vonManuel Biallas 15.01.2020

Kurz & Laut

Blog über gesellschaftliche Phänomene, politische Ereignisse und kulturellen Wandel. Kurz und Laut.

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Das Farbspektrum in Deutschlands politischem Wasserfarbkasten ist bunt gefächert: Viel Auswahl, viel Meinung, viel Dialog. Generation Y & Z legt sich nicht gerne fest – sagt man. Warum entscheiden sich also junge Menschen für ein Parteibuch und somit gegen die Politikverdrossenheit die ihnen nachgesagt wird?

Die Serie „Parteibuch 2020“ portraitiert fünf Hamburger Nachwuchspolitiker_innen zwischen 17 und 27 Jahren aus SPD, Die Linken, FDP, Die Grünen und AfD durch sechs gleiche Fragen und zeigt: Deutschlands Jugend ist politisch engagierter denn je. Plakate kleben, Flyer verteilen, Bürgerdialog – Oft zeitintensives Ehrenamt neben Schule, Studium & Job. Woher nimmt die Jugend ihre Ambition? Antworten darauf sucht die Serie „Parteibuch 2020“ im Januar 2020 bei fünf aktiven Mitgliedern einer Partei – ungeachtet ihrer politischen Verortung  – und befragt diese kurz vor der Wahl in Hamburg zu ihrem Engagement.

 

Die Fragen beantwortet an dieser Stelle Carl Cevin-Key Coste, 24 Jahre alt, Landesvorsitzender der JuLis Hamburg, Mitglied seit 2013.

Du bist Mitglied einer politischen Partei. Was war der entscheidende Moment Mitglied Deiner Partei zu werden?

Die Wahl 2013. Bürgerrechte waren für mich immer ein wichtiges Thema und die Freien Demokraten, insbesondere Frau Leutheusser-Schnarrenberger, Herr Baum und Herr Hirsch, haben sich dafür aus meiner Sicht immer am stärksten eingesetzt. Ich wollte nicht, dass diese Stimme dauerhaft im Bundestag fehlt und bin deswegen eingetreten.

Wenn Du eine konkrete Sache an der Gesellschaft ändern könntest, welche wäre es?

Ein Bildungssystem, dass so gut ist, dass nicht der Background der Eltern, sondern die Fähigkeiten und Wünsche des Kindes über den Bildungsweg entscheiden.

„Am Anfang war die größte Herausforderung die Motivation nicht zu verlieren und am Ball zu bleiben. “ – Carl

Parteiarbeit kostet Geld und Zeit. Wie viel ist Dir politische Partizipation wert?

Zu Beginn meines Studiums habe ich mich gefragt, was mir wichtig ist: Politisches und soziales Engagement. Und beides kostet vor allem Zeit. Die Wochenenden lassen sich so sehr gut füllen, im letzten Jahr für politische Aktivität über 30. Aber die Veranstaltungen sind auch oft sehr spannend und machen Spaß, so dass ich es wieder tun würde.

Sich als junger Mensch politisch zu engagieren und auch durchzusetzen ist nicht immer einfach. Wo siehst Du da die größte Herausforderung in Deiner Partei?

Politische Prozesse dauern lange. Am Anfang war die größte Herausforderung die Motivation nicht zu verlieren und am Ball zu bleiben.

Politische Arbeit kann ermüdend sein. Was ist am Ende des Tages dein Antrieb nicht damit aufzuhören?

Wenn die eignen Ideen zu Parteitagsbeschlüssen werden, die dann in Gesetzesentwürfe einfließen, spürt man, dass es sich gelohnt hat so beharrlich zu bleiben und es auch weiterhin bleiben sollte.

Letzte Frage: Wäre es nicht Deine Partei geworden, welche dann?

Ich sehe mich selbst als Sozialliberalen. Daher wäre es sonst die SPD geworden.

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