vonkritisch betrachtet 14.10.2020

kritisch betrachtet

Kontroverse Themen fazinieren Katharina Sophie Hübener seit ihrer Jugend, von Gesellschaft über Politik bis hin zur Wirtschaft beleuchtet sie aktuelle "heiß diskutierte" Thematiken.

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Der Welthunger ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema. In den aktuellen Zeiten der Corona Pandemie spitzt sich diese ohnehin schon sehr schlimme Situation jedoch noch weiter zu. Die weltweite Zahl derer, die an Hunger leiden hat sich bedingt durch die Corona Kriese und weitere Katastrophen stark erhöht. Die Wirtschaft leidet unter der Corona Kriese und in Verbindung mit Heuschreckenplagen führte dies unter anderem dazu, dass Experten davon ausgehen, dass gut 80 Millionen Menschen zusätzlich Hunger leiden.

 

Weit über 50 Länder von extremer Hungerkriese betroffen

Afrika ist für seine andauernde Hungerkriese bekannt. Doch von über 50 Staaten, in denen eine bedrohliche Hungersnot herrscht, liegen gerade einmal 36 in Afrika. Wie die Welthungerhilfe in ihrem sogenannten Welthunger Index bekanntgibt, sind auch in den südlichen Teilen Asiens zahlreiche Staaten bedroht. Das Ausmaß und auch der Umfang sind natürlich nicht in jedem Land dieselben. Während in Afrika der Tschad besonders stark betroffen ist, macht beispielsweise Nepal gute Fortschritte im Kampf gegen die Hungerkatastrophe. Hier hat sich die Lage leicht entschärft. Gerade jedoch in Afrika verschärft sich die Lage aufgrund zahlreicher Bürgerkriege und auch dauernder Dürren immer weiter. Korruption in verschiedenen Regierungen hat zur Folge, dass ein Teil der internationalen Hilfen nicht da ankommen, wo sie gebraucht werden. Da in Zeiten der Corona Kriese die weltweite Wirtschaft unter der momentanen Situation leidet, ist natürlich auch die Form der Hilfe eine andere geworden.

 

Steigende Unsicherheit und drohende Eskalation

Vor allem in diesem Jahr gibt es eine starke Unsicherheit bei der Weltbevölkerung, dies betrifft nicht nur die von Hunger und Armut betroffenen Länder. Die Wirtschaft leidet weltweit unter den Auswirkungen der Corona Pandemie und dies führt auch in westlichen Ländern dazu, dass viele Menschen vor dem finanziellen Aus stehen und teilweise nicht einmal mehr die grundlegende Ernährung der Familie sicherstellen können. Doch während in der westlichen Welt das Sozialsystem unterstützend eingreift und meist das Schlimmste abwendet, kommen in den gängigen kritischen Ländern, vor allem in Afrika weitere Faktoren mit weitreichenden Folgen. Der Klimawandel führt immer häufiger auch zu Naturkatastrophen. Ob nun Überschwemmungen großen Ausmaßes ganze Ernten vernichten oder ob Dürren dafür sorgen, dass die Nahrung knapp wird. Die Menschen, die in den betroffenen Ländern leben, haben zudem oft auch noch mit Aufruhen und Bürgerkriegen zu kämpfen.

 

Die Auswirkungen auf die Kinder

Die Welthunger Krise wird durch die aktuelle Lage noch verschärft. Doch auch hierbei trifft es wieder die Ärmsten der Armen am schlimmsten und hier wiederum die Kinder. Die Experten gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Schäden der Corona Krise so groß sein werden, dass bis zu deren Ende geschätzt 700.000 Kinder mehr an Hunger leiden und gut 130.000 Kinder aufgrund Unterernährung versterben werden. Hinzu kommen natürlich gerade in Afrika die steigende Wasserknappheit und das vermehrte Auftreten von Katastrophen. Alleine die Wasserknappheit ist ein dramatisches Problem, doch neben der Corona Pandemie kam im Jahr 2020 auch noch eine Heuschreckenplage hinzu, die auch noch die letzte Ernte vernichtet hat. Der Klimawandel hat seinen Beitrag schon geleistet und trägt natürlich stark zur Hungerkrise bei.

 

Viele Faktoren erschweren die Hilfen

Gerade in den westlichen Ländern wird gerne und viel gespendet. Doch auch hier haben die Menschen unter der aktuellen Lage zu leiden und kämpfen nicht selten selber ums Überleben.  Somit kann die ungewisse wirtschaftliche Lage als einer der Faktoren angesehen werden, der sich nachteilig auf die Möglichkeiten der Hilfe auswirkt. Während gerade in Afrika eine gängige Hilfe das Bohren von Brunnen und austeilen von Saatgut ist, damit die Bauern sich und ihre Familien selber versorgen können. Doch aufgrund der Tatsache, dass immer häufiger immer lang anhaltendere Dürreperioden für ein Schwinden des Grundwassers sorgen, wird auch diese Form der Hilfe erschwert. Bürgerkriege erschweren nicht nur den betroffenen Menschen noch weiter das Leben, vielmehr sorgen sie auch dafür, dass internationale Hilfsorganisationen teilweise gar nicht mehr zu den Notleidenden durchkommen. Rebellen beschlagnahmen Hilfsgüter und terrorisieren die Bewohner. All dies wirkt sich nicht gerade günstig auf die Hilfe für die Hunger leidenden Menschen aus. Krankheiten und Epidemien tun ihr Übriges, um die Lage zu verschärfen.

Ebenso viele Faktoren jedoch lassen sich aufzählen, wenn es darum geht, zu eruieren, warum die weltweite Hungerkrise sich immer weiter ausbreitet und zu eskalieren droht. Im Hinblick auf die Corona Pandemie ist jedoch mal sicher, dass hier die Spitze des Eisberges noch nicht erreicht ist und die Folgen in wirtschaftlicher wie auch in sozialer Hinsicht noch lange spürbar bleiben werden. Obgleich die Experten der Welthunger Hilfe ihren sogenannten Welthunger Index sehr genau errechnen und hier viele Faktoren mit einbeziehen, so muss jedoch davon ausgegangen werden, dass sowohl die tatsächlichen Zahlen als auch die Dunkelziffer noch um Einiges höher liegen dürften.

 

 

 

 

 

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