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vonDominic Johnson 06.05.2014

Kongo-Echo

Überraschendes und Unterschwelliges aus dem Herzen Afrikas – von taz-Afrikaredakteur Dominic Johnson.

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Die Massendeportationen von Bürgern der DR Kongo aus der Republik Kongo (Brazzaville) nehmen immer weiter zu. Wie Kongos Regierung in Kinshasa heute mitteilt, hat die Zahl der registrierten Ankömmlinge am 5. Mai 72.731 Menschen erreicht, doppelt so viel wie vor einer Woche und 13.000 mehr als Ende vergangener Woche.
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Kongo-Echo hat in der taz mehrfach über den Ablauf und die Hintergründe dieser Deportationen berichtet: hier und hier. Die Ausweisungen begannen Anfang April und betrafen zunächst wenige tausend Menschen, aber sie weiten sich jetzt immer mehr aus, trotz gegenteiliger Zusagen der Brazzaviller Behörden und mehrerer offizieller Reisen aus Kinshasa auf das andere Flussufer.
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Die dramatischen Zustände und die Verschärfung der Lage rufen jetzt erstmals auch bei offiziellen Stellen in Kinshasa eine scharfe Reaktion hervor. Hatte Regierungssprecher Lambert Mende vor einer Woche noch gesagt, 92 bis 95% aller Kinshasa-Kongolesen in Kongo-Brazzaville seien ja schließlich noch nicht ausgewiesen worden und daher sei das alles nicht so schlimm, heißt es in der turnusmäßigen Erklärung der Regierung nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung heute nun:
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„In Folge der übershäumenden Beteiligung von Gruppen erregter Personen an den Operationen hat sich die Lage veschlechtert… Den der Regierung zugetragenen Informationen aus übereinstimmenden Quellen zufolge respektieren die Operationen nicht mehr die entsprechenden internationalen und regionalen Normen… Unsere Landsleute erleiden Übergriffe, Erpressungen, Folter und Lynchen von Seiten gewisser Elemente der Polizei und der fremdenfeindlichen Jugendbanden der Republik Kongo-Brazzaville… Die Regierung ist besorgt über den exzessiven Eifer, den eine gewisse Anzahl von Stellen der Republik Kongo mit gefährlicher Offensichtlichkeit an den Tag legt.
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(„Suite à l’implication passionnelle dans les opérations par de groupes des personnes excitées, la situation a dégénéré… Les informations de sources concordantes parvenues au Gouvernement font état de ce qu’à ce stade, ces opérations n’ont plus respecté les normes internationales et régionales en la matière… Nos compatriotes subissent des exactions, des extorsions, des tortures et des lynchages de la part de certains éléments de la Police et des bandes de jeunes xénophobes de la République du Congo/ Brazzaville… Le Gouvernement est préoccupé par le zèle excessif affiché avec une dangereuse ostentation par certain nombre de préposés de la République du Congo/Brazzaville.“)
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Mal sehen, was daraus folgt. Wenn daraus etwas folgt.

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