Hausmeisterkunst (7)

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Ähnlich wie in Tegel wollte auch hier der Hausmeister eines kleinen Ärztehauses in Frohnau nur mal eben auf die Schnelle einen Verteilerkasten auf dem Patientenparkplatz vor dem Umgefahrenwerden schützen – und umwickelte dazu den bereits von der Bewag zum Schutz des Verteilerkastens aufgestellten Eisenbügel mit rotweiß-gestreifter Klebefolie. Nachdem diese von einem PKW teilweise zerfetzt worden war, stellte er noch einen PVC-Pilon auf der anderen Seite des Verteilers auf. Und nachdem auch der mehrmals übersehen wurde, „opferte“ er schließlich noch ein altes Warndreieck, das er auf den Verteiler stellte, damit einem das ganze auch im Rückspiegel sofort in die Augen sprang. Die Urbanisten sprechen in diesem Zusammenhang von einer Tendenz zu Pollerensembles, d.h. ein Poller zieht stets weitere Poller an: Nur weil z.B. die BRD so überpollert war, bestand die DDR nach 89 darauf – d.h. die neuen Verkehrspolitiker und Tiefbauämter dort – dass die ganzen über den „Aufschwung Ost“ renovierten Straßen sofort verpollert werden müßten – und sogar mit noch mehr Pollern als im Westen. Das wurde ihnen auch tatsächlich genehmigt. Inzwischen sollen angeblich in Ostelbien schon mehr „stumme Polizisten“ stehen als einst IMs, mit dem Unterschied, dass dort auf jeden Poller bald nur noch halb so viel Bevölkerung kommt.

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