vonkritisch betrachtet 21.10.2020

kritisch betrachtet

Kontroverse Themen fazinieren Katharina Sophie Hübener seit ihrer Jugend, von Gesellschaft über Politik bis hin zur Wirtschaft beleuchtet sie aktuelle "heiß diskutierte" Thematiken.

Mehr über diesen Blog

Die Pandemie bedroht nicht allein die menschliche Gesundheit. Wenn es um die Bekämpfung von Corona und seine Folgen geht, dann darf nicht allein die Gesundheit in den Fokus des Interesses gerückt werden. Denn auch die Wirtschaft leidet, wie unter anderem durch Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) belegt wird …

Der prognostiziert der Weltwirtschaft einen langen und schwierigen Aufstieg. Ein Weg zurück zu alter Stärke, der manchen Staaten – insbesondere auch den USA – besonders schwer fallen dürfte. Andere hingegen meistern die Krise offenbar leichter. Weltwirtschaftsleistung sinkt! So trauen die Experten nach einem Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung um vermutlich 4,4 Prozent in 2020, ausgerechnet China, wo das Unheil namens Corona seinen Anfang nahm, im kommenden Jahr schon wieder satte Zuwächse zu. Selbst heuer dürfte die Volkswirtschaft im Reich der Mitte, wenngleich um bescheidene, 1,9 Prozent, zulegen.Das sieht bei den meisten anderen Staaten völlig anders aus. Vielerorts brach die Wirtschaft regelrecht ein. Auch die Regierung in Deutschland zeigt sich verhalten und spricht von einem schwierigen Herbst und Winter. Womit dann auch – aber nicht ausschließlich – die wieder steigenden Infektionszahlen gemeint sind.

Viele Branchen leiden!

Denn natürlich steht die Gesundheit an erster Stelle. Dennoch lässt sich nicht verleugnen, dass bereits der erste Lockdown verheerende Schäden bei vielen Branchen angerichtet hat. Besonders betroffen waren und sind unter anderem Gastronomie wie auch die Reisebranche; doch auch Fitnessstudios, Kleinkünstler und Eventagenturen leiden. Zudem mussten viele Firmen ihre Produktionsabläufe massiv umstellen, da sich nur so die geforderten Sicherheitsabstände einhalten lassen – ein Einschnitt in das bewährte Prozedere, der ebenfalls die Produktivität ausbremst.

Apropos, produktiv: Natürlich hängen ein erfolgreiches Lernen zu Hause, aber auch ein effektives Home Office – neben der eigenen Konzentration – nicht unerheblich von einem schnellen Internetzugang sowie passenden technischen Geräten ab. Dass es an beidem in vielen Familien und Regionen schlichtweg fehlt, mussten wir bereits während des ersten Lockdowns schmerzhaft erfahren. Vielerorts rüsten die Gemeinden Schulen respektive bedürftige Schüler daher mittlerweile mit Leihgeräten aus, um für ein effektives Lernen zu Hause (sollte es denn zu neuen Schulschließungen kommen) besser gerüstet zu sein. Denn es dürfe, so die einhellige Absichtserklärung der Verantwortlichen, keine durch Corona in ihren Zukunftschancen gehemmte Generation heran wachsen.

Die Zahlen lügen nicht!

Tatsächlich sprechen die Wirtschafts- wie auch die derzeitigen Infektionszahlen eine deutliche Sprache. Der IWF befürchtet sogar bleibende Schäden durch die Corona-Krise. Vor allem die USA dürfte sich, so die Befürchtung der Experten, erst allmählich wieder erholen.  Doch auch Deutschland befürchtet seine eigene Pleitewelle. So könnten allein im ersten Quartal 2021 bis zu 6.000 Unternehmen dicht machen. Allen voran in der Dienstleistungsbranche. Doch erneute Grenzschließungen und die damit einhergehende Störung der Lieferketten könnte weitere Branchen in den Abgrund ziehen und vornehmlich dem produzierenden Gewerbe schaden.

Düstere Aussichten also. Zumal für Staaten, deren Wirtschaft vom Tourismus abhängt. Dennoch kam manches nicht gar so schlimm, wie zunächst befürchtet. Denn noch im Juni wurde ein Rückgang der weltweiten Wirtschaft um 5,2 Prozent prognostiziert, der dann glücklicherweise in dieser Stärke und Vehemenz doch nicht eintrat. Trotzdem sehen Experten, Gewerkschaften und Unternehmerverbände mehr Verlierer der Krise als Gewinner. Darunter vor allem Geringverdiener und Personen ohne feste Anstellung. Auch Studenten fallen häufig durch die Raster der Hilfsprogramme. Manche Unternehmen, etwa lokale Boutiquen, haben dagegen gut reagiert und ihre Waren während des Lockdowns weit stärker denn zuvor über das Internet vertreiben. Größere Konzerne konnte je nach Branche teilweise sogar von der Krise deutlich profitieren, dazu zählen auch viele internationale Franchiseunternehmen. Und sich damit – trotz Corona – neue Kunden und Absatzmärkte erschlossen. Denn der Online- und Internethandel ist der große Gewinner der Pandemie und boomt wie nie zuvor. Das gilt übrigens auch für den Versand von Möbeln und Lebensmitteln, die nicht mehr ausschließlich im stationären Handel, sondern vermehrt auch online gekauft werden!

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/kritisch/corona-und-die-wirtschaft/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.