„Alles unter Kontrolle, “ sagt die ägyptische Regierung nachdem sie nun endlich zugegeben hat, dass bei einer der Ölplattformen am Golf von Suez Öl ausläuft. Es ist der klassische Reflex: nur kein Problem zugeben und wenn es nicht mehr verbergen lässt, dann einfach sagen, man habe bereits alles im Griff. Derweil erklärt die Regierung bisher nicht wie viel Öl ausgelaufen ist und wer dafür verantwortlich ist.
Die wenigen Informationen, die es dazu gibt zusammengeasst in einem Radiobetrag und einem Livegespräch im Ö1 Mittagsjournal
und in einer Fernsehschaltung heute Mittag in ZIB 13
oder als Zeitungsbeitrag in der taz
Die Kairoer Desinformationspolitik hat zwei Gründe: man möchte keine Negativschlagzeilen über den Badeort Hurgada, der unmittelbar südlich der Unglücksstelle liegt. Schließlich zählt der Badeort zu den wichtigsten Devisenbringern des Landes. Über den zweiten Grund kann man derzeit nur spekulieren. Es sind meist staatliche Ölfirmen die am Golf von Suez bohren.
Zum Glück gibt es aber auch unabhängige Umweltorganisationen in Ägypten, wie beispielsweise HEPCA, die „Hurghada Environmental Protection and Conservation Association“. Sie war 1992 von einem Dutzend passionierter Taucher gegründet worden, mit dem Ziel die Korallenriffe vor dem Massentourismus und der Ölindustrie zu schützen. Die Organisation hat nicht nur im Fall des Ölplattform-Lecks Alarm geschlagen und die Regierung gezwungen, einen Unfall zuzugeben. Nun will sie auch die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.
Übrigens hat das Pressezentrum bisher keinem Fernsehteam die Erlaubnis erteilt, am Unglücksort zu drehen. Aber zum Glück gibt es Youtube und HEPCA.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=1FD-AuycDzc&feature=related[/youtube]