vonChristian Ihle 18.08.2015

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Es gibt wenig traurigere Geräusche als vereinzeltes Klatschen, das nicht zum Applaus wird, kümmerlich verendet wie eine angefahrene Katze im Straßengraben. (…)
Aus Gründen, die niemand versteht, mutmaßlich nihct mal er selbst, hat Sidekick Wolfgang Trepper, der sich wohl als Komiker bezeichnen würde, in der Lars Reichow Show mit dem Fernsehkoch Mario Kotaska Gerichte aus den 70er zubereitet, Scheußlichkeiten, die man damals angeblich gegessen hat: Wackelpeter mediterran, Banane mit Schinken, Leberwurst-Ananas. „Und jetzt suchen wir uns nur noch zwei Frauen, die den Krempel hier aufräumen“, sagt Trepper am Ende des Einspielers. Moderator Reichow übernimmt und sagt: „Wolfgang Trepper sollte sich mal bitte bei der Frauenbeauftragten des ZDF melden.“

Es ist der einzige halbwegs lichte Moment eines Formats, das in dunkler Vorzeit – zum Sendestart 1963? – entwickelt worden sein muss und nun, in der Sommerpause von Markus Lanz, an vier Dienstagen ausgestrahlt wird. Selig sind jene, die nach dem Abend im Biergarten nicht den Fehler machen, noch mal kurz den Fernseher einzuschalten und so von dieser gebührenfinanzierten Gestrigkeit verschont werden. (…)

Moderator Reichow, im Hauptberuf „Musikkabarettist“, ist eine gute Urlaubsvertretung, gelingt ihm doch das Kunststück, dass man sich die Interviews von Markus Lanz zurückwünscht.“


(David Denk in der Süddeutschen Zeitung)


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