vonChristian Ihle 20.12.2019

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Fußball und Pop! Ein oft schwieriges Thema, aber erstaunlicherweise gab es in den letzten beiden Jahren zwei gute deutschsprachige Fußball-Songs, die mich alle Sterne des Südens vergessen ließen. Der Nino aus Wien erzählte von den Niederungen des österreichischen Fußballs und hier im Besonderen vom Niedergang des Altmeisters Rapid Wien in seinem Lied „Unentschieden gegen Ried“:

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…und auch Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen feiert nicht die Triumphe, sondern kostet die Niederlagen aus und schreibt das „Stranger Things“ des deutschen 80er-Jahre-Fußballs in „Hässlich und faul, Musik und der HSV“. Eine Jugend in Ballonseide im Volksparkstadion, Begegnungen mit Lars Bastrup, Fritz Walter (dem Jüngeren), Bayer Uerdingen und Waldhof Mannheim. Natürlich gelingt es der Gentlemen-Liga nicht, dabei deprimiert zu klingen, sondern liefert eine Feier des Underdogs ab (muss man auch erstmal schaffen, wenn man über einen Verein spricht, der im besungenen Jahrzehnt des Eurpopapokal der Landesmeister gewonnen hat…):

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Ich übergebe also hier aus dem Funkhaus nach Hamburg und frage Carsten Friedrichs: was ist passiert, welcher Fußballsong geht in Führung?

Schwierig, 5 Fussballsongs auszuwählen. Gibt mehr gute als man gemeinhin denkt.
Was solls, here we go, here we go, here we go:

I, Ludicrous – We stand around

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Ein sechsminütiges episches Werk, hauptsächlich übers in der Kälte herumstehen. Musikalisch so weit entfernt vom handelsüblichen Fussballsong wie es überhaupt geht. Die musikalische Umsetzung einer 0:3 Niederlage gegen den Vorletzten an einem regnerischen Totensonntag. Aber mit Augenzwinkern. Ganz großartig!

Woog Riots – Football round the clock

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Was gibt es Schöneres für einen Fußball-Fan als ein großes Turnier? Im Hochsommer drinnen rumsitzen und drei Spiele pro Tag zu zu glotzen, die Pranke stets in der großen Chio-Chips-Tonne? Eben, Football round the Clock! Am besten in Ländern mit schwierigen Anstoßzeiten wie damals in Japan & Korea. Nigeria: Argentinien um 7.30 Uhr. Endstand 0: 1. Dieses etwas andere Summer Feeling wird 1 A von den Woog Riots musikalisch in Szene gesetzt.

Die WM in Katar werde ich mir aber trotzdem schenken. Scheiss FIFA, scheiss Verbrechersyndikat.

Fine Art – Sunderland!

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Diesen Song hatte ich mal auf einem Doppelalbum mit Fussball-Songs von der Insel. Da waren ca. 30 Songs drauf und 28 mal totaler Schrott, außer Don Fardons „Belfast Boy“ und diesem Kracher. Klingt als hätte ein Bootboy 1977 mit seinem neuen Vierspurrekorder versucht einen Disco-Hit aufzunehmen. Was heißt versucht? Er hat einen Disco-Hit aufgenommen! In meiner Disco würde der Song laufen. Der Bandname ist auch top. Was Fine Art heute wohl machen?

Parlour Flames – Pop Music, Football & Girls

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Noch ein eher untypischer Fussballsong. Tolle Zeilen wie „I just bought a reissue it was hard to get/By some lunatics called the KLF“ Kein Gegröle, kein Gemackere sondern edles Simon &Garfunkel- mäßiges Gezupfe der Band um den Oasis-Recken mit dem Spitznamen „Bonehead“. Conclusio:“One religion one world/ Pop music football and girls“

Scooter – Always Hamburg

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Sehe ich das am Ende zu sehr durch die Vereinsbrille? Ich glaube kaum!

Auf der Bühne:
27.12. Bremen/Kulturzentrum Lagerhaus
28.12. Hamburg/Knust
29.12. Berlin/Lido

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https://blogs.taz.de/popblog/2019/12/20/five-favourites-fussballsongs-mit-carsten-friedrichs-die-liga-der-gewoehnlichen-gentlemen/

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kommentare

  • Ich nehme an, dass Carsten Friedrichs „World In Motion“ vielleicht zu offensichtlich war. Ich kenne tatsächlich die wenigsten dieser Lieder.

    Und – wie Nino und die Liga zeigen – liegt die Frage der Kompatibilität wohl auch in der Herangehensweise. Eine stumpfe Feier a la „Sterne des Südens“ kann natürlich nie smart sein, aber der Blick aus einem vereinenden Element der Working Class und hier im Besonderes des Verlierens und des Underdogs, das kann sehr wohl funktionieren.

  • Ich weiß ja nicht recht, aber hier fehlt doch als unbestrittene Nr. 1 „World In Motion“ von New Order, mit der wunderbaren Gillian Gilbert im Fußballplatz-Video.

    Generell denke ich jedoch, dass die Segmente Musik und Fußball nicht kompatibel sind. Die Verknüpfung erzeugt keine kulturellen Synergien jenseits pubertärem Lads-Gehabe.

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