vonChristian Ihle 04.12.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Japanese Television – Hot Sauce

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Die neue, dritte EP der britischen Instrumental-Band Japanese Television ist so gut, dass ich kaum einen Song hervorheben kann. Von „Falling Spikes“ arabischer Notenfolge, die auch gut auf ein Oum Shatt – Album gepasst hätte, über „Martian Soup“s hypotischer Orgel wie sie Clinic nicht schöner spielen könnten bis zu „Hot Sauce“, das in meinem Kopf mit „Paint It Black“ der Rolling Stones beginnt, um es dann in einen psychedelischen Krautrockwahn zu entführen.

The Mountain Goats – As Many Candles As Possible

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Auch nach 19 Alben in 26 Jahren gelingt es Chef Mountain Goat John Darnielle immer noch Songs zu schreiben, die gleichzeitig düster wie dringlich sind. So auch „As Many Candles As Possible“, das mit Zeilen wie „When you see the risen beast in your nightmares / You treat him like a long lost brother
/ But when you pass him on the streets of the city by day / You pretend you don’t recognise each other“ textlich wie ein Bruder von Will Oldhams „I See A Darkness“ wirkt und in nach vorne treibender Düsternis endet: „You’ve got a friend downstairs / He howls all night / No one gets / Too much light“

Zinn – Black Lake

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Habe nie gewusst, dass ich eine österreichische Variante der Raveonettes vermisst hätte, aber hey, hier kommt ZINN mit „Black Lake“ und einer garagen-rocknroll geschwängerten Bonnie & Clyde – Geschichte über den Teufel: „Auf einmal da steht a Typ neben mir / Er schaut sehr verdächtig aus und wir trinken Bier / Er wacht neben mir auf / wir schaun uns lang an / Der Typ ist der Deifel / und wir sann etz zamm“. Wäre ich Booker im Roadhouse in Twin Peaks, ZINN hätten den Gig.

Tom Taschenmesser – Meine Schwestern

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Tom Taschenmessers „Meine Schwestern“ klingt als hätte sich Rio Reiser mit Blumfelds „Ich-Maschine“-Sound vereint und einen Kampfsong für die ‚Schwestern‘ geschrieben, die „Messer, brennende Zigaretten oder Pfeffer in ihren Fäusten, wenn der Wind gut steht“ bräuchten, um sich die „dreckigen Missgestalten dieser Stadt, dieser Nacht, jeder Stadt, jeder Nacht“ vom Leib zu halten. Ein wütendes Lied, das seine Wokeness in die Welt schreit und selbst kein pc kennt: „Irgendwo auf dieser Erde weinen meine Schwestern nicht mehr. Irgendwo auf dieser Erde tragen meine Schwestern Maschinengewehre“.

Panda Lux – Fahrschein ins Glück

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Auf dem besten Song ihres zweiten Albums „Fun Fun Fun“ erinnern die Schweizer Panda Lux an ihren Landsmann Faber, der – bei aller Kontroverse – sicher der interessanteste der groß gewordenen neuen deutschsprachigen Singer-Songwriter ist. Insbesondere die an Element Of Crime und Calexico erinnernde Instrumentierung gefällt.

Poploader – Summerboy Blues

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Die Gallaghers aus dem Bayrischen Wald legen ihre Hauptband Atomic kurz auf Eis und bringen mit dem neuen Projekt Poploader sommerigen Brit-Pop, der näher an Dodgy als an Oasis ist. Wie jede gute Single dauert der „Summerboy Blues“ keine drei Minuten und hat bereits die österreichischen Indie-Charts (yes, it’s a thing!) gestürmt.

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Ferien für immer

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Nach der wunderbaren letztjährigen Platte „Fuck Dance, Let’s Art“ schiebt die Liga der gewöhnlichen Gentlemen eine Zwischen-den-Alben-Single nach: „Ferien für immer“. Besser getimed könnte das Lied kaum sein, denn wer konnte in diesem Jahr schon in eine „747 in den Süden“ steigen? Die Uptempo-Verliererballade, Spezialität von Carsten Friedrichs, trifft diesmal jeden, war coronabedingt der Blick doch bestenfalls sehnsüchtig in den Süden, ohne selbst je dort anzukommen.
Jedenfalls ein Hit auch für die grauen Tage, der gut auf das letzte, beste Liga-Album der Weltgeschichte gepasst hätte!

Nah – Perfect Game

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Kaum zu glauben dass Nah… und „Perfect Game“ a) aus Münster und b) aus 2020 kommt. Wer hier nicht sofort an Postcard Records, Orange Juice, Edwyn Collins und die frühen 80er des Jingle-Jangle-Pops denkt, geht bitte direkt auf Spotify und bestellt sich den Backcatalog auf Vinyl. Sehr gut.

Billy Nomates – Hippy Elite

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Aus dem Sleaford-Mods-Umfeld stammt Billy Nomates, die sehr guten, minimalistischen Singer-Songwriter-(Post)-Punk schreibt. Gleich die Debüt-Single „No“ lieferte mit ihrem ersten Satz „No is the greatest resistance“ ein Statement of intent, dem auch das von Geoff Barrows (Portishead, Beak) produzierte Album folgt. In „Hippy Elite“ mischt Billy Nomates (perfekter Punkname!) auch noch eine Spur Patti Smith in ihren Sprechgesang-Nihilismus.

Sleaford Mods feat. Billy Nomates – Mork N Mindy

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Auf der ersten Single zum kommenden Sleaford Mods – Album gastiert Billy übrigens auch.

Pozi – The Nightmare

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Nach dem letztjährigen Debütalbum veröffentlichen POZI mit „176“ eine neue EP, auf der der manische Track „The Nightmare“ herausragt. Spiky Post-Punk, der die Paranoia der Nacht in Töne fasst.

All diese Gewalt – Erfolgreiche Life

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Ohne Max Rieger würde die hiesige Musiklandschaft anders aussehen. Nicht nur ist – ich wiederhole mich hier – seine Hauptband Die Nerven die beste Noise/Punk-Band des Landes, sondern Rieger selbst der wichtigste Produzenten der besten Künstler: von Friends Of Gas über Drangsal und Ilgen-Nur zu dem jüngsten Stella Sommer – Album wechselt Rieger spielerisch zwischen den Genres. Vielleicht fast logisch, dass sein jüngstes Soloalbum unter dem All diese Gewalt – Namen nun selbst ebenfalls offener klingt und kaum in eine Schublade passt. Wie Rieger gerade im Spiegel-Interview ankündigte: „Wenn mich Capital Bra anfragen würde, würde ich mit dem ein geiles Album machen. Ich würde gerne Capital Bras „Yeezus“ machen.“

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https://blogs.taz.de/popblog/2020/12/04/best-new-music-playlist-fuer-2020-update-6/

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