vonManuel Biallas 16.01.2020

Kurz & Laut

Blog über gesellschaftliche Phänomene, politische Ereignisse und kulturellen Wandel. Kurz und Laut.

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Das Farbspektrum in Deutschlands politischem Wasserfarbkasten ist bunt gefächert: Viel Auswahl, viel Meinung, viel Dialog. Generation Y & Z legt sich nicht gerne fest – sagt man. Warum entscheiden sich also junge Menschen für ein Parteibuch und somit gegen die Politikverdrossenheit die ihnen nachgesagt wird?

 

Die Serie „Parteibuch 2020“ portraitiert fünf Hamburger Nachwuchspolitiker_innen zwischen 17 und 27 Jahren aus SPD, Die Linken, FDP, Die Grünen und AfD durch sechs gleiche Fragen und zeigt: Deutschlands Jugend ist politisch engagierter denn je. Plakate kleben, Flyer verteilen, Bürgerdialog – Oft zeitintensives Ehrenamt neben Schule, Studium & Job. Woher nimmt die Jugend ihre Ambition? Antworten darauf sucht die Serie „Parteibuch 2020“ im Januar 2020 bei fünf aktiven Mitgliedern einer Partei – ungeachtet ihrer politischen Verortung  – und befragt diese kurz vor der Wahl in Hamburg zu ihrem Engagement.

Die Fragen beantwortet an dieser Stelle Mette Steffen, 17 Jahre alt, Koordinatorin im Landesvorstand der Grünen Jugend in Hamburg, Mitglied seit Mai 2019.

Du bist Mitglied einer politischen Partei. Was war der entscheidende Moment Mitglied Deiner Partei zu werden?

Ich wollte immer schon nicht nur jammern, sondern selber etwas verändern. Deshalb habe ich nach Möglichkeiten des Engagements gesucht und bei der Grünen Jugend bin ich dann Mitglied geworden, weil ich mich aktiv für eine gerechte Klimapolitik einsetzen wollte und das Gefühl hatte mich mit den Idealen der Grünen am besten identifizieren zu können.

Wenn Du eine konkrete Sache an der Gesellschaft ändern könntest, welche wäre es?

Ich würde mir eine Gesellschaft wünschen, in der jede Person, gleichberechtigt leben kann, unabhängig von ihrem Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung. Es muss ein Bewusstsein geschaffen werden, um ein friedliches Zusammenleben zu sichern.

 

„Es ist sehr motivierend, so viele tolle schlaue, starke, junge Menschen zu haben, die mir sehr viel Kraft und Energie geben“ – Mette

Parteiarbeit kostet Geld und Zeit. Wie viel ist Dir politische Partizipation wert?

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass für mich politische Arbeit nicht viel Geld, aber sehr viel Zeit kosten kann, aber ich glaube, das kann sehr unterschiedlich sein. Da muss man Prioritäten setzen, aber für mich ist es einfach notwendig, dass ich mich einsetze und mir auch gerne die Zeit nehme. Schließlich macht es mir Spaß mich intensiv mit Politik zu beschäftigen.

Sich als junger Mensch politisch zu engagieren und auch durchzusetzen ist nicht immer einfach. Wo siehst Du da die größte Herausforderung in Deiner Partei?

Ich liebe die GJ, besonders dafür, dass es sehr flache Hierarchien gibt, sowie eine tolle Atmosphäre und wir auch autonom zu den Grünen agieren können. Die Grünen können ruhig noch radikaler werden und jünger, aber ich glaube, dass wir mittlerweile viele tolle jung-grüne Kandidatinnen bei den Grünen haben

Politische Arbeit kann ermüdend sein. Was ist am Ende des Tages dein Antrieb nicht damit aufzuhören?

Die Menschen um mich herum. Es ist sehr motivierend, so viele tolle schlaue, starke, junge Menschen zu haben, die mir sehr viel Kraft und Energie geben. Außerdem gibt es immer noch so viel zu tun und ich möchte noch viel mehr verändern.

Letzte Frage: Wäre es nicht Deine Partei geworden, welche dann?

Wahrscheinlich gar keine, sondern ich hätte mich bei einer NGO, wie Greenpeace, engagiert. Ich glaub nicht, dass ich mich mit den Zielen einer anderen Partei gut genug identifizieren könnte, um Mitglied zu werden.

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