Ein Foto der Mutter und Schwester Khaled Saids. Sie klagen zwei Polizisten, Muhammed Salah und Muhammed Sherif an, ihren Sohn und Bruder am 8. Juni vor einem Internetcafé in der ägyptischen Mittelmeer-Hafenstadt zu Tode geprügelt zu haben. Heute beginnt in Alexandria der Prozess im Fall Khaled Said.
Über den Fall wurde in diesem Blog bereits ausführlich berichtet. Er hat in Ägypten hohe Wellen geschlagen.
In Erwartung möglicher Auseinandersetzungen in und vor dem Gerichtsgebäude, hat die Polizei scharfe Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Sympathisanten der Familie haben 3000 Poster drucken lassen, die das Foto der völlig entstellten Leiche Saids zeigen, das auch auf diesem Blog veröffentlicht wurde.
Lokale und internationale Menschenrechtsorganisationen haben angekündigt, Beobachter zu dem Prozess zu entsenden.
Saids Anwalt hat unterdessen erklärt, dass er zu Prozessauftakt die Anklage von „verprügelt“, auf „zu Tode geprügelt“ abändern möchte.
Laut offiziellen Berichten der Gerichtsmedizin, soll Khaled an einem Tütchen mit Haschisch erstickt sein, das er bei dem Auftauchen der Polizisten heruntergeschluckt haben soll. Dieses Ergebnis der Obduktion wurde allerdings öffentlich, auch von ehemaligen anerkannten ägyptischen Gerichtsmedizinern, als fabriziert angezweifelt. Augenzeugen hatten berichtet, dass die Polzisten solange auf Khaled eingeprügelt hätten, bis dieser sich nicht mehr bewegt habe.
Der Fall hat auch international zu Protesten geführt, wie hier letzten Samstag bei einer kleinen Aktion vor den Vereinten Nationen in New York
In Ägypten werden unterdessen eine ganz neue Art mutiger Musikvideos produziert und über Youtube verbreitet, wie der folgende mit dem Titel „Zu viel Angst, um es laut zu sagen“ zeigt. Darin geht es um Folter und Folteropfer unter fast 30 Jahren Notstandsgesetzen.
Das Video zeigt auch den wachsenden Widerstand dagegen, besonders im Fall Said, nachdem sich Menschen, in schwarz gekleidet, zu einem stillen Protest an der Uferpromenade in Alexandria zusammengefunden hatten.

