vongnu 24.06.2019

GNU – Literarische Grotesken

Damals wie Heute das zynische Lächeln über die menschliche Irrfahrt. | © Fabian Fox Fotografie

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Kultusministraler Abschlussbericht. Neue Erkenntnisse zum Theater.

Der Name C. Manello mag in fachmännischen Kreisen zwar gänzlich unbekannt und ungeachtet sein, doch ihr Ruf eilt ihnen bei weitem voraus.
Die Spur. Ich hab von euch gehört. Euer Pech? Mein Glück?
Der Whistleblower der Theaterszene!
Die Spuren führen mich nach Berlin.
Die Landeshauptstadt – Koryphäe an Kultur, Vielfalt. Toleranz und Akzeptanz.
Und der blutige Pfad der Kokapflanze.
Ich habe Namen gesammelt – führende Intendanten und Regisseure des Deutschen Theaterbetriebes.
Ein irrwitziges System der Banalitäten.
Exempel No. 1 – Das Paradebeispiel
Eine Feier. Ein Penthaus.
Intendant zu junger Nachwuchsschauspielerin:
»Ich finde es ordentlich toll, dass und gerade so viele, aber auch junge Kolleginnen den Feierlichkeiten beiwohnen.
«
Darauf ein Zebrastreifen. Der Intendant konsumiert besagte Wunderdroge des Kulturbetriebs – kolumbianisches Kokain bester Güte und Qualität.
Nachdem die junge Nachwuchsschauspielerin berauscht und von teurem Champagner betört im Bett des Intendanten aufwacht, begrüßt sie dieser mit eregierten Penis. 
Das Kokain fungiert in diesem Falle, als zweierlei; Potenzmittel, Macht als Viagra, das Kapital der Kapitalismuskritik, eine Schwanzverlängerung und das Statussymbol des gehobenen intellektuellen Lebensstils.
Die Frage steht im Raum; geilt Macht auf? Gewiss.
50.000,-EURO und das weiße Pulver des südamerikanischen Wunderbaums. 500 Gramm.
Die Stilisierung der Macht. Die Abartigkeit des Irrwitzes. Eine Vergewaltigung.

Der Tatsache zum Trotz, dass das Theater der besagten Personen gänzlich unrelevant ist; so stellt sich doch, unter anderen Blickwinkeln, eindeutig die Frage, ob diese Unrelevanz auch noch zutrifft, sobald die besagte Person für ihre besagten unrelevanten Taten, staatliche Steuergelder bezieht, um ihre besagte Unrelevanz zu finanzieren.

Im Allgemeinen, ist das so eine feine Sache mit dem Geld. Geld ist natürlich stets von Interesse und Relevanz. Schlussfolgernd mündet Unrelevanz, unter Voraussetzung, dass sie Geld kostet, automatisch in einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs.

In der folgenden Betrachtung lassen wir bewusst die unschönen Fakten, wie den besagten Drogenkonsum und die Ausübung zweifelhafter sexistischer Praktiken beiseite und als Stolperstein am Wegesrand liegen. Wir fokussieren uns auf den eigentlichen Bericht meiner Kommission. Es soll vermieden werden in den gleichen Duktus zu verfallen, wie es jene tun, die nun am Pranger stehen und allenfalls, durch ihre, an den Tag gelegte, Doppelmoral bestechen. Eine kleine indianische Weisheit gilt es dennoch loszuwerden, eher aus poetischen Antriebsgründen, als aus inhaltlichen.

Zitat Beginn: »Über Kokain. Der bittere Geschmack des Kokains, der in der Speiseröhre vergällt, rührt vom Blut der Kinder, das an den Blättern der Kokoplfanze klebt.« Zitat Ende.

Zurück auf das Wesentliche; vom Theater kann man viel über den Aufbau eines totalitären Staates lernen. Besagtes Paradebeispiel, das perfekte schulische Erklärungsmodell.
Einer sitzt an der Spitze, der s. g. Generalintendant oder Autokrat.
Er unterdrückt nicht nur die Untergebenen, sondern drückt seinen schlaffen Schwanz auch in alles, was 30 Jahre jünger ist, als er. Der Pontius Pilatus des Gutmenschentums, der seine Seele mit plakativen Schuldzuweisungen reinwäscht – simples Sündenbockmotiv.
Vor der Haustüre liegen Tonnen brauner Scheiße. Doch vom vielen Scheißen, werden alsbald jene Exkremente, durch das Blut seiner Hämorrhoiden Rot kaschiert. Theatermacher leben ungesund. Er sieht nicht mehr nur sein blutendes Herz, seinen Leidenspfad bis hin zum psychologischen Gipfelkreuz, zur eigentlichen Erlangung der Macht, Straßen ohne Freude und vor allem Freunde und zerrt demütig von seinem leibhaftigen Opfer, seiner vollständigen Zuwendung für die Gesellschaft.
Ein Monopol. Der große Kuchen (Geld, Status, Ruhm und Ehre) wird unter den Kollegen des Despotentums brüderlich aufgeteilt. Das schimpft sich politisches Theater.
 Und ein Radiosender. Historisches Medium, linksliberales Propagandainstrument, das.
Das Radio, die Plattform, die in ihrer liberalen Sendezeit, den Alleinherrscher in regelmäßigen Turnus in Szene setzt und mit gesamtheitlichen Aufwand und Druck, dass System so aufrecht erhält. Der Intendant kann unentwegt altkluge Phrasen klopfen, die neue, alte Menschlichkeit, die als solche von behördlichen Journalisten abgesegnet und mit minimalistischer Kammermusik unterlegt wird.
Und nicht vergessen, es ist wieder Theater, die wohl unrelevanteste Nische des Kulturbetriebs, doch mit so auffallenden Parallelen zu ihren staatsmännischen Geldgebern.

Zwei Möglichkeiten gibt es nun.
Erstens; abwarten und hoffen, dass die globale Weltwirtschaft zusammenbricht und sich der Spuk von selbst erübrigt – wird nicht passieren oder
Zweitens; die Aktion, der revolutionäre Akt, der Systemsturz im Kleinen, das Trainingscamp für das große Ganze, der gewaltlose Widerstand, der Boykott des Bollwerks an moralischer Instanz und Ordnung.
Die ausführenden Organe müssen in ihrem revolutionären Selbstverständnis, sich von den Lügen, die sie auf dem sakralen Bühnenraum nach Außen tragen, gänzlich befreien, um die patriachalen Psychopaten mit agierendem Glory Hole-Prinzip, ihren artifiziellen Propagandafilmen und ihrem geißelnden Kalkül lahmzulegen.
Erst wenn das Theater, in den Grundfesten erschüttert und zerstört und die gesamte Begrifflichkeit zertrümmert wird, kann auf den Trümmern, etwas neues entstehen, das wahrhaftigen Modellcharakter für das Große Ganze ausübt.
50.000,-€, eine Entschädigung für armselige Existenzen und anonyme Alkoholiker. Entzug ist ein probates Mittel. Entzieht euch dem schädlichen Machteinfluss.
Ihr seid die 5. Gewalt der Nation, eure Vorgesetzen leider allzu oft pittoreske Horrorclowns.
Mein ungehörter Appell.

Die angesprochene Personengruppe wird beim Lesen der Zeilen ihre Omnipräsenz unmissverständlich zuordnen können. Als angemessene Reaktion, werte ich eine öffentlichkeitswirksame Entschuldigung mit dem Satz, »In der Vergangenheit sind gewisse Fehler passiert.«
Bitte, gerne, in ihren ungehörten wöchentlichen Kampfansagen an die Öffentlichkeit.
Eine Fortführung des bisherigen Wirkens, werte ich als Ignoranz für die aufrichtige Arbeitsleistung der kulturellen Dopingagentur.
Resultat, echte Namen, als Zeichen meiner neu aufgenommen Tüchtigkeit.
Bitte. Danke.

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https://blogs.taz.de/gnu/offener-brief-an-einen-intendanten/

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