muss noch erreicht werden. Ich beleuchte die relevantesten Themen aus unterschiedlichen Perspektiven.

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Wie wirkt die Meditation auf den Menschen?

Die Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen wissen bereits seit Jahrtausenden um die Wirkungen der Meditation auf das körperliche und geistige Wohlbefinden. Die Meditation wurde lange Zeit mit Esoterik in Verbindung gebracht. Dennoch hat sich die Meditation in den letzten Jahrzehnten als ein effektives Entspannungsverfahren etablieren können. Nun kristallisiert sich seit ein paar Jahren immer mehr heraus, dass die Meditation im Grunde noch viel mehr ist: Es ist ein mentales Training, das über eine beeindruckende Wirkkraft verfügt. Während ihres Lebens meditieren vor allem Mönche so fleißig, dass diese äußerst viel Meditationserfahrung sammeln. Doch Meditation funktioniert problemlos auch ohne Spiritualität.

Die körperliche und psychische Gesundheit sind eng miteinander verbunden. Krankheiten im Körper können sich durch seelische Leiden manifestieren. Zudem haben körperliche Erkrankungen häufig psychische Beschwerden zur Folge. Bereits nach wenigen Stunden hat die Meditation auf die Psyche einen spürbaren Effekt – der Meditierende wird weniger stressanfällig und erreicht ein Gefühl von innerer Ausgeglichenheit und Ruhe. Daraus resultieren Auswirkungen auf das körperliche Befinden im Bereich des Cholesterinspiegels, des Immunsystems und des Blutdrucks. Diese spürbaren Effekte haben Neurowissenschaftler in unterschiedlichen Studien gemessen und untersucht. Die neurobiologischen Auswirkungen der Meditationsübungen auf Hirnstruktur und Hirnaktivität wurden mit bildgebenden Verfahren wie zum Beispiel Kernspintomografie sichtbar gemacht. Dadurch hat sich gezeigt, dass Menschen durch Achtsamkeit und Meditation tatsächlich die Persönlichkeit und das Gehirn verändern können.

Wie wirkt die Meditation auf die psychische Gesundheit?

  • Bessere Stressbewältigung: Von den Deutschen befürchten ganze 10 Prozent, aufgrund von Stress irgendwann umkippen zu müssen und den Anforderungen der Gesellschaft, die immer schneller werden, nicht mehr gerecht werden zu können. Um Stress in den Griff zu bekommen, sind Methoden wie progressive Muskelentspannung und Autogenes Training schon lange bewährte Methoden. Hierbei sind Ergebnisse wie Zufriedenheit und Entspannung schnell spürbar. Das emotionale und körperliche Stressempfinden ist an das Stresshormon Cortisol stark gekoppelt und durch Meditation wird dieses nachweislich stark gesenkt. Zudem wurde wissenschaftlich ein Zusammenhang zwischen Meditation und vermindertem Stresserleben erwiesen: Im Gehirn nahm die Substanz der Amygdala (rechter Mandelkern) bei meditierenden Personen ab, was signifikant einherging mit einem geringeren Stress- sowie Angsterleben.
  • Positives Denken und emotionale Stabilität: Mönche sind für ihr glückliches, heiteres Gemüt bekannt. Diese optimistische Einstellung geht laut wissenschaftlicher Studien einher mit einem deutlich aktiveren linken Frontalcortex. Dieses Areal des Gehirns kann für eine emotionale Ausgeglichenheit sorgen und reguliert Gefühle. Hierbei ist die Amygdala ein Teil von dem limbischen System im Gehirn und dort wird zum Beispiel die emotionale Bewertung unterschiedlicher Situationen gesteuert. Bei Meditierenden ist gerade dieser Bereich weniger aktiv. Problemen und Konflikten begegnen diese Menschen daher weniger irrational. Auch der Hippocampus ist ein Teil von dem limbischen System und für die Regulierung von emotionalen Reaktionen zuständig. Der Hippocampus verkleinert sich durch übermäßigen Stress. Die Folge hierauf können ein emotionales Ungleichgewicht oder sogar Depressionen sein. Es gibt 4,9 Millionen Menschen in Deutschland, die Depressionen erleiden und in zehn Jahren ist der Konsum von Antidepressiva auf das Doppelte angestiegen. Meditation könnte einer Studie zufolge für die Behandlung von depressiven Erkrankungen eine Möglichkeit darstellen, die mit Verhaltenstherapien und Antidepressiva vergleichbar ist.
  • Achtsamkeit: Unter dem tagtäglichen Gedanken-Karussell leiden viele Menschen, worin sie ohne Pause von einem Gedanken zum anderen springen und sich diese Gedanken häufig in einer belastend endlosen Spirale wiederholen. Solche Gedanken abzuschalten, muss nicht das Ziel von Meditation sein. Vielmehr kann es ein Ziel sein, die Fähigkeit nach und nach zu stärken, im unmittelbaren Moment im Alltag und in der Meditation präsent zu sein. Eine verbesserte Achtsamkeit führt zu weniger emotionalem Stress, welcher durch zu viel Nachdenken über die Zukunft und Vergangenheit ausgelöst wird. Durch Meditation lernt der Interessent, achtsam zu sein oder seine eigenen Gedanken mit mehr Distanz zu beobachten und eine unkontrolliert affektive Reaktion zu vermeiden. Durch Meditation ist es also möglich, auf Situationen das mechanische Reagieren umzuprogrammieren und achtsamer sowie geduldiger zu werden.

Außerdem wirkt sich Meditation positiv auf die geistige Flexibilität, Konzentration und das Gedächtnis aus. Die Körperwahrnehmung und Intuition verbessern sich und werden gestärkt. Auch der Alterungsprozess wird durch Meditation verlangsamt – insbesondere im Bereich der Gedächtnisleistung.

Wie wirkt die Meditation auf die körperliche Gesundheit?

  • Besserer Schlaf
  • Weniger Schmerzempfinden
  • Niedrigerer Blutdruck
  • Gestärktes Immunsystem
  • Reduzierter Cholesterinspiegel
  • Weniger Migräneattacken
  • Bei Neurodermitis ist die Wirkung von Meditation mit wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, weil Stress (psychische Auslöser) für einen Schub ein Grund sein kann. Meditation ermöglicht die Bewältigung von Stress, sodass ein Schub mit Neurodermitis auch besser abheilen kann. Zu den Auslösern von dieser Hautkrankheit werden einige Triggerfaktoren wie Stress, Umweltallergene, Chemie, Tierhaare, Trockenheit, Schweiß und Infekte gezählt.

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