vonHildegard Willer 09.01.2014

Latin@rama

Politik & Kultur, Cumbia & Macumba, Evo & Evita: Das Latin@rama-Kollektiv bringt Aktuelles, Abseitiges, Amüsantes und Alarmierendes aus Amerika.

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Auch in Deutschland werden Trekking-Reisen auf dem Inka-Trail angeboten, der in vier Tagen nach Macchu Picchu führt. Die Touristen erleben dort nicht nur eine aufregende Kulturlandschaft, sondern erfahren das Erbe des Kolonialismus in einer für sie sehr angenehmen Art: sie brauchen weder ihren Rucksack noch Zelt oder Proviant für die vier Tage selber tragen. Das erledigen einheimische Träger. Die Luxus-Varianten dieser Trekking-Touren erinnern an die Beschreibungen aus absoluten Monarchien vergangener Jahrhunderte: vier Bedienstete auf einen Touristen, dem warmes, abgekochtes  Wasser ans Zelt getragen wird, damit er sich waschen kann auf 4000 Meter Höhe. Fehlt nur noch die Sänfte!

Für eine 14-tägige Trekking-Reise nach Macchu Picchu, von Deutschland aus organisiert, darf der Tourist gut und gerne 5000 Euro blechen (inkl. Flüge). Die Träger, die vier Tage lang das Gepäck Hunderte von Höhenmetern rauf und runtertragen, bekommen dafür gerade mal 50 Euro. Obwohl die Tourismusindustrie mit dem Erbe der Inkas sehr erfolgreiche Werbung macht, stehen die realen Nachfahren der Inka am hintersten Ende der Wertschöpfungskette im Tourismus.

Nachfolgend ein Beitrag von Ollantay Itzanmá aus dem Nachrichtendienst Servindi,  der die Situation der indigenen Träger auf dem Inka Trail schonungslos darstellt. 

“Narciso Huamán ist 49 Jahre alt, quechuasprechend aus einem Weiler oberhalb von Olantaytambo (Urubamba) und kann nur wenig lesen und schreiben. Seit 20 Jahren arbeitet er als Lastenträger auf dem 42 km langen Inka-Trail.

Er, wie auch seine Kollegen, kennen keine Arbeitsrechte. Er kennt weder den Beistzer des Reisebüros, für das er arbeitet, noch eine staatliche Stelle, bei der er sich wegen der ständigen Ausbeutung beschweren kann. Er leidet still und ohnmächtig. Denn er braucht für sich und seine Familie die 40 Soles (14 US-Dollar), die er täglich bekommt, im Austausch dafür, dass er auf seinem Rücken das Gepäck, das Essen, die Getränke und die Zelte (zwischen 25 und 28 Kilogramm) für die Touristen trägt, die sich am üppigen und magischen Inka-Trail ergötzen.

Die Reisebüros verlangen bis zu 900 US-Dollar pro Person für die Teilnahme am Inka-Trail. Nach Machupicchu und Ollantaytambo kommen in der Hochsaison täglich zwischen 4000 und 6000 Toruisten. Der Eintritt zu den Höhen des Heiligtums von Machu Picchu kostet ca. 40 US-Dollar pro Person (unabhängig ob Peruaner oder Ausländer), und die Eintrittskarte kann man nur via Internet kaufen.

Während Don Narciso uns die entwürdigenden Umstände erzählt, unter denen sie das  Gepäck tragen, sagt er in quechua: “Disculpaywanki. Huasinchispi alqhonchisraqmi noqhaykumantaqha aswan allinta mijunpas…” (“Entschuldigen Sie bitte. Unsere Hunde zu Hause essen besser als wir”). Don Narcisos Augen füllen sich mit Tränen des Schmerzes, wenn er die unwürdigen Bedingungen schildert, unter denen sie das Gepäck der Touristen auf dem Inka-Trail tragen.

“Wir tragen zwischen 25 und 28 Kilo, 4 Tage lang. Wir tragen das beste Essen und Trinken auf unseren Rücken. Aber wir bekommen nur Reis und schlecht gekochte Nudeln zum Essen. Wir essen und schlafen auf dem feuchten Erdboden, ungeschützt vor Regen. Wir leiden Hunger. Wenn wir krank werden, kommt kein Arzt. Wenn die Touristen etwas Essen übrig Lassen, streiten wir Träger uns um die Reste (…)”.

“Im ganzen sind wir fast eine ganze Woche von zu Hause weg, wenn wir die An- und die Heimreise in unsere Dörfer mitrechnen. Aber das Reisebüro zahlt uns nur zwischen 160–180 Soles (knapp 50 Euro) für die vier Tage, in denen wir tragen. Sie zahlen uns keine Heimfahrt. Unter diesen Bedingungen arbeiten wir. So werden wir alt und sterben wir. Oft werden wir schlecht behandelt und verachtet, weil wir Indigene sind, nicht nur in Städten wie hier in Ollantaytambo, sondern sogar auf dem Inka-Trail und in Macchu Picchu (….)“

Diese gekürzten Zitate stammen nicht aus einer Chronik der Kolonialzeit. Es ist ein in Quechua erzähltes Zeugnis von einem der über 100 indigenen Sklaven der modernen Tourismusindustrie des 21. Jahrhunderts. Die zum Himmel schreiende Versklaverei der Träger des 16. Jahrhunderts ist mit der Republik nicht besser geworden, und noch weniger in der neoliberalen Moderne.

Nur wer Spanisch kann, darf Macchu Picchu betreten

In Macchu Picchu selber, einem Ort, der für Ausländer und Spanischsprechende angelegt ist, ist die Situation für quechuasprechende Indígenas noch schlimmer.

Daniel Paucar, ein junger mutiger Quechua aus Ollantaytambo, begleitete eine Gruppe junger und älterer Indígena-Frauen aus Ollantaytambo zum ersten Mal nach Macchu Picchu.

Alle Frauen trugen ihre traditionellen bunten Röcke und Tücher. Am Einlasstor zu Macchu Picchu wurden diese 16 Frauen und ihr Gepäck aufs Genaueste durchsucht. Ihr mitgebrachtes Essen und Trinken mussten sie an der Pforte lassen. Gleichzeitig kamen und gingen peruanische und ausländische Touristen mit Rucksäcken und Taschen, ohne dass irgendjemand sie durchsucht hätte.  Als Daniel eine der Kontrolleurinnen am Einlass fragte, warum sie nicht auch die Gringos, die Ausländer, durchsuchen würde, antwortete die Angestellte des Macchu-Picchu-Komplexes: „Die Ausländer verstehen, was man ihnen sagt. Deswegen müssen wir sie nicht durchsuchen“. Zur gleichen Zeit standen Touristen und ihre Führer Schlange, um Fotos zu machen von den farbig gekleideten Indígena-Frauen, die wiederum den Fotografen zu entkommen suchten.

In den Augen der neoliberalen peruanischen Mestizen sind wir Indigenas immer noch dumm und unfähig, etwas zu verstehen. Während in ihren Augen die idealisierten Ausländer alles verstehen.

Die blühende Tourismusindustrie schreibt sich die „jahrtausende alte Inka-Erbe Perus“ auf ihre Fahnen,  während sie die tatsächlichen Indigenas – die legitimen Erben des Inka-Reiches – bespuckt und verachtet und sie in der Exklusion und im institutionalisierten Rassismus belässt. Kann es eine grössere Scheinheiligkeit und Irrationalität geben?“

Von Ollantay Itzanmá. Er begleitet die Indigena-Organisationen in der Maya-Zone. Mit 10 Jahren hat er Spanisch gelernt, als er die Schule, die Strasse, das Rad kennenlernte. Er schreibt seit 10 Jahren, nicht gegen Geld, sondern dafür, dass er Gedanken in Worte fasst, die aus den Beiträgen vieler entstanden sind, die kein Recht auf Schrift haben.

bersetzt aus Servindi vom 15. Dezember 2013,  http://servindi.org/actualidad/97748)

Quelle: www.infostelle-peru.de

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https://blogs.taz.de/latinorama/2014/01/09/bluhender-tourismus-auf-dem-rucken-indigener-trager/

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kommentare

  • @Fluppe: Die Hauptargumente gegen den Text sind einerseits, dass er auf die Tränendrüse drückt, und andererseits, dass es vielen Indigenas in anderen Jobs auch nicht besser geht. Ersteres ist, finde ich , als literarisches Mittel bei einem Testimonio erlaubt. Das zweite Argument entkräftet die Tatsache ja nicht, dass im peruanischen Tourismusboom die Indigenas am letzten Ende der Wertschöpfungskette stehen. Den grossen Gewinn schöpfen Peruaner von der Küste oder Ausländer ab. Im Tourismus finde ich den Widerspruch besonders krass: die Touristen werden ja gerade mit der Inka-Kultur nach Peru gelockt. Die real lebenden Nachfahren der Inkas haben aber am wenigsten davon. Und schliesslich geht es auch um die symbolische Ebene des Lastenträgers: der Indigena trägt das Gepäck des meist weissen Touristen. ich frage nochmal: warum sehen wir in den Alpen keine Tiroler oder Schweizer Bergbuben, die den Rucksack der Touristen die Berge hoch tragen ? Könnten wir uns das vorstellen ? Das ist das koloniale Gedankengebäude, das wir als Europäer ebenso verinnerlicht haben wie Südamerikaner. Nur sind wir als Europäer (oder euorpäischstämmige Latinos) da auf der Seite der Profiteure.

  • Den Menschen geht es sicher nicht Gut, darin besteht kein Zweifel, sie können aber Ihren Lebensunterhalt bestreiten und sogar im Gegensatz zu ansässigen Landwirten Ihre Kinder zur Schule schicken. Das ist alles nicht schön, aber leider peruanische Realität. Ob Träger, Kleinbauer oder ungelernte Arbeitskraft in Lima. Also die Touristen haben mit dem Spiel nix zu tun.

    @Hildegard Willer genug ? Oder soll ich weiter machen ?

  • Der Mann bekommt kein Geld um nach Hause zu kommen. Nun ja Aguas Callientes nach Ollantaytabo fahrtzeit ca. 3 Std. Kostenpunkt ca. S/10. Das braucht ein Limeño hin und zurück bei starkem Verkehr in Lima auch, den Arbeitgeber interessiert das auch recht wenig. Mit der Situation müssen sehr viele Peruaner zurechtkommen. Welches Unternehmen in D zahlt denn explizit Mobilität ?

  • Die Indigenas werden durchsucht, weil auf dem Gelände geklaut wird, das ist leider kein Vorurteil das wird gemacht um sein Leben zu bestreiten und ich denke, jeder, dem es finanziell so schlecht geht wie denen, würde das gleiche tun …. Ich, Sie, Du oder wer auch immer. Somit ist das durchsuchen gertechtfertigt. Übrigens auch meine Taschen hat man beim Eintritt schon stichpunkthaltig durchsucht, wird gerne gemacht, um nach professionellem Film- und Foto Equipment zu schauen, da professionelle Aufnahmen in Macchu Picchu verboten sind. Zudem möchten die Idigenas nicht Fotografiert werden, da Sie das gerne für 1-2 Soles innerhalb von Macchu Picchu anbieten um Ihren Lebensunterhalt aufzubessern.

  • Der Indigeno bekommt wenn er das 4x macht ein Gehalt von S/720+Trinkgelder. Viele Arbeitskräfte in Lima und im Rest von Peru bekommen das gleiche Gehalt ob Büro, Lager oder sonst wo. Kann man gerne mal in einer peruanischen Jobbörse nachschauen

    Teleoperadores(as)FULL TIME MADRUGADA Call Center MOVISTAR ESPAÑA
    Salario: S/ 750 + Comiciones
    http://www.computrabajo.com.pe/bt-ofertas.htm

    Der Artikel suggeriert das ausländische Touristen Träger schlecht behandeln/bezahlen würden und die Indigenos das Reisebüro nicht kennen würden. (Was übrigens im spanischen Originaltext nicht auftaucht) Klar das kennt er das nicht. Sehr wohl aber den peruanischen Reiseveranstalter, von dem er sein Geld bekommt. Es gibt so gut wie keine ausländischen Reiseveranstalter die tatsächlich das Recht haben den Inka Trail durchzuführen. Demzufolge sind es peruanische Unternehmen die peruanische Arbeitnehmer ausbeuten (kommt einem sicher aus D irgendwie bekannt vor). Ganz im Gegenteil werden die Träger von den Touristen meist gut behandelt und bekommen ein gutes Trinkgeld am Ende der Tour.

    Den Text einfach ins Deutsche zu übersetzen und mit ein paar reißerischen Kommentaren zu versehen und ein bisschen auf die Tränendrüse zu drücken, halte ich allerdings für ziemlich unklug, da schnell ein falsches Bild entsteht.

  • Würde ich gerne aber ich glaube der Text ist zu lang 🙂 Hab Ihn schon 2x versucht loszuschicken komischerweise Verschindet der Text ständig.

  • @Fluppe: wäre schon interessant zu lesen, was genau Sie am Testimonio des Trägers für Schwachsinn halten

  • Der Artikel ist absoluter Schwachsinn und entbehrt jedweglicher Realität. Ich wohne seit über 7 Jahren in Peru. Dem Bericht fehlt ein ganzer Stapel guter und einheimischer Informationen, welche die Redaktion wohl nicht für nötig gehalten hat, zu hinterfragen.

  • Als ich 1977 den Inka Trail nach Macchu Piccu lief, habe ich meinen 20 Kilo Rucksack selbst getragen. Wenn es dunkel wurde habe ich bei den Indios am Rande des Weges gefragt, ob ich bei ihnen übernachten kann. Mal in einem Dorf, mal bei einem Bauern im Schafstall. Abends saß man in der Hütte und hat sich, soweit möglich, unterhalten und gegen ein paar Konservendosen gab es dann auch ein Essen mit der Familie. So habe ich das erste mal Meerschwein gegessen, Chicha getrunken und heute noch Erinnerungen, die den pauschal Damen und Herren völlig abgehen. Schade, aber der Zeitgeist macht eben vor nichts halt.

  • Mit dem Erbe der Inkas werden Geschäfte gemacht und ausgerechnet die Inkas selbst haben am wenigsten davon. Daß sich Touristen nicht schämen, die Träger so schlecht zu behandeln, ist sehr vielsagend über deren Einstellung zur Menschlichkeit. Sie beruhigen ihr Gewissen damit, daß die Indios durch sie ja ein wenig Geld verdienen. Doch gerade der geringe Lohn ist es, der die Indios unten hält.

  • …man kann ach den Salkantaytrek nehmen, der kostet a)kein Eintrittsgeld ist b) nicht so überlaufen wie der Inkatrail, ist c)viel schöner und d) kann man vor Ort in Cusco mit peruanischen Anbietern Preise verhandeln. Ich habe ein Praktikum bei solch einem Veranstalter gemacht, es gab Träger ,Esel und Mulis für das Gepäck, die Träger haben durch das eingenommene Geld ihren Lebensunterhalt bestritten und ihre Kinder zur Schule schicken können.

  • In dem Bericht geht es nur nebensächlich um Rucksacktouristen und / oder Einkommen…, es geht um den weit verbreiteten Rassismus der den Indigenos tagtäglich entgegengebracht wird.
    Ich habe ettliche Jahre in Peru gewohnt und nicht selten von den – angeblich – zivilisierteren Küstenbewohnern gehört, wie sie gegen die Bergbewohner hetzten, sie sogar als „Indio bruto“ beleidigten.
    Quechua ist eine der Ursprachen Perus, wurde lange Zeit unterdrückt, wird aber heute selbst in global operierenden Unternehmen als „Zweitsprache“ neben spanisch in einzelnen Bereichen wieder aufgenommen und trägt somit ein Stückchen dazu bei, sich mehr mit den Problemen der Indigenos zu beschäftigen.
    Auch auf Regierungsseite finden unter Präsident Humala einige Veränderungen ztugunsten der Ureinwohner statt und es bleibt zu hoffen dass dieser Weg auch von seinem Nachfolger, seiner Nachfolgerin, übernommen und weiter ausgebaut wird.
    Zu den Arbeitsbedingungen in Peru: Es macht wenig Sinn, eine Kooperative der Lastenträger zu gründen, weil sie nicht das Monopol des Transportes von Rucksäcken erhalten wird und sofort hunderte „freie“ Träger zur Touristen-Verfügung stünden.
    Und für Peru gilt es ebenso wie überall wo man als Fremder ist, informieren, informieren. Ist es im Vorfeld aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, dann bieten die vielen Touri-Info-Stände oft recht gute Hilfe, selbst die Polizei steht meist gerne für Fragen zur Verfügung und oft sind es die kleinen, unscheinbaren Einheimischen die mit dem Touristengeschäft nichts zu tun haben, die die besten, hilfreichsten und sichersten Tipps geben können, die man allerdings zur eigenen Sicherheit noch einmal verifizieren sollte…, eben bei der Polizei oder einer anderen Person.

  • Das beste wäre wohl eine Kooperative der Lastenträgre, die man direkt buchen kann, mit akzeptablen Preisen (angemessen wäre das Lohnniveau des jeweiligen Herkunftslandes des Touristen) und gemeinsamem Essen und gleicher Unterkunft für alle. Ich bin schon in den mexikanischen Bergen mit Rucksack und Essen für 2 Wochen herumgelaufen. Am Anfang hatte ich auch den Ehrgeiz, meinen Rucksack selbst zu tragen, merkte aber sehr schnell, daß mir die Kondition dafür fehlte (ich denke, die Berge in Peru sind noch anstrengender). Insofern, und eben auch wegen des Arguments mit dem Einkommen, halte ich es nicht per se für verwerflich, sich beim Gepäcktragen helfen zu lassen, die Frage ist eben, unter welchen Umständen.

  • Das Problem ist ja nicht nur ökonomisch, sondern kulturell-symbolisch: warum gibt es in den Alpen keine Träger ? Ich denke die meisten Alpinisten fänden es seltsam, wenn nicht sogar unehrenhaft, jemand anderen zu bezahlen, ihren Rucksack zu tragen. Warum tun sie es dann in den Anden ? Die indigenen Träger zeigen schmerzhaft, wie lebendig koloniale Strukturen noch sind. Gerade weil die Attraktivität Macchu Picchus das indigene Erbe ausmacht, das heisst die Touristen genau deswegen kommen: genau deswegen ist es so krass, wie wenig für die real lebenden Indigenas vom Tourismus abfällt. Das wäre so, wie wenn die Bayern in Dirndls und Lederhose zwar für die Fotos posieren dürfen, aber alle Hotels und Reisebüros Amerikanern oder Afrikanern gehörten, und indigene Bayern in Dirndls und Lederhose nicht nach Neuschwanstein rein dürften (weil sie sich nicht zu benehmen wissen)

  • Es steht natürlich jedem Teilnehmer frei, den Trägern noch extra etwas zu bezahlen. Und dafür zu sorgen, daß die Träger genau so verpflegt werden wie man selber. Die Wanderung über die Hauptroute des Inkatrails selber zu organisieren, ist nicht zugelassen. Da muß man sich an die offiziellen Veranstalter halten. Die kann man vor der Buchung abfragen hinsichtlich Bedingungen für die Träger. Da viele den Veranstalter auf Empfehlung anderer buchen, sollte sich auch hier herumsprechen, wer sauber arbeitet und wer nicht. Dazu muß aber bei den Trägern das Bewußtsein kommen, daß sie sich organisieren müssen und die Konditionen aushandeln, sowie sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Siehe Nepal.
    Wer nicht die teure Rote mitmachen will: Es gibt auch alternative Routen, die ebenso Inkapfaden folgen. Kann man in Cuzco buchen. 1 Tag Rad, 2 Tage zu Fuß bis Aguas Calientes (Gepäck selber tragen), 1 Tag Machu Picchu. Auch für Reisende mit knapper Kasse gut machbar. Oder man fährt mit Bus/Zug von Cusco direkt bis Aguas Calientes, wenn es nur Machu Picchu sein soll.
    Essen/Trinken ist in Machu Picchu wirklich nicht gestattet, wird am Einlaß stichprobenartig kontrolliert sowie auf dem Gelände.

  • hm…ich finde an solchen berichten immer etwas problematisch, dass eigentlich keine wirkliche alternative zu solchen reisen aufgezeigt wird. wuerden alle touristInnen konsequent nicht mehr soche trips buchen, dann werden die in der geschichte beschriebenen inkas eben nicht mehr zu hungerloehnen angestellt…sondern ueberhaupt nicht! klar, die miese bezahlung ist unangemessen, aber gezwungen wird eben auch keiner der traeger, solche jobs zu machen (wenn man jetzt mal die finanzielle notlage als zwang ausblendet). da es aber genug inkas gibt, die sich als traeger zur verfuegung stellen, zeigt sich doch das solch ein traeger-job zwar schlecht bezahlt, aber scheinbar immer noch besser ist als keinem erwerbseinkommen nachzugehen oder einen anderen job zu machen.

  • Stimmt nicht alles. Es gibt zunehmend mehr Organisationen die die Träger besser bezahlen und von den Touristen richtig viel Geld – Zwischen 1500 und über 2500 US Dollar für die vier oder fünf Tage nehmen. Den Inkatrail darf man nur gehen, wenn man sich einem legitimierten Veranstalter anschließt. Selbst organisieren ist nicht erlaubt. Das bedeutet auch, dass nur wohlhabende Touristen sich diesen interessanten Weg leisten können – ob sie ihren Rucksack selbst tragen oder nicht.

  • Die Tickets nach Machu Picchu kann man selber in Aguas Calientes – also vor Ort kaufen. Die Reservierung für den Inka Trail macht man besser schon im Voraus, da er über Monate im Voraus ausgebucht ist.

    Jeder Besucher von Machu Picchu fällt eigentlich auf einen ziemlich einfachen Trick rein und schadet, wie hier beschrieben, massiv den Menschen die unmittelbar dort leben. Der Trek ist einerseits teuer, weil er auf eine bestimmte Besucherzahl limitiert ist und dank Werbung etc. von vielen, unbedarften, wohl als mit die one and only Option nach Machu Picchu zu kommen, gesehen wird. Weil tausend mittelsmänner, Tour-Agenturen, Agenturen im Heimatland der Touristen daran mitverdienen wird alles sprichwörtlich auf dem Rücken der Indigenen ausgetragen. Alternative Optionen wie der Salkantay-Trek sind dann wesentlich billiger. 100$ für all-inclusive in einer 10-15 Leute Gruppe für 4-5 Tage wandern, hier leiden jedoch dann Mulis und Esel unter dem Gewicht. Wer sich in solchen Touristenhochburgen befindet, sieht schon unglaubliches wie krass hier Grenzen zwischen Menschen gezogen werden, Indigene und Touristen. Die einen das Schaubild, die anderen, die mit DSLR’s gnadenlos den Abzug drücken, um zu Hause dann eindrücklich von dieser idealisierten, herbeiillusierten Scheinwirklichkeit zu berichten.

    Mir fällt da auch nichts bessers ein, als nicht hinzugehen oder alles selber organisieren und (wenn man kann) einfach mal selber das zu tragen, was man für eine Wanderung braucht. Die Pfade sind so ausgetreten, da braucht man auch keinen Guide – wer das Geld hat kann es natürlich, wie vorgeschlagen, direkt unter das Volk bringen. Tourismus ist halt ein stark zweischneidiges Schwert…

  • Mit Klamotten selber tragen ist den Indigenas leider auch nicht geholfen. Zwar müssen sie dann nicht mehr unter diesen Umständen arbeiten, haben aber auch kein Einkommen mehr, um ihre Familie zu ernähren…

  • Haarsträubend, folglich die Reise selbst organisieren und die Träger selbst bezahlen oder die Klamotten selbst tragen.
    Warum gibt es keine Gewerkschaft?

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