vonkritisch betrachtet 07.01.2021

kritisch betrachtet

Kontroverse Themen fazinieren Katharina Sophie Hübener seit ihrer Jugend, von Gesellschaft über Politik bis hin zur Wirtschaft beleuchtet sie aktuelle "heiß diskutierte" Thematiken.

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Eine Online-Befragung wurde im August 2020 vom Nürnberger Institut GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) als Freizeit-Monitor Studie durchgeführt, Ulrich Reinhardt ist Leiter der Studie. Seit 1986 wird die Studie „Freizeit-Monitor“ angefertigt. Zu ihrem Freizeitverhalten befragt werden 2000 Bürger von 18 bis 74 Jahren. Freizeit in Corona Zeiten hat einen anderen Stellenwert als die Freizeit ohne eine Corona-Krise in den Vorjahren. Das vergessene Autokino hat an Attraktivität gewonnen, jeder kann von seinem Auto aus dem Film auf der großen Leinwand verfolgen und muss nicht im gefüllten Kinosaal mit einem möglichen Virenrisiko sitzen. Für die Familie mehr Zeit in der Corona-Krise zu haben ist ein Pluspunkt. Bei größeren Familien wird das schnell zum Minuspunkt, wenn der Beruf, die Schule und das Freizeitangebot wegfallen. Viele Familien leben auf engstem Raum zusammen, sobald alle ständig zu Hause sind und dort lernen und arbeiten, ist das Ganze auf Dauer zu eng. Einmal pro Woche oder öfter Filme streamen 44 % schauen solche Filme, um der beengten Wirklichkeit für eine Weile zu entfliehen. Streaming Anbieter profitieren von der Corona-Krise und haben mehr Zuschauer als zuvor. Auf der To-do-Liste stehen bei rund 50 % der Befragten Aufgaben, die ständig aus Zeitmangel verschoben werden. Jetzt ist durch den Corona-Lockdown mehr Freizeit vorhanden, um solche Sachen zu erledigen. Papierberge, die sonst liegen bleiben, werden sortiert. Ausmisten und Platz schaffen, die Verbraucher schaffen sich im wahrsten Sinne des Wortes durch das Ausmisten mehr Platz in der Wohnung. Hausrat zum Verschenken wird teilweise kurz vor die Tür gestellt, Passanten dürfen zugreifen.

Corona und das Freizeitverhalten der Bürger 

Viele Menschen haben 2020 durch die Corona-Pandemie das Freizeitverhalten verändert. Betroffen sind vor allem die Berufstätigen, aus dem Vollzeit-Job ist die Kurzarbeit oder das Arbeiten im Home-Office entstanden. Etliche Stellen sind komplett weggefallen, die Arbeitssuchende müssen sich an mehr Freizeit gewöhnt. Mit dem vermehrten Streamen von Filmen versuchen sich die Bürger  in Zeiten von Corona abzulenken, viele fühlen sich machtlos aufgrund der Verbote. Im Berufsleben und in der Freizeit hat die Corona-Pandemie 2020 Spuren hinterlassen. Wer vor einem Tag auf den anderen über mehr Freizeit verfügt, muss sich langsam daran gewöhnen. Fitnessstudios, die für den wichtigen Stressabbau sorgen, schließen im Rahmen den Lockdown-Maßnahmen. Das sorgt für Stress bei den Inhabern, die sich um die eigene Existenz Sorgen machen und bei den Gästen, die vermehrt zu Hause mit Home Fitnessgeräten sportlich aktiv werden. 41 Prozent haben laut der Studie Gymnastik vor dem Fernseher gemacht oder mit der virtuellen Trainerin Pilates geübt, bis die Fitnessstudios erneut öffnen. Zum Lockdown, gehören Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln, mit der Gruppe sportlich aktiv zu werden ist aufgrund der Corona-Verbote nicht möglich.

Do-it-yourself-Projekte in der Freizeit realisieren

Heimwerken hat 2020 die Freizeit bereichert, 39 Prozent haben solche Projekte im Fokus. Das eigene Heim zu verschönern, 25 Prozent haben die Durchführung in Angriff genommen. Alte Hobbys aufleben lassen, 24 Prozent haben sich den Luxus gegönnt. Vom  Erlernen weiterer Fremdsprachen bis zum Testen einer neuen Sportart, die Corona-konform ist, war eine Fülle an kreativen Ideen dabei. Zuhörer virtuell zu erreichen, das haben die Künstler versucht. Das Internet hat durch virtuelle Veranstaltungen Eine starken Zulauf erlebt, jeder zehnte Bürger hat dabei interessiert zugesehen und zugehört. Skype und Co haben in der Arbeitswelt einen festen Platz gefunden, aber auch im Bereich der Freizeit. Virenfrei mit Freunden*innen aus aller Welt reden, Skype und Co machen es möglich. 41 Prozent der Befragten nutzen diese Art der Kommunikation, um die Freizeit durch den verbalen Austausch zu beleben.

Den Alltag von 2019 vermissen Ost- und Westdeutschen

Die Corona-Pandemie 2020 schränkt das berufliche und das private Leben drastisch ein, die Bürger sehen sich nach dem routinierten Alltag von 2019 zurück als es die Corona-Pandemie 2020 mit den dazu gehörenden Maßnahmen noch nicht gab. Fun-Faktoren im Bereich der Freizeit haben sich auf ein Minimum reduziert, 77 Prozent hoffen, bald wieder uneingeschränkt in der Freizeit aktiv werden zu können. Vertraute berufliche und private Gewohnheiten, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und Wahlmöglichkeiten in der Freizeit, 2020 sind solche Werte begrenzt worden oder verloren gegangen. Medien dominieren die Freizeit und das kommunikative Internet hat das Fernsehen Schritt für Schritt reduziert. Internetaktivität werden dem Fernseher vorgezogen, 96 Prozent der Befragten sind mindesten einmal in jeder Woche online. Unterhaltung und Spiel lenken von den Sorgen des Alltags ab, 86 Prozent der Befragten schauen mindestens einmal in der Woche Fernsehen. Nicht passiv, wie vermutet, viele werden aktiv und nutzen den Fernsehabend, um nebenbei auf dem Fitnessgerät zu trainieren. Sport fast nebenbei, bis das Firnes Studio endlich wieder öffnet, Chats und Messenger-Dienste werden zum Austausch mit Sportfreunden benutzt. Zeitungen und Zeitschriften werden offline seltener  gelesen, Angebote gibt es online in aktueller Form. Aktivitäten in der Freizeit zwischen Ost- und Westdeutsche haben die Grenzen überwunden und unterscheiden sich kaum noch. Gärtnern haben 40 % der Ostdeutsche als Hobby in der Freizeit, 32 Prozent der befragten Westdeutschen sind in Corona-Zeiten ebenfalls im Garten aktiv. Spontan Liegengebliebenes zu erledigen, anstatt lange andere Dinge zu planen, das stand 2020 im Vordergrund der Ost- und Westdeutschen, die an der Freizeit-Monitor Studie 2020 teilgenommen haben.

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