vonfuchsbau 04.02.2019

Der Fuchsbau

Der Fuchsbau“ ist ein Coming-of-Age-Fortsetzungsroman des poln.-österr. Schriftstellers Markus Szaszka.

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Während der Sommerferien, den zwei Monaten, in denen sie fast ausschließlich Zeit miteinander verbracht hatten, waren die Füchse zusammengewachsen. Bei ihren Abenteuern in der Stadt und Wanderungen auf dem Lande infizierten sie sich gegenseitig mit ihren Lieblingsliedern, -comics und -filmen, denn das war es, was die vier verband: ihre Vernarrtheit in die Kunst.

Mateusz, zum Beispiel, war ein großer Filmfan. Er hatte es als Einziger der Füchse drauf, ganze Szenen seiner Lieblingsstreifen auswendig nachzuplappern. Valeska kannte sich gut mit Comics und Musik aus, sowohl zeitgenössischer als auch klassischer sowie der aus den Sechzigern und Siebzigern. Maksio steuerte ebenfalls Wissen über Comics bei. Des Weiteren kannte er für sein Alter erstaunlich viele Geschichten der klassischen Literatur, denn solche hatte ihm seine Mutter früher häufig zum Schlafengehen erzählt; die Odyssee, den Grafen von Monte Christo oder den Faust zum Beispiel. Michał mochte vor allem klassische Musik und Tanz, was wohl damit zusammenhing, dass er bereits seit seinem vierten Lebensjahr das Ballettinstitut besuchte. Es war schwierig zu deuten, ob er viel darüber wusste, weil es ihn interessierte oder weil er dazu angehalten wurde, sich dafür zu interessieren. Womöglich war es ein wenig von beidem.

Den anderen Füchsen immer wieder neue Entdeckungen aus dem eigenen, aber auch aus den fremden Metiers zeigen zu können, war für jeden der Freunde Ansporn genug, sich zunehmend intensiver mit ihren Hobbys zu beschäftigen und diese möglichst genau zu erforschen. Maksio las mehr Comics als gewohnt und zusätzlich fing er an, in den alten Gedichtbänden seiner Mutter zu schmökern, ohne alles zu verstehen, was dort geschrieben stand. So oft er konnte, sah sich Mateusz Filme an, durchforstete Videotheken nach Seltenheiten und führte mit deren Besitzern hitzige Unterhaltungen über schauspielerische Leistungen. Valeska begann, zunächst mehr schlecht als recht, Skizzen eigener Comics über Tiere und deren Abenteuer im Wald anzufertigen. Michał versuchte, wie die anderen auch, gute Lieder, Filme oder Comics zu entdecken, doch das gelang ihm nur dürftig. Dafür staunten Maksio, Mateusz und Valeska jedes Mal nicht schlecht, wenn er zu tanzen begann, Pirouetten zu drehen und Ballonné zu springen, was er wiederum als nichts Besonderes empfand.

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Dieser Beitrag wurde vom Korrektorat & Lektorat Selfpublishingo.com ermöglicht.

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