vonkritisch betrachtet 12.03.2021

kritisch betrachtet

Kontroverse Themen fazinieren Katharina Sophie Hübener seit ihrer Jugend, von Gesellschaft über Politik bis hin zur Wirtschaft beleuchtet sie aktuelle "heiß diskutierte" Thematiken.

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Die aktuelle Nachricht von Google muss erst einmal verdaut werden. David Temkin, der Google-Produktmanager, hatte in einem Blog-Eintrag angekündigt, dass ab dem kommenden Jahr Nutzer nicht mehr über mehrere Internetseiten hinweg getrackt werden sollen. Das bedeutet, dass deren Surfverhalten nicht mehr nachverfolgt wird.

Cookie-Tracking wird gestoppt

Das Sammeln von Daten will Google über ein sogenanntes Cookie-Tracking beenden. Der Suchmaschinenbetreiber teilt in seinem Blog mit, dass nach Auslaufen der bestehenden Technologie des Browsers von Chrome keine alternativen Tools gebaut oder verwendet werden, um von Usern den Internetverkehr zu verfolgen. Die Art und Weise, in der Onlinewerbung funktioniert, dürfte dieser Schritt nachhaltig verändern.Auf die Ankündigung reagieren deutsche Verleger skeptisch. Der Branchenverband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) erklärt, dass sich jetzt bewahrheite, wovor seit Jahren kleinere digitale Unternehmen gewarnt hätten: Wegen seiner Marktmacht sei Google auf Cookies nicht mehr angewiesen. Schließlich sammle Google zum Beispiel mithilfe des Browsers Chrome jeden Tag Millionen Daten. Personenbezogene Werbung könne Google dadurch im Vergleich zu allen anderen Marktteilnehmern viel ausgefeilter zum eigenen Vorteil nutzen und auf diese Weise viel Geld verdienen. Die EU-Kommission solle nun endlich eingreifen und in Europa den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber den Internet-Giganten die digitale Souveränität zurückgeben. 

Seit Jahren kritisieren Datenschützer, dass Technologieunternehmen wie  Google Cookies nutzen, um über das Surfen auf Webseiten Datensätze zu sammeln, die nicht ihnen gehören. Über die Interessen der Nutzer können sie damit Profile erstellen und ebenfalls personalisierte Werbung schalten. Auf dem Onlinegerät des Users werden Cookies gespeichert, die Informationen über den Standort oder die besuchten Webseiten enthalten.

Alternativen des Technologieunternehmens Google

Google Ads Agentur helfen grundsätzlich Unternehmen zu mehr Umsatz, Kunden und Reichweite auf Google. Die Ankündigung von Google, in Zukunft auf individualisiertes Tracking verzichten zu wollen, kommt natürlich nicht überraschend. Schon Anfang 2020 hatte der Konzern angekündigt, dass sie Cookies abschaffen würden, um in den USA und Europa zunehmende Datenschutzstandards zu erfüllen. Google verspricht jetzt, zum Ersetzen von Cookies keine anderen Technologien zu nutzen, oder in Chrome Funktionen einzubauen, um sich zu diesen Daten selbst Zugang zu verschaffen. Der US-Technologieriese testet trotzdem für Unternehmen weiter Möglichkeiten, an großen Gruppen anonymer Nutzer mit ähnlichen Interessen Werbung zu richten. Google will damit sicherstellen, dass auch in Zukunft Werbetreibende an die Kunden ihre Botschaften bringen können und die Privatsphäre der User zugleich besser geschützt wird. 

Der Google Manager David Temkin erklärt, um das Internet für alle zugänglich und offen zu halten, müsse von allen für den Schutz der Privatsphäre mehr getan werden – somit gäbe es nicht nur für Cookies von Drittanbietern ein Ende, sondern auch für jede Art von Technologie, die dazu genutzt werde, einzelne Personen, während diese im Internet surfen, zu verfolgen.Schon seit einiger Zeit werden Cookies von Drittanbietern unter anderem im Webbrowser Firefox und bei Apple standardmäßig blockiert – deshalb kam die Ankündigung von Google nicht überraschend. Der Schritt löste jedoch bei einigen Konkurrenten gleichzeitig Kritik aus: Zum Beispiel argumentieren sie, dass Google beispielsweise als Entwickler des Smartphone-Systems Android und von Chrome ebenfalls andere Wege habe, über das Verhalten der User an Informationen zu kommen. Das Werbegeschäft werde für die Konkurrenz dagegen schwieriger.

Zur Begründung der Pläne verwies Google auf den Datenschutz. Google-Manager David Temkin schrieb im Blogeintrag, dass es auf der Hand liege, dass eine Weiterentwicklung der digitalen Welt vorliege und diese auf die wachsenden Bedenken der Nutzer hinsichtlich der Nutzung ihrer persönlichen Identität und ihrer Privatsphäre reagieren müsse. Google würde ansonsten die Zukunft des offenen und freien World Wide Web aufs Spiel setzen. Dank moderner Werbetechnologien sei es zugleich nicht mehr nötig, einzelnen Usern quer durch das Internet zu folgen.  

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