vonManuel Biallas 18.01.2020

Kurz & Laut

Blog über gesellschaftliche Phänomene, politische Ereignisse und kulturellen Wandel. Kurz und Laut.

Mehr über diesen Blog

Das Farbspektrum in Deutschlands politischem Wasserfarbkasten ist bunt gefächert: Viel Auswahl, viel Meinung, viel Dialog. Generation Y & Z legt sich nicht gerne fest – sagt man. Warum entscheiden sich also junge Menschen für ein Parteibuch und somit gegen die Politikverdrossenheit die ihnen nachgesagt wird?

Die Serie „Parteibuch 2020“ portraitiert fünf Hamburger Nachwuchspolitiker_innen zwischen 17 und 27 Jahren aus SPD, Die Linken, FDP, Die Grünen und AfD durch sechs gleiche Fragen und zeigt: Deutschlands Jugend ist politisch engagierter denn je. Plakate kleben, Flyer verteilen, Bürgerdialog – Oft zeitintensives Ehrenamt neben Schule, Studium & Job. Woher nimmt die Jugend ihre Ambition? Antworten darauf sucht die Serie „Parteibuch 2020“ im Januar 2020 bei fünf aktiven Mitgliedern einer Partei – ungeachtet ihrer politischen Verortung  – und befragt diese kurz vor der Wahl in Hamburg zu ihrem Engagement.

 

Die Fragen beantwortet an dieser Stelle Maya Klasen, 27 Jahre alt, Kandidatin für die Hamburger Bürgerschaft, Landeslistenplatz 17, Mitglied seit 2018.

Du bist Mitglied einer politischen Partei. Was war der entscheidende Moment Mitglied Deiner Partei zu werden?

Nachdem ich mich nach mehreren Auslandaufenthalten entschieden hatte, in Deutschland zu bleiben, wollte ich mich auch in einer Partei politisch engagieren und unsere Gesellschaft mitgestalten.

Wenn Du eine konkrete Sache an der Gesellschaft ändern könntest, welche wäre es?

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der alle ein menschenwürdiges Leben führen können. Eine Gesellschaft, in der sich niemand ausgegrenzt oder zurückgelassen fühlen muss und in der Teilhabe, Inklusion und soziale Gerechtigkeit nicht nur Wahlkampfparolen sind.

„Was ich mir  in der politischen Landschaft wünsche, ist mehr Beteiligung von nicht-männlichen Personen“ – Maya

Parteiarbeit kostet Geld und Zeit. Wie viel ist Dir politische Partizipation wert?

Partizipation ist mir generell unendlich viel Wert, denn es ist unbezahlbar, wenn man mitreden kann. Das sollten wir alle können. Meine Parteiarbeit macht mir großen Spaß und ich investiere darin sehr gerne meine Zeit. Es ist schön, Prozesse der Veränderung zu gestalten und mit anderen gemeinsame Ziele umzusetzen.

Sich als junger Mensch politisch zu engagieren und auch durchzusetzen ist nicht immer einfach. Wo siehst Du da die größte Herausforderung in Deiner Partei?

Ich denke nicht, dass es ein Hindernis ist, jung zu sein, um parteipolitisch aktiv zu werden – jedenfalls nicht bei der LINKEN. Ich wurde vom ersten Tag an sehr gut aufgenommen und unterstützt. Was ich mir allerdings insgesamt in der politischen Landschaft wünsche, ist mehr Beteiligung von nicht-männlichen Personen. Sowohl in meiner Partei, als auch allgemein. Es ist nach wie vor nicht immer einfach, als Frau oder nicht-männlicher Mensch respektiert zu werden.

Politische Arbeit kann ermüdend sein. Was ist am Ende des Tages dein Antrieb nicht damit aufzuhören?

Meine politische Arbeit gibt mir Kraft, mit den Dingen umzugehen, die ich als ermüdend empfinde.

Letzte Frage: Wäre es nicht Deine Partei geworden, welche dann?

Keine – dann wäre ich vermutlich „nur“ in Initiativen aktiv.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/kurzundlaut/parteibuch2020-linke/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.