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vonHelmut Höge 27.11.2009

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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Was für ein reaktionärer Schwachkopf der Verlagsgründer Axel Caesar Springer war – weiß man: Er ließ sich von seinem Hausastrologen einen Besuchstermin bei Chruschtschow ausrechnen und nutzte diesen dann, um ihn im Kreml ebenfalls unter Berufung auf irgendwelche Sternkonstellationen zu einer Änderung seiner Außenpolitik zu bewegen. Angeblich soll er auf Sylt mal einen Strichjungen zu Tode gepeitscht haben und jeder seiner Geliebten einen Turm gebaut haben. Dann verglich er den siegreichen israelischen „Wüstenfuchs“ Dajan mit Rommel – daher sein verlogener Philosemitismus, den alle Redakteure „mit Leben“ zu füllen hatten (nach dem 11.9. mußten seine Redakteure sich auch noch schriftlich verpflichten, gedanklich stets an der Seite der USA zu kämpfen).

So wie der Tagesspiegel täglich unter dem Motto „rerum cognoscere causas“ antritt, hatte  auch Axel Springer 1959 ein Credo für seinen Medienkonzern: „Ich war mir seit Kriegsende darüber klar, dass der deutsche Leser eines auf keinen Fall wollte, nämlich nachdenken. Darauf habe ich meine Zeitungen ausgerichtet.“ Rudolf Augstein sagte es später so: „Bild lügt. Nein, sie macht dümer und dümmer!“ Ihr 50jähriges Jubiläum bewarb die Bild-Zeitung mit dem Spruch „Danke für die heile Welt“, dazu zeigt sie eine dümmlich aussehende Blondine mit blauen Augen.

Für die Bild-Zeitung zu arbeiten, gilt auch unter den Zwanzigjährigen noch als verwerflich. So bitten z.B. die Springer-Praktikanten, wenn sie mit ihren Freunden, die bei der taz untergekommen sind, in deren „Kantine zusammen essen, den anderen nicht zu verraten, wo sie untergekommen sind.  Neuerdings bleiben wegen des Lenkschen Pimelreliefs an der taz-Hauswand immer mal irgendwelche Springermanager in grauen Anzügen davor stehen und lachen kurz und rauh – über „diesen Dieckmann“, der in ihrem Haus anscheinend als der Irre vom Dienst und (rechter) Anarch gilt.

Ich habe mich vor allem über die beiden bruntzdummen und heimtückischen Gerichtsreporterinnen von Bild und BZ geärgert – einmal beim Prozeß gegen den Kaufhauserpresser Arno Funke alias Dagobert: Während er noch auf freiem Fuß immer wieder die Polizei überlistete, war er für die Bild „Deutschlands beliebtester Verbrecher“. Vor Gericht gestellt, galt er der Zeitung jedoch fortan nur noch als kleiner gemeiner Krimineller – und seine Geradeaus-Verteidigung nannte sie ein „feiges Geständnis“. Und dann die russische „Lotto-Fee“, der man vorwarf, ihren Lottoschein gefälscht zu haben. Auch hier schleimten sich wieder die beiden Reporterinnen an die arme Frau heran, um sie anschließend in ihrem Schweinblättern fertig zu machen – statt die Lottogesellschaft anzugehen.

Merke: Nach oben treten und nach unten ducken ist links – und nach oben ducken und nach unten treten rechts!

Springers Nachfolger im Konzern ehren ihn seit seinem Tod in der schiffförmigen Kantine des Führungspersonals im obersten Stockwerk mit einem Hausaltar, der täglich mit frischen Zeitungen und Schnittblumen garniert wird:

Detail:

Auf seinem Altar steht rechts eine zerschossene Artilleriekartusche (wahrscheinlich vom Artilleristen Karsten Klingbeil, der den Zeitungsvertrieb für Springer aufbaute) . Unten vor dem Verlagsgebäude standen bis 2006 extra gegossene umgedrehte Kanonen als Poller (sie wurden kürzlich  durch elektronisch versenkbare ausgetauscht):

Blogwart Matthias Broeckers zeigt von seinem Stammplatz zwischen dem 5. und dem 6. Stockwerk des taz-Hauses auf die 15. Etage des Springer-Hochhauses: „Da hat Diekmann sein Büro!“ Broeckers hat großen Spaß an diesem ganzen juristischen bzw. verbalen Hin und Her zwischen den beiden Verlagshäusern in der Kochstraße:

Die Ex-tazlerin Uschi schickte uns derweil aus Kalifornien, wo sie bei einer kleinen Zeitung in San Diego arbeitet, dieses US-Öko-Pimmelphoto:

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Weitere Hausaltäre zum Vergleich:

Hausaltar vor der Zen-Residence in Manila.

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Hausaltar einer Filiale der chinesischen Lebensmittelkette „Panciteria“ in Manila.

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Hausaltar des Indienfahrers Bernd S. in Berlin-Steglitz.

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Hausaltar der Autovermietung von Rommel B. in Manila.

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Hausaltar im Garten der e.e. Autovermietung.

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Hausaltar des Taubenzüchters Zygmunt S. in Ciplice.

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Dreiteiliger Hausaltar der zwei Besitzer des Schöneberger Restaurants „Due Emigranti“ (Heimat – Überfahrt – Ankunft in Westberlin).

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Geraubter Hausaltar der „Spree-Athener“ (Icke-Berliner).

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Hausaltar eines US-Playmates in ihrem Bombay-Apartment, das ein Sugar-Daddy (Zuckerfabrikenbesitzer) ihr finanziert.

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Hausaltar des Odenberger Oberförsters Fabricius.

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Hausaltar des chinesischen Informatik-Studenten Wu K. in Jakarta.

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Hausaltar der Schweizer Prostituierten Sigrid F. in Zürich.

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Hausaltar eines indischen Haus- und Hofbesitzers in Goa.

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Hausaltar des Rentners Ulrich W. in Bremen.

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Hausaltar der Sozialarbeiterin Sheila P. in Bombay.

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1. Hausaltar von Oy-Siemens in meiner Wohnung in Berlin-Mitte.

2. Hausaltar von Oy-Siemens im Buddhistischen Haus in Frohnau (siehe dazu Text im blog-eintrag „Kleine Kunststücke in der Großstadt“).

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Hausaltar von Sabine V. in Berlin-Kreuzberg.

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Hausaltar von Cornelia K. in Berlin-Schöneberg.

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Hausaltar des Religionsforschers Wolfgang J. in Hannover.

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Hausaltar einer Landkommune im Elsaß.

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Hausaltar einer „Thai-Fun-Bar“ im Wedding, die einem BVG-Busfahrer gehört.

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Hausaltar eines ehemaligen burmesischen Boxmeisters in Rangoon.

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Hausaltar eines burmesischen Oppositionellen in Rangoon.

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Hausaltar eines vietnamesischen Restaurantbesitzers in Berlin-Marzahn.

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Thailändische Masseusin vor ihrem Hausaltar in Frankfurt/Main.

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Hausaltar des chinesischen Künstlers Fang W. in Berlin.

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Hausaltar der Künstlerin Annelott Höge im Radmoor.

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Hausaltar eines Getränkehändlers in Bombay.

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Ein sich ständig verändernder Hausaltar in Burma. Gezeichnet von Guy Delisle für sein Comicbuch „Burma Chronicles“ (Verlag „Drawn and Quarterly, Montreal 2008). Delisle ist mit einer Ärztin verheiratet, die für „Ärzte ohne Grenzen“ in Burma tätig war, der Comiczeichner begleitete sie.

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kommentare

  • 1993 gelangte ich einmal bis in die oberste Etage des Springerstiefelverlags:

    Club-Atmo im Springer-Hochhaus

    In der 18. Etage des Springer- Hochhauses gibt es einen Journalisten-Club, in dem der Ullstein- Verlag manchmal seine zwielichtigen Neuerscheinungen präsentiert. Mit Reden, opulentem Buffet und Fotografen-Blitzlichtgewitter. Der Club soll atmosphärisch an einen Salon in einem Schiff erinnern. Dazu dient u.a. die runtergehängte, gewölbte Decke. Man hat eine wunderbare Aussicht über die ganze Stadt. Bis zu den Wannsee-Bergen auf der einen und Marzahn auf der anderen Seite. Und dann grenzt das Gebäude direkt an den einstigen Todesstreifen. Der Verlag mußte dafür seinerzeit eine Sondergenehmigung einholen.

    Das Merkwürdigste an dem Journalisten- Club, der auch als Speisesaal für die höheren Verlags-Chargen benutzt wird, ist ein Altar zu Ehren Axel Caesar Springers (Photo siehe oben). Er besteht aus einer Art Sekretär mit einem Foto des verstorbenen Verlagsgründers darüber. Links und rechts stehen zwei Kerzenleuchter und einige Reliquien: eine Kartusche, die bei der Grundsteinlegung des einstigen Berliner Zeitungsviertels Verwendung fand, ein Bergkristall in einem mit Samt ausgeschlagenen Karton, eine kleine Bronzeplastik und einige Objekte, die ich nicht identifizieren konnte.

    Ebensowenig eine der Verlags-Sprecherinnen, weil, so sagte sie mir, keiner so recht dafür verantwortlich wäre und jede Abteilung im Haus, wenn sie ein mit dem Verlagsgründer zusammenhängendes Objekt irgendwo findet, es „dort oben“ einfach ablegt.

    Irgend jemand muß sich dort aber doch regelmäßig um den Altar kümmern, denn täglich werden die Schnittblumen erneuert und die neuesten Ausgaben der von Axel Springer einst gegründeten Zeitungen quasi vor ihm auf dem Sekretär ausgebreitet.

    Kaum ein Fotograf versäumt es, den Altar zu fotografieren, wenn er schon mal dort oben ist, um eigentlich den einen oder anderen Prominenten zu knipsen, der sich zu einer Buchpräsentation eingefunden hat. Ich konnte beim letzten Mal die Witwe Axel Springers und Lothar Loewe identifizieren. Dieser schien mir außerordentlich fett geworden zu sein. Auch hatte er mittlerweile einen kleinen Tick bekommen: Er zuckte die ganze Zeit mit der Schulter und dem Hals. Er wußte anscheinend nicht so recht, was er dort eigentlich sollte. Im Gegensatz zu mir hat er wahrscheinlich genug Geld, so daß ihn nicht einmal ein gutgefülltes Buffet für umsonst besonders reizt.

  • Umgekehrt schleichen wir uns auch manchmal in das Springer-Hauptquartier ein:

    Die „Tittenlexikon-Etage“

    Das muß der dritte oder vierte Stock im Springer-Hochhaus sein. An der Rezeption unten im Erdgeschoß, wo sich immer die absonderlichsten Menschen einfinden – aufgrund der „Bild kämpft für Sie“- Kampagne, die aus den dortigen Pförtnern schon psychologisch hochqualifizierte Fachkräfte gemacht hat, gebe ich mich mitunter als ein gerade hauptstädtisch wildernder Hamburg-Journalist aus, der dringend ein Fax an seine Heimatredaktion abschicken muß.

    Das Springer-Hochhaus besitzt eine eigene Fax-Abteilung, in der nur Männer arbeiten. Wahrscheinlich ehemals hochorganisierte Setzer und Drucker mit Arbeitsplatzsicherheitsautomatik, die es irgendwie nicht geschafft haben, sich auf Computer umschulen zu lassen bzw. die dann die deprimierende Erfahrung machten, daß jede dumpfe Sekretärin ihnen an der Hight- Tech hirnhoch überlegen ist.

    Erst reagierten sie darauf mit Magengeschwüren, kauften sich ein neues Auto, rot und mit doppelten Auspuffrohren, das sie samstags geradezu verbissen wienerten, selbst bei Regen, dann fingen sie innerbetrieblich an zu quengeln: „Sie mobbten sich so durch“, wie die Mädels aus dem Schreibpool des sechsten Stockwerks heute eine derartige Arbeitsplatz-Neubeschreibung nennen würden, der damals allerdings noch etwas durchaus Kollektives, Arbeiterklassenschicksalsmäßiges anhaftete, weswegen Betriebsrat und die sich dann vornehm in IG Medien umbenennende Druckergewerkschaft auch noch kräftig mitmobbten.

    Als Kompromiß entstand schließlich im dritten oder vierten Stock die Fax-Abteilung, in der natürlich längst Billigdienstleister (aus dem Umland) um langfristig abgesicherte Daseinsberechtigungen ringen. Kurz und gut: Einer von denen muß mich also unten beim Pförtner abholen (bei Springers darf nämlich kein Unbefugter alleine durchs Haus tigern).

    Er kommt aus dem Fahrstuhl mürrisch auf mich zu, und ich lächle ihm aufs Hamburgischste entgegen. Als erstes wird der Pförtner leise angemacht: „Sie sollten doch niemanden zu uns schicken!“ Dann begleitet er mich aber freundlich nach oben, während ich mich mehrmals bei ihm entschuldige, für den Pförtner gleich mit. Oben nimmt sein Kollege mir die zu faxende Seite aus der Hand.

    Stets rattern mehrere Maschinen gleichzeitig. Und das unterbrochene Gespräch findet erst mal seine Fortsetzung: „Die Blonde aus dem Neunten wird sich auch nie an die geänderten Fax-Zeiten halten …“ „Du meinst Frau Risch? Die hat das doch nicht nötig …“ „Meint Sie!“

    Das Beeindruckenste am Fax-Raum ist die große Wand hinter den Geräten: Sie ist voll mit den täglichen Busenporträts aus Bild und BZ, es müssen etliche hundert sein: Was für unterschiedliche Brüste es doch gibt! Wenn man näher rantritt, kann man auch noch was dazulernen: „Gaby liebt Dreimaster, sie hat alles über diese schönen Segelschiffe gelesen …“ Es folgen Details aus der Seefahrt. Oder: „Elke sammelt Briefmarken, sie weiß von daher, die teuerste Marke der Welt …“ Und dann folgen nähere Einzelheiten über die Blaue Mauritius oder etwas Ähnliches.

    Das Tittenlexikon ist eine altehrwürdige Einrichtung von Bild und BZ. Aber während die Setzer im Fax-Raum nur an den barbusig abgelichteten Mädchen interessiert sind (sie schneiden sie auch nicht aus der Zeitung aus, sondern bekommen die Originalvorlagen aus der Druckerei, zu der sie als Setzer natürlich noch alte proletarische Verbindungen haben), sollen die Bild- bzw. BZ-Leser die täglichen Busenmädchen mitsamt dem Text ausschneiden – und dann abheften, auf diese Weise haben sie sich nach einem halben Jahrhundert Bild/BZ-Lektüre so etwas wie ein Brockhaus für Debile zusammengestellt.

    Als nun Kai Diekmann Chefredakteur von Bild wurde, mußte er natürlich irgendwas ändern – um sein Blatt zu „gestalten“, zu „prägen“. Da hatte er die glorreiche Idee, oder vielleicht auch seine Frau, die Zahnärztin und Mutter seiner vier Kinder Katja Kessler, statt des albernen Lexikons täglich ein Gedicht neben das Busenmädchen zu stellen, das sie dann verfaßte.

    Dazu heißt es bei Wikipedia:

    „Sie promovierte über Eisenaufladung und Antioxidantienstatus bei Patienten mit homozygoter β-Thalassämie unter Gabe des Chelators Deferiprone.

    Statt dann die Praxis ihres Vaters zu übernehmen, machte sie ein Praktikum beim Axel-Springer-Verlag und erregte Aufsehen mit ihren Textbeiträgen über Nacktbilder auf der ersten Seite der Bild-Zeitung. Später bekam sie eine eigene Kolumne.

    Außerdem schrieb sie zusammen mit Dieter Bohlen ‚Hinter den Kulissen‘ und ‚Nichts als die Wahrheit‘.

    2007 ihren ersten Roman ‚Herztöne‘ und 2009 ‚Frag mich Schatz, ich weiß es besser‘, ein Roman, in dem sie teilweise autobiographisch über ihre Ehe mit Kai Diekmann schreibt.“

    Bei dessen Bild-Zeitung kehrte man irgendwann zu dem anscheinend äußerst beliebten täglichen „Tittenlexikon“ zurück, wenn auch nur noch andeutungsweise – das hört sich jetzt z.B. so an:

    „Amy (20) kennt die besten Stellen. Die blonde Mähne ist geföhnt, der Tigertanga sitzt – und schon geht’s mit Amy zur Abenteuer-Safari auf Teneriffa (21 Grad). Hier kennt das Model aus England die größten Palmen, die kuscheligsten Stränge und die heißesten Sonnenplätze…“

    Gedichtet wird aber immer noch im Springerstiefelverlag – und zwar täglich in der BZ. Hier ein Beispiel vom 2.Dezember:

    „Bizarre Laura. /
    Lauras Lust, sie /
    währt nicht lang. /
    Sie lacht mich kurz/
    im Traum nur an./
    Sie trägt Dessous,/
    doch zeigt sich nicht./
    Ich will sie ganz,/
    doch darf es nicht./
    Ein Höhepunkt bleibt/
    mir verwehrt./
    Sie ist der Reiter,/
    ich nur Pferd.“

    Ob die Bild-Tittengedichte von Katja Kessler-Diekmann besser waren als dieses BZ-Tittengedicht oder ob sie jetzt als Redaktionsdichterin zur BZ übergewechselt ist, also dort für die Gedichte zuständig ist, das könnte nur und müßte mal ein Marcel Reich-Ranicki in seiner FAZ-Poesie-Kolumne klären.

  • Seit Anfang Dezember werden täglich wie verrückt Genossenschaftsanteile gezeichnet. Man vermutet, dies hängt damit zusammen, dass Kai Diekmann seinen blog „kai-diekmann.de“ mit der webpage der taz-genossenschaft verlinkt hat. Verschwörungstheoretisch gesprochen, dass er seine Hiwis (einige meinen, die Bild-Leser) mobilisiert hat, um die Genossenschafts-Vollversammlung zu majorisieren.

    Es gibt Präzedenzfälle:

    Als die bärtigen Öko-Grünen erstmals in Hessen bei Wahlen erfolgreich waren, beschlossen Joschka Fischer, Tom Koenigs, Georg Dick und andere (die man später die Fischer-Gang nannte, weil sie gerne in Lederjacken und zusammen auftraten) – in die Grüne Partei einzutreten. Sie machten sich fit in AKWs und erschienen dann auf einer Grünen-Vollversammlung, wo sie ihren Wunsch, in die Partei einzutreten, kund taten. Alle waren erschrocken, der Kassierer versuchte in einem letzten Verzweiflungsakt das Unheil abzuwenden: „Sehr gut,“ sagte er, „nurf leider sind uns gerade die Beitrittsformulare ausgegangen!“ „Die haben wir dabei – und auch schon ausgefüllt, “ wurde ihm entgegnet. Kurz darauf war Fischer schon Deutschlands erster Turnschuh-Minister. Und die bärtigen Parteigründer trollten sich.

    Ähnliches geschah auch einmal bei der FDP in Berlin: Dort traten plötzlich massenhaft Studenten in die Partei ein – und versuchten das Steuer antiliberal herumzureißen…Der Übernahmecoup kann nicht sehr erfolgreich gewesen sein – nach allem, was man so hört aus der FDP.

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