vonEva C. Schweitzer 31.03.2018

Manhattan Media

Eva C. Schweitzer, Buchautorin, Journalistin und Verlegerin, über Amerika und über die Leute, die über Amerika schreiben.

Mehr über diesen Blog

Aus der Reihe: Wir haben immer schon davor gewarnt, ein Auszug aus meinem neuen Buch Europa im Visier der USA: Das Ende der transatlantischen Freundschaft.

Heute weiß jeder, wer Nigel Farage ist, nämlich eine der treibenden Kräfte hinter dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Aber keiner weiß, wie stark Breitbart und amerikanisches Geld darin involviert waren – Geld von reichen Trump-Unterstützern. Einer davon ist Sheldon Adelson, ein ultrakonservativer Milliardär, der in Las Vegas mehrere Casinos betreibt und der die lokale Presse aufgekauft hat, um vor Kritik sicher zu sein. Trumps wichtigster Wahlkampfspender aber ist Robert Mercer, der sowohl Breitbart. com als auch Bannons Dokumentarfilme über konservative Politiker finanziert. Mercer hat auch den Brexit finanziell unterstützt, indem er austrittswilligen Briten, allen voran der Initiative Leave.EU, die Dienste seiner Datenanalysefirma Cambridge Analytica zur Verfügung gestellt hat.

Cambridge Analytica erstellt sogenannte psychometrische Profile, Persönlichkeitsprofile, mit deren Hilfe sich erfassen lässt, welche politischen Präferenzen Internetnutzer haben. Dazu werden Online- Umfragen genutzt, Daten in Social Media wie Facebook, Pinterest oder Instagram, Daten von öffentlichen Ämtern, Ärzten und E-Commerce-Anbietern, Mitgliedschaften in Vereinen, Wählerverzeichnisse, Kreditkartenkäufe und Kundendatenbanken. So lassen sich Millionen von Wählern mit quasi individuellen Botschaften gezielt ansprechen.

Farage beschäftigt Leute von Breitbart als Berater; der Pressesprecher von Leave.EU, Jack Montgomery, ist der Büroleiter von Breitbart in London. Am Tag nach der Abstimmung zum Brexit lud Bannon UKIP-Führer Farage in das Londoner Büro von Breitbart zu einem Radioauftritt ein. »Die Europäische Union ist gescheitert«, sagte Farage triumphierend. »Ich freue mich, zu sagen, dass die EU dem Untergang geweiht ist.« Daraufhin Bannon: »Das ist eine großartige Leistung. Ich gratuliere Ihnen!« Das überrascht die nicht, die ihn kennen. »Bannon hasst die EU«, sagte Ben Shapiro, ein früherer Breitbart-Reporter zur Politwebsite Politico. »Er sieht sie als Instrument für die Globalisierung.« Bannon will starke, christliche Nationalstaaten in Europa, in denen es nationalistische Bewegungen gibt. Das werde auch der Einwanderung aus »islamistischen Ländern« nach Europa ein Ende bereiten, glaubt er. Und ähnlich denkt Stephen Miller, ebenfalls ein Berater von Trump, auf den der Reisebann gegen Muslime zurückgeht.

 

Bücher von Eva C. Schweitzer auf Amazon

Berlinica Blog

Eva C. Schweitzer auf Facebook

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/newyorkblog/2018/03/31/wie-der-brexit-von-trumps-unterstuetzern-gefoerdert-wurde/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.