vonEva C. Schweitzer 10.10.2018

Manhattan Media

Eva C. Schweitzer, Buchautorin, Journalistin und Verlegerin, über Amerika und über die Leute, die über Amerika schreiben.

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Auf zur Frankfurter Buchmesse! Heute war ich zum ersten Mal seit drei oder vier Jahren hier, und währenddessen wurde einiges umgebaut. Die Ausländer, was heißt, die Amerikaner sitzen jetzt in Halle 5, näher am Geschehen — früher waren sie am Ende des Geländes, in Halle 8 verfrachtet — und irgendwie war auch alles amerikanischer. Gleich in der ersten Stunde traf ich Porter Anderson von Publishing Perspectives, der den ebook-Leihdienst Scribd vorstellte. Und die Keynote hielt John Sargent, Chef des Holtzbrinck-eigenen Verlages Macmillan aus New York, der — eher überraschend — die Verantwortung für die unschöne Trennung von Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz übernahm, ebenfalls Holtzbrinck. Wann wurde der Laden eigentlich von Amerikanern übernommen und warum hat mir keiner Bescheid gesagt? Zur Klärung des Sachverhalts mochte er allerdings nichts beitragen.

In einem Pavillon stellte dann Thilo Sarrazin sein neues Buch vor; großer Bahnhof, Security pp., auch das kennt man aus Amerika, aber es passierte nichts annähernd krawallartiges, und die Lesung war so langweilig, dass ich mittendrin ging. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, in den Hallen herumzulaufen und mir die Klagen von Verlegern anzuhören — Fischer, beispielsweise, verzichtet auf die traditionelle Fete. Die Zeiten sind nicht so klasse.

Am Abend gabs Champagner spendiert von dem Mann, der es in Buchbranche zum Milliardär gebracht hat; Jeff Bezos. Amazon Crossing stellte das millionste Buch einer Übersetzungsreihe vor. Ja, Amerikaner bringen Stimmung auf die Messe. Bezos hat sich als Erzfeind von Donald Trump etabliert, und ich hatte von Sargent wissen wollen, welchen von beiden er weniger gut leiden kann. Wenig erstaunlich, wollte er die Frage nicht beantworten. Morgen mehr.

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