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vonDominic Johnson 13.06.2013

Kongo-Echo

Überraschendes und Unterschwelliges aus dem Herzen Afrikas – von taz-Afrikaredakteur Dominic Johnson.

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Der UN-unterstützte Rundfunksender „Radio Okapi“ wartet mit einer beunruhigenden Meldung auf: In Nord-Kivus Provinzhauptstadt Goma gebe es eine „Verhaftungswelle an Zivilisten, die der Kollaboration mit der M23 beschuldigt werden“. Es seien im Laufe der vergangene Woche mindestens zehn Menschen und insgesamt rund 20, darunter auch Ruander, unter dieser Beschuldigung festgenommen, vom Geheimdienst ANR festgehalten und am Sonntag in die Hauptstadt Kinshasa überstellt worden. Diese Verhaftungen gebe es seit den kurz frisch aufgeflammten Kämpfen zwischen M23 und Kongos Armee im Mai.

Lokale Kontakte bestätigen das. Man erpresse Verdächtige und verhafte sie, wenn sie nicht zahlen können, sagt ein Kontakt. Ein anderer berichtet, das treffe „jeden, der Geld hat und Lösegeld zahlt … sie kommen mitten in der Nacht, beschuldigen einen, dass man Waffen für M23 lagert, stürmen die Bude, plazieren drei Granaten heimlich die sie dann ‚finden‘ und schon darf man zahlen.“

Auch Geschäftsleute seien auf diese Weise von Geheimdienst erpresst worden, der für die Razzien die Präsidialgarde einsetze. Zu den genannten Fällen gehören ein Libanese und eine Hema-Familie aus Bunia.

„Unsere Regierung arbeitet mit den Rebellen bei den Gesprächen in Kampala zusammen“, empört sich einm Beobachter. „Wieso greift man Zivilisten und kleine Leute an, während die Führer der Rebellion unter Sicherheitsgarantien mit der Regierung reden und im gleichen Hotel wohnen? Es ist verrückt.“

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