vonChristian Ihle 26.02.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Siberia

Abel Ferraras 90-minütiger Fiebertraum, der zuweilen an die Schlußsequenz von Lars von Triers „The House That Jack Built“ erinnert, aber a) viel abstrakter und b) zuweilen auch unfreiwillig komisch ist. Letzteres hat das US-Blatt Screen International zu dieser schönen Kritik veranlasst:

Pursuing a cinema of sensation agenda is all very well, but there should be a kernel of honesty and meaning in a film, or it just looks like the insta feed of a well-traveled psychopath.

Siberia ist ein schwer zu fassender Film, dessen Überlegungen zu Schuld, verpfuschtem Leben, innerem Exil und möglicher Erlösung sehr persönlich wirken und deshalb nicht gerade explizit ausdiskutiert werden. Trotz der schweren Themen ein Film des Fühlens statt des Denkens – und wirklich gefühlt habe ich den alten Mann nicht.

The Intruder

De Palma und der frühe Cronenberg treffen sich in diesem argentinischen Psychothriller. „The Intruder“ hätte dabei deutlich mehr Wildheit gut getan, letztlich bleibt er doch recht zahm und endet auf einer erstaunlichen Feelgood-Note.
Aber immerhin Applaus dafür, dass er etwas Weirdness in den Berlinale-Wettbewerb bringt.

The Assistant

„The Assistant“ spielt seine Geschichte um ein toxisches Arbeitsumfeld in der Filmbranche auf so leisen Tönen, dass kaum ein #Aufschrei zu vernehmen ist.
Als Studie eines nichtoffensichtlich repressiven Arbeitsplatzes durchaus gelungen, aber in seiner Nüchternheit eben nie mitreissend oder involvierend.

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