vonfuchsbau 05.11.2018

Der Fuchsbau

„Der Fuchsbau“ ist ein Coming-of-Age-Fortsetzungsroman des poln.-österr. Schriftstellers Markus Szaszka.

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Nachdem Maksio sein Omelett mit Speck verputzt und seine kalte Schokoladenmilch getrunken hatte, begann die jugendliche Lebenskraft seinen Körper wieder zu durchfluten. Er lief ins obere Geschoss, putzte sich schludrig die Zähne, zog eine kurze Hose über die gestreiften Boxershorts – das Einzige, was er bis dato angehabt hatte –, ein Shirt über den Torso, ein Flanellhemd darüber und schlüpfte in seine dunkelblauen Chucks. Den unausgepackten Rucksack, den er gestern dabeigehabt hatte, warf er sich über die rechte Schulter und nahm etwas Geld aus der Schublade mit seinen kleinen Schätzen darin. Wieder unten, gab er Oma und Opa je einen Kuss, seiner Schwester gleich drei – einen auf die linke Wange, einen auf die rechte und einen auf die Stirn – und jagte auf die Straße, während Rex ihm nachbellte. Lilith kicherte stumm in sich hinein und sah ihm nach, bis er aus ihrem Sichtfeld verschwunden war.

Es war ein neuer, herrlich warmer Tag in den frisch angebrochenen Sommerferien, und das bedeutete neue Käsesemmeln, mehr Kakao und mehr Rumlungern, wobei Maksio nicht verbergen konnte, dass sein Herz eine neue, noch undefinierte Sehnsucht in sich trug. Vielleicht kommt er heute wieder vorbei!

*

Tage vergingen und Maksio wartete vergeblich auf eine Wiederholung des abenteuerlichen Nachmittages von neulich. Die Brauerei blieb geschlossen und von frühreifen Jungs aus der Stadt fehlte jede Spur. Alles blieb beim Alten im kleinen Städtchen Miasto.

Maksio wanderte mit etwas Proviant, seinem Comic, den er immer noch nicht ausgelesen hatte, und dem roten Ball im Rucksack über wild wuchernde Felder, den Deich und an Bächen entlang, auf der Suche nach einer Beschäftigung. Viel Neues fand er in den paar Tagen seit dem Bier-Vorfall nicht vor; einen Fuchskadaver, eine Packung Streifenkaugummi mit Pfefferminzgeschmack und eine verfallene Holzhütte mit alten Konservendosen – offenen und verschlossenen –, Lumpen und einem nicht mehr funktionstüchtigen Gaskocher im Inneren. Des Weiteren fand er in dem verlassenen Einsiedlerhäuschen erstaunlich gut erhaltene Schreibutensilien, die er mitnahm: ein grün-silbern verziertes, asiatisch anmutendes Etui mit Füllfederhalter und Tintenfässchen.

Am 12.11.2018 geht es weiter!

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