vonChristian Ihle 27.10.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Ein neues Update unserer Best New Music Playlist mit 12 der besten neuen Tracks. Wie gehabt im Folgenden mit einer kleinen Begründung:

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Minimal Schlager – FMB

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Minimal Schlager glänzen mit besten 80ies-Synthies wie sie die Chromatics und ihre Kollegen vom legendären „Italians Do It Better“-Label nicht besser liefern. Der kurzen Popnummer gelingt die wunderbare Gleichzeitigkeit von Süße und Schwere, von Melancholie in Melodie.

Nation Of Language – Gouge Away

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Wave/Post-Punk-Band aus Brooklyn, mit klarer Schlagseite zum kühlen Synthie-Wave der frühen 80er. Schönes DIY-Denken – trotz Fabio Moretti von den Strokes als Part Time Drummer: Das Album erschien auf eigenem Label und klingt in seinen besten Momenten wie New Order direkt nach Ian Curtis‘ Abgang. Ein weiterer Höhepunkt findet sich nicht einmal auf dieser Debütplatte, sondern ist als Standalone-Single veröffentlicht worden: „Gouge Away“, ein tolles Synth-Cover der Pixies.

MCNZI – This Is Our Generation

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Ok, nicht *ganz* neu: „This Is Our Generation“ stammt vom Soundtrack des Films „Yung“ (Ende 2019).
Das Spannende an MCNZI ist die Bandbreite seiner Einflüsse, die weit über Hip-Hop hinausgehen, und eine eigentümliche Mischung aus Trap, Electroclash, DAF und Rap zeigen. „This Is Our Generation“, einer der besten Songs aus „Yung“, erinnert mich an A.R.E. Weapons, die Electroclash-Post-Punks aus dem New York der frühen Nuller Jahre.

Sault – I Just Want To Dance

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Ende letzten Jahres ist aus dem Nichts und incognito die Band Sault auf den Plan getreten, die sophisticated Soul/Disco-Pop spielte, der durchaus auch No-Wave-Bands wie ESG gehört haben dürfte. Wer hinter der Band steckt, ist immer noch nicht offiziell bekannt – lediglich Little Simz- und Michael Kiwanuka- Kollaborateur Inflo ist als Produzent genannt.
In der Zwischenzeit sind bereits vier (!) Alben erschienen, davon zwei Doppelalben in den letzten drei Monaten. Auf dem jüngsten, „Untitled (Rise)“ betitelt, ist mit „I Just Want To Dance“ ihr wohl bester Song, der all die Vorzüge Saults in viereinhalb Minuten packt: Fela Kuti Drums, smoothe Vocals, brillant klare Produktion und Lyrics, die bei allem Eskapismus auch Worte zu Black Lives Matter finden: „I just wanna dance / Makes me feel alive / I get kind of mad / We lost another life / You won’t see me cry / No, no, no“

Isolation Berlin & Crucchi Gang – Tutto grigio

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Auf dem überraschend spannnenden „deutsche Indiebands singen ihre Lieder in italienischem Flavour“ Crucchi Gang – Projekt ist der Beitrag von Isolation Berlin ein Eigen-Cover von „Alles Grau“ und stellt den Ohrwurmcharakter des Originalsongs sogar noch mehr ins Zentrum. Mag aber vielleicht auch daran liegen, dass der deutsche Text „Ich hab‘ endlich keine Freunde mehr / Hab‘ endlich keine Emotionen mehr / Ich hab‘ keine Angst vor’m Sterben mehr“ bei aller Ohrwurmartigkeit irgendwie immer schwer zum laut & fröhlich mitsingen war. Dieses Problem haben wir Italien-Banausen nun nicht mehr.

Spike Fuck – Body By Crystal

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Country, Post-Punk und Motorcycle Emptiness – alles drin bei Spike Fuck aus Melbourne, die in ihren Songs von Erfahrungen erzählt, die bestimmt waren von Heroin, Katholizismus und einem Leben als Trans-Frau. Beste Eigen-Biographie: „SPIKE FUCK is inspired primarily by love and obsession, addiction, sexual disorientation, Catholic guilt and washed up 60s musicians who make overproduced comeback albums a decade later crying out for redemption and maybe even just a little bit of the limelight back. Spike Fuck describes her work as “smackwave” – a blend of late 80s new wave with equal parts late 70s post-punk, with a dash of country music/singer-songwriter sensibilities delivered in Las Vegas Ballroom karaoke vocal style.“

Fenne Lily – I Used To Hate My Body But Now I Just Hate You

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Fenne Lily aus Bristol, UK, ist eine Indie-Rock-Singer/Songwriterin, die auf ihrem gerade veröffentlichten zweiten Album die Mitte aus Julia Jacklin (das beste Singer/Songwriterin-Album 2019!) und der frühen Laura Marling findet.
„I Used To Hate My Body But Now I Just Hate You“ ist eher auf der ruhigeren Seite ihres Werks platziert, hat aber natürlich den besten Titel von allen.
Weiterer Tipp: „Berlin“

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Stella Sommer – Young Ghost Old Century

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Die ewig produktive Stella Sommer veröffentlicht neben ihren deutschsprachigen Platten mit und als Die Heiterkeit auch internationale Alben als Solokünstlerin. Jedenfalls, das neue Stella-Album ist erneut gut, noch mal ein Stück freier und löst sich von alten Nico & Knef – Zuschreibungen. Insbesondere „Young Ghost Old Century“ ist bester Folk-Americana, der mindestens so sehr The Carter Family sagt wie Hilde Knef.

The Screenshots – John Mayer

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Nennt mich zynisch, aber eine Band, die aus Twitter-Charakteren besteht, die Dax Werner, Susi Bumms und Kurt Prödel heißen, macht mich erstmal skeptisch. Das neue Album der Screenshots „2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee“ hat aber einfach etliche gute Rocknummern, wie wir hier im Klaus-Lage-Lager gern sagen. Favoriten: „Liebe Grüße an alle“, „Airbnb“ und das achteimerhühnerherzige „John Mayer“.

Kiwi Jr. – Undecided Voters

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Wenn es in diesem Jahr einen NOCH besseren Jonathan Richman / The Freshies / Go-Betweens / The Undertones – Song gegeben hat, sagt mir bitte Bescheid!

Idles – War

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DIE Band der letzten zwei Jahre („Mother“ und „Danny Nedelko“ wurden 2017 und 2018 hier im Popblog zu den Songs des Jahres gekürt) ist mit ihrem dritten Album erstmals unter dem Druck, vorherige Lorbeeren zu beweisen, sei es aufgrund der Kritik von Kollegen, sei es wegen der gestiegenen Erwartungshaltung. „Ultra Mono“ ist wieder ein gutes Album geworden, das aber die Abwechslung und organische Wucht des Vorgängeralbums etwas vermissen lässt. Trotzdem: immer noch eine Platte, die man diesen Herbst gehört haben muss.

Metz – A Boat To Drown In

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Ich war nie der größte Fan der kanadischen Punkband Metz, die mir immer etwas zu sehr auf der knüppelnden Hardcore-Seite lagen, aber das neueste Album „Atlas Vending“ verbreitert die Soundpalette enorm und zeigt, dass auch Langsamkeit Wucht haben kann. „A Boat To Drown In“ ist so gut wie alles auf der neuen Idles-Platte.

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https://blogs.taz.de/popblog/2020/10/27/best-new-music-playlist-fuer-2020-update-5/

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