vonKnut Henkel 04.04.2012

Latin@rama

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Mit den größten Wassersäufern hat man in den 1970er und 80er Jahren in bescheidenem Rahmen Wiederaufforstungsmaßnahmen in den Anden durchgeführt. Sinnvoll war das nicht so ganz.

Ein Bauernhof in den Anden auf knapp 4000 Metern
Ein Bauernhof in den Anden auf knapp 4000 Metern

 

„Bäume sind in den Anden rund um Cuzco nicht gerade im Überfluss vorhanden. Aber wenn man denn schon mal Wiederaufforstungsmaßnahmen durchgeführt hat, dann musste es ausgerechnet Eukalyptus sein“, ärgert sich César Argumedo. Der stämmige Mann ist Entwicklungsexperte und arbeitet mit sechs Gemeinden oberhalb von Cuzco im heiligen Tal der Inka zusammen. Einen eigenen Park haben diese sechs Gemeinden aufgebaut. In dem läuft alles ein bisschen anders als weiter unten in Cuzco. Hier werden Kartoffeln angebaut und nicht nur ein paar, sondern gleich einige hundert Sorten – um die 1600 genaugenommen und darüber hinaus etliche andere traditionelle Nahrungsmittel aus den Anden.

Rückbesinnung auf das Eigene ist Programm im Kartoffelpark von Pisac und dazu gehört es eben auch, dass mit heimischen Bäumen aufgeforstet wird und nicht mit dem schnellwachsenden Eukalyptus. „Der entzieht dem Boden viel Wasser und ist angesichts der steigenden Wasserprobleme alles andere als geeignet“, so César Argumedo.

In den letzten Jahren sind die Regenfälle im März und April schon mehrfach etwas knapp ausgefallen, und der Anbau in Höhenlagen von 3400 bis 4000 Meter ist für die Bauern alles andere als einfach. Der Klimawandel macht sich in den Anden schon länger negativ bemerkbar. Hagelschauer gehören da genauso dazu wie knapper werdende Niederschläge und höhere Sonneneinstrahlung. Grund genug für die Nachfahren der Inka, im Kartoffelpark bewusster mit den eigenen Ressourcen umzugehen und auf das traditionelle Wissen zurückzugreifen. Dazu gehört es auch auf Nogal, Guanto oder Pachaco zu setzen, wenn man neue Bäume anpflanzt. Das war in den letzten Jahren im Kartoffelpark der Fall, denn da stellt man sich auf eine trockenere Zukunft ein – ohne Eukalyptus.

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